Nordeifel: Wenn der Damm bricht: 38 Meter hohe Flutwelle rast ins Rurtal

Nordeifel: Wenn der Damm bricht: 38 Meter hohe Flutwelle rast ins Rurtal

Nur mal angenommen. Was würde passieren, wenn die Staumauer der Rurtalsperre bricht und sich 200 Millionen Kubikmeter Wasser ihren Weg bahnen?

Wie ein Tsunami würde eine 38 Meter hohe Flutwelle mit hoher Geschwindigkeit losrollen und binnen kürzester Zeit Heimbach erreichen. Nach drei Stunden käme sie, mittlerweile deutlich niedriger, in Düren an. Vom Rurtal wäre nicht mehr viel übrig.

Doch es gibt keinen Grund zur Panik, denn, so Herbert Polczyk vom Wasserverband Eifel-Rur (WVER), es handelt sich bei diesem Szenario um eine „rein theoretische Berechnung eines Restrisikos”, das eine Talsperre nun einmal birgt. Es gilt für Ereignisse „jenseits des Denkbaren”.

Gerade nach dem jüngsten Bruch des Witka-Staudamms in Polen wurden vermehrt bange Fragen laut, wie groß die Gefahr in der Eifel sei. Herbert Polczyk: „Es gibt keinerlei Veranlassung, diesen Fall ernsthaft anzunehmen.” Die Rurtalsperre sei sicher.

Sicherheit steht auch bei der Dreilägerbachtalsperre der WAG in Roetgen und bei der Perlenbachtalsperre des Wasserverbandes Perlenbach in Monschau obenan.

Walter Dautzenberg von der WAG räumte zwar ein, nicht wie der WVER die Höhe der Flutwelle im Falle eines Dammbruchs errechnet zu haben, doch gebe es aus den regelmäßigen Sicherheitsberichten über das Bauwerk und dem jährlich Talsperren-TÜV ausreichend Informationen, um sagen zu können, dass auch die Dreilägerbachtalsperre sicher sei. Außerdem müsse die WAG jährlich ein Gutachten erstellen lassen, das die Sicherheit der Talsperre belege.

Einen solchen Aufwand wie der WVER habe der Perlenbachverband nicht betrieben. Dafür, so Derk Buchsteiner, sei der Stausee in Monschau „eine Nummer zu klein”. Deshalb habe man davon Abstand genommen. Mit der jüngsten Testierung der hundertjährigen Stauerlaubnis für den Perlenbachverband sei nochmals festgestellt worden, dass nach baulichen Erkenntnissen und menschlichem Ermessen die Talsperre sicher sei. Auch gehöre der Steine-Schütt-Damm, wie auch der in Schwammenauel, „zum mit Abstand sichersten”, was man beim Talsperrenbau bekommen könne. Buchsteiner: „Hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Es bleibt immer ein Lebensrisiko.”

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