Rurberg/Woffelsbach: Wenn der Rursee wieder in Flammen steht

Rurberg/Woffelsbach: Wenn der Rursee wieder in Flammen steht

Als sich am späten Samstagabend der Rauch von der Wasserfläche des Rursees verzogen hatte und wenig später die Perlenkette der Autoscheinwerfer sich vom Tal hinauf schob, da durften alle glücklich und zufrieden sein, denn die nach Schätzungen von Beobachtern rund 25.000 Besucher hatten ein fantastisches und buntes Rurseefest erlebt.

Rechnet man die weiteren Veranstaltungen rund um das Fest von Donnerstag bis Sonntag hinzu, dann kommen noch einmal Tausende hinzu, die an diesen Tagen die Rurseeorte Woffelsbach und Rurberg von ihrer schönsten Seite erleben durften.

Die Besucher erlebten am Samstag eine perfekte sommerliche Atmosphäre, besser hätten die äußeren Bedingungen nicht sein können. Es fehlte nicht an Abwechslung, um sich die Zeit bis zum Feuerwerk zu vertreiben. In der Budengasse an der Rurberger Seeuferstraße herrschte dichtes Gedränge, und immer wieder durften die Gäste mit hereinbrechender Dämmerung den Blick auf das Wasser mit den Segelbooten und beiden festlich beleuchteten Fahrgastschiffen der Rurseeschifffahrt genießen. Hier wurde mit Stimmungsmusik die Vorfreude gesteigert, und sogar ein Polonaise zog über das Oberdeck der Stella Maris. Wenige Minuten vor dem Feuerwerk herrschte dann gespannte Ruhe. Die Schaulustigen hatten sich ihren Platz am weitläufigen Ufer gesichert und genossen die herrliche Aussicht.

Auf dem Paulushofdamm beziehungsweise auf der Seemitte in Woffelsbach hatten sich derweil die Feuerwerker aus Erkelenz, die bereits zum vierten Mal für das Himmelsspektakel beim „Rursee in Flammen“ sorgten, in Position gebracht. „Wir wollen jedes Jahr für ein wenig Abwechslung sorgen“, sagte Feuerwerker Raphael Müller, während er die Zündmaschine vorbereitete. Knapp 3000 Schuss standen hier bereit, „Wenn wir am Ende Applaus erhalten, dann haben wir die Herausforderung gemeistert“, sah Müller dem 15-minütigen Lichterzauber gelassen entgegen, zumal die Bedingungen perfekt waren. Weder ein Wolkenbruch noch Starkwind waren an diesem Abend zu befürchten. Nur großkalibrige Bomben stiegen in den Abendhimmel, Raketen wurden aus Sicherheitsgründen nicht mehr gezündet.

Beleuchtete Fontänen

Gleich neben dem Feuerwerksplatz hatten Feuerwehr und THW ihren großen Auftritt. Zwei Kubikmeter Wasser pro Minute wurden aus dem Obersee gezogen, die sich im hohem Bogen, von 20 Strahlrohren befördert, in den gegenüberliegenden Rursee ergossen. 480.000 Liter wechselten an diesem Abend die Seite. „Wir versuchen jedes Jahr den Obersee leerzupumpen“, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Gerd Hüpgen aus Einruhr lachend, „aber wir schaffen es einfach nicht.“ Ein großes Spektakel waren die später noch beleuchteten Seewasserfontänen allemal, wenn nicht gerade der Wind drehte. 50 Feuerwehrleute aus der Gemeinde Simmerath und 40 THW-Helfer aus Simmerath und Herzogenrath sorgten für das nasse Spektakel.

Auch Bernd Bongard, der Leiter des vom Veranstalter organisierten Ordnungsdienstes mit insgesamt 40 Helfern, schaute mal vorbei. Er war den ganzen Abend über mit dem Fahrrad auf Achse. Er und seine Mannschaft verlebten einen ruhigen Abend, auch wenn Bongard sich einige Mal über Autofahrer wundern musste, die gegen die Einbahnstraße fuhren oder kurzerhand eine Absperrung beiseite schoben, um noch ein paar Meter näher ans Festgelände zu kommen. Und dann gab es da noch die Leute, die versuchten, die Einlasspunkte zu umgehen, um die zwei Euro für das Eintrittsbändchen zu sparen. Da konnte Bongard nur mit dem Kopf schütteln: „Von diesen Einnahmen wird schließlich das Fest finanziert.“

Einen relativ entspannten Eindruck machte auch die Mannschaft des Simmerather Ordnungsamtes. Falschparker blieben die Ausnahme. Ein Autofahrer allerdings hatte riesiges Glück. Sein am Rurseezentrum geparkter Wagen setzte sich plötzlich in Bewegung. Zum Glück kam er genau an einem Einbahnstraßenschild zum Stillstand, sonst wäre der Wagen Richtung Liegewiese gerollt.

Absoluter Anziehungspunkt für die Besucher war die Hauptbühne am Rurseezentrum, wo viele es sich auf der Wiese gemütlich gemacht hatten, und dicht gedrängt mit Picknick und guter Laune für Festival-Stimmung sorgten, während die Band „For Example“ ihre mitreißende Show ablieferte.

Ganz anders dagegen das Bild in Woffelsbach. Hier war man weit von Gedränge entfernt und konnte gemütlich am Seeufer entlang schlendern und dem Drachenbootrennen zuschauen. Da gegenüber dem Vorjahr am Seeufer noch einige Buden weniger aufgeschlagen hatten, war der Andrang überschaubar, zumal am Haus Rurseeklänge die Musik spielte.

Wünsche der Besucher

Mit viel Beifall wurde am Ende das Feuerwerk quittiert, auch wenn der Wunsch eines Besuchers unerfüllt blieb: „Die letzte Rakete hätte eigentlich schwarz-rot-gold sein müssen.“ Und auch ein weiterer Wunsch ließ sich nicht erfüllen. Immer wieder versuchen Leute, nach dem Feuerwerk in Rurberg hinüber nach Woffelsbach zu laufen, um das zweite Feuerwerk zu erleben. Das ist beim besten Willen nicht zu schaffen, aber ein gutes Konditionstraining zu vorgerückter Stunde.