Monschau: Widerstand gegen die Monschauer Jecken ist zwecklos

Monschau : Widerstand gegen die Monschauer Jecken ist zwecklos

Als die KG Biebesse aus Höfen am Donnerstag pünktlich um 11.11 Uhr mit einem großen Gefolge in den großen Sitzungssaal des Rathauses einmarschierte, wollte Bürgermeisterin Margareta Ritter die Schlüssel nicht gleich rausrücken. Sie leistete aber nicht lange Widerstand und übergab die Macht über die Stadt Monschau dann schließlich doch an Prinz Peter I., der mit Jungfrau Uschi I. und Bauer Achim II. für beste Stimmung im Saal sorgte.

Das Kinderprinzenpaar der KG (Prinz Mathis und Prinzessin Zoe) mit Pagin Jule erhielt ebenso einen Schlüssel wie das Kinderprinzenpaar aus Konzen (Prinz Timo und Prinzessin Malika).

Ausgelassene Stimmung im Sitzungssaal des Rathauses: Bei den bekannten Karnevalsliedern sangen alle mit. Foto: A. Gabbert

Bühne fast zu klein

Monschaus Ortsvorsteher, Georg Kaulen, hatte schon Sorge, dass die Bühne zu klein sein könnte, als er sah, dass die Karnevalisten neben ihren als Kühe verkleideten Frauen auch noch die Musiker der „Lyra“ Höfen mitgebracht hatten. „Dann wollen wir mal sehen, was die Möbel im Rathaus aushalten“, sagte Kaulen. Die Bürgermeisterin erklärte, sie habe noch nie so viele schöne Kühe gesehen und der Präsident der KG, Bernd Pontzen, erläuterte, diese Kostümierung hänge mit der Konzener Herkunft von Teilen des Dreigestirns zusammen. Anschließend gehörte die Bühne den Tanzmariechen Nora und Vanessa, die das Publikum mit tollen akrobatischen Einlagen ebenso begeisterten wie das Tanzpaar Maren und Nils.

Die Tollitäten waren auch nicht mit leeren Händen ins Rathaus gekommen und verliehen einige Orden an die Verwaltungsspitze. Jungfrau Uschi I. zückte derweil ihren Lippenstift und verteilte Küsschen an den Ortsvorsteher und an Kämmerer Franz-Karl Boden, der sich als Gärtner verkleidet um ein aufblühendes Pflänzchen Namens Haushaltsausgleich kümmerte.

Man werde keine vier Monate brauchen, um im Monschauer Rathaus eine neue Regierung zu installieren, tönte KG-Präsident Pontzen, bevor die Bürgermeisterin die Schlüssel übergab. „Ich gebe Euch für die nächsten Tage den Schlüssel heraus. Doch bleibt nicht nur in diesem Haus, geht bitte auf die Straßen raus, sorgt dort bei Euren Untertanen für gute Stimmung mit Musik und Euren Organen. In unseren Orten stehen viele Aufgaben auf dem Plan,in Euren Dörfern dürft Ihr als Herrscher nun daran“, reimte Ritter. In Konzen, wo demnächst ein neuer Kindergarten entstehen sollen, könnten sie mit „Hack und Schöpp“ die Helfer sein. Das ließ Pontzen nicht unkommentiert und kündigte an: „Wenn das zu den Aufgaben der Verwaltungsspitze gehört, dann kommen wir demnächst mal gerne gucken.“

Das Kinderprinzenpaar aus Konzen hatte eine Rede vorbereitet und ging mit den Politikern und den Erwachsenen ins Gericht. „Über die Stadtplaner müssen wir ebenfalls klagen, denn auch hier gibt es Erwachsenenversagen: Sie wählten für die Alte Sportplatzstraße leider mehrfach die falschen Maße. Wir Kinder finden das echt gemein, denn Müllabfuhr und Schneepflug passen da nicht rein. Aber das können wir leicht korrigieren: Wir lassen Magga und Matschek den Müll transportieren“, hieß es da zum Beispiel. „Ihr Erwachsenen kriegt eh nichts auf die Reihe, wir Kinder machen das alleine“, lautete schließlich die Konsequenz des Kinderprinzenpaares, das später auch noch mit einer Tanznummer für Begeisterung sorgte.

Als Dominik Huppertz aus Konzen schließlich zur Gitarre griff und so manches Karnevalslied anstimmte, gab es für die Jecken kein Halten mehr.

(ag)
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