Nordeifel: Weniger Austritte, aber auch weniger Katholiken

Nordeifel : Weniger Austritte, aber auch weniger Katholiken

Die Zahl der Kirchenaustritte ist in der Nordeifel im Jahr 2017 deutlich zurückgegangen. Zumindest leicht gesunken ist aber auch die Zahl der Katholiken in den Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath sowie auch die Zahl der Gottesdienstbesucher. Dies geht aus der jüngsten Statistik des Bischöflichen Generalvikariats im Bistum Aachen hervor.

Die Statistik des Bistums Aachen stützt sich bei den zugrunde gelegten Bevölkerungszahlen auf das Landesamt für Datenstatistik, nach dem die drei Eifelkommunen zur Jahresmitte insgesamt 35.788 Bürger (Monschau 11.891, Roetgen 8592, Simmerath 15.305) zählten. Nach der aktuellen Erhebung gehörten davon im vergangenen Jahr 24.063 (67,24 Prozent) Menschen der katholischen Kirche an — 208 weniger als 2016. Die Zahl der Katholiken entwickelte sich recht unterschiedlich in den einzelnen Kommunen. In Simmerath ging die Zahl der Katholiken bei einem Bevölkerungsrückgang von 36 Einwohnern um 35 Gläubige zurück. In Roetgen stieg die Einwohnerzahl um 34, die Zahl der Katholiken sank hingegen leicht (-4). Die Stadt Monschau verlor im letzten Jahr 265 Einwohner, die Zahl der Katholiken sank im gleichen Zeitraum um 169.

Gleichwohl ist der Anteil der Katholiken an der Bevölkerungszahl in Monschau nach wie vor am höchsten und 2017 sogar noch leicht (+ 0,21 Prozent je 100 Einwohner) auf 73,38 Prozent angewachsen. In Simmerath sind es 69,64 Prozent (-0,3 Prozent/absolut -35), in der Gemeinde Roetgen 54,69 Prozent (-0,26) je 100 Einwohner.

Auffällig in der aktuellen Statistik ist, dass in der Eifel deutlich weniger Menschen der Kirche den Rücken kehrten und austraten. In Monschau waren dies 2017 nur noch 18 Personen gegenüber 46 im Jahr davor. Auch in Simmerath verzeichnete man nur noch 38 Austritte gegenüber 57 in 2016; in Roetgen waren es 27 Austritte nach 33 im Jahr davor. Auch die gesunkenen Austrittszahlen konnten jedoch nicht im geringsten durch die Zahl der Eintritte (einer in Monschau, null in Simmerath und Roetgen) oder der Wiederaufnahmen (eine in Simmerath, zwei in Roetgen, null in Monschau) aufgefangen werden.

Unterschiedlich entwickelte sich in den Kommunen die Zahl der Gottesdienstbesucher. Dabei liegt die absolute und die prozentuale Zahl der Gottesdienstbesucher in der Gemeinde Simmerath (gleichbedeutend mit der GdG Simmerath) deutlich höher als in Monschau und Roetgen. 1611 Gottesdienstbesucher (-49/-0,3 Prozent) bedeuten trotz Rückgangs immer noch einen Anteil von 15,12 Prozent je 100 Katholiken. In der Stadt (bzw. GdG) Monschau zählte man nur 594 (-8) Gottesdienstbesucher, was 6,81 Prozent der Katholiken entspricht. In Roetgen stieg die Zahl der Gottesdienstbesucher auf niedrigem Niveau leicht an, nämlich von 238 auf 265 (+11,3 Prozent).

48 Mal das Ja-Wort

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Zahl der kirchlichen Trauungen im vergangenen Jahr um zehn auf 48 Ja-Worte vor Gott anstieg. Eher der demografischen Entwicklung geschuldet ist die konstante Zahl der Taufen (203/unverändert), der Bestattungen (261/-24), der Firmungen (66/-30) und der Erstkommunionkinder (186/-4).

(hes)
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