1. Lokales
  2. Eifel

Eine Jugend im Ausnahmezustand: „Wer aktiv ist, kommt schneller aus dem Loch“

Eine Jugend im Ausnahmezustand : „Wer aktiv ist, kommt schneller aus dem Loch“

Nach den Erfahrungen der Jugendbetreuer findet das Leben vieler jungen Leute derzeit nur noch im virtuellen Raum statt. „Die Jugendlichen sind Meister der Sozialen Medien“, sagt Lara Brammertz. Manchmal sei es jedoch wichtig, den Nachwuchs von Computer und Smartphone wegzubekommen.Körperliche und kreative Aktivitäten helfen in Zeiten von Kontaktsperren.

„Ein Rat an Familien: Es hilft manchmal unheimlich, einfach an die frische Luft zu kommen, um positiver zu denken. Wer körperlich aktiv ist, kommt schneller aus einem Loch.“ Die Betreuer organisieren dazu zum Beispiel gemeinsame Sportworkouts – teilweise live am Handy, oder geben Anregungen für kreative Experimente. „Man findet dazu unglaublich viele Angebote im Netz“, rät Jugendpfleger Ralf Pauli. „Wie wäre es zum Beispiel, den Großeltern mal am Computer aus Fotos gebastelte Postkarten zu senden? Es gibt Anbieter im Internet, die gleich den Versand übernehmen. So schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe: Der Nachwuchs ist beschäftigt und die Großeltern freuen sich.“ Wichtig sei, den Blick in die Ferne schweifen zu lassen: „Die Situation wird auch wieder vorbeigehen“, sagt Pauli. Auch Lara Brammertz übt sich mit ihren Schützlingen in Vorfreude und stellt fest, dass viele erstaunlich geduldig seien: „Geteiltes Leid ist halbes Leid – noch nie hat dieser Satz besser gepasst als heute. Denn gerade muss jeder auf vieles verzichten.“ Wichtig sei nicht, dass alle Hausaufgaben erledigt würden: „Am Ende ist nicht entscheidend, was die Jugendlichen gelernt, sondern wie sie sich dabei gefühlt haben.“