Nordeifel: Wasserwerk Perlenbach: Netzerneuerung schreitet voran

Nordeifel: Wasserwerk Perlenbach: Netzerneuerung schreitet voran

Das 630 Kilometer lange Wasserleitungsnetz des Wasserversorgungszweckverbandes Perlenbach verfügt über alle Altersklassen. Manche Leitungen sind über 100 Jahre alt, andere gerade mal ein Jahr. Das Auswechseln von Haupt- und Ortsnetzleitungen gehört zum Tagesgeschäft des Nordeifeler Wasserversorgers, dessen Versorgungsgebiet sich über 400 Quadratkilometer erstreckt.

In rund 50 Orten und Ortslagen in den Kommunen Hürtgenwald, Kreuzau, Nideggen, Heimbach, Roetgen, Monschau und Simmerath werden rund 50.000 Kunden mit Perlbachwasser versorgt.

Bei der Erneuerung des Leitungsnetzes soll in Zukunft aber deutlich mehr Druck gemacht werden. Die Erneuerungsrate soll im kommenden Jahr auf mindestens 0,75 Prozent geschraubt werden. Das entspricht rund 4,4 Kilometer neuen Leitungen. In diesem Jahr wird die Erneuerungsquote bei 0,82 Prozent (5,2 Kilometer) liegen. Langfristiges Ziel ist es, das gesamte Perlenbach-Netz in einem Zeitraum von 100 Jahren einmal komplett auszuwechseln.

Die schlechtesten Leitungen genießen Vorrang, aber auch im Zuge von Erschließungsarbeiten anderer Versorger in den Kommunen will das Wasserwerk die Chance nutzen, bei ohnehin anstehenden Tiefbauarbeiten auch gleichzeitig seine Leitungen auszuwechseln. Mit insgesamt 2,4 Millionen Euro ist die Netzerneuerung und -unterhaltung auch zugleich der größte Investitionsposten im Wirtschaftsplan 2015, der jetzt im Betriebsausschuss beraten wurde. Eine weitere kostenintensive Maßnahme darin ist die Erneuerung des Hochbehälters Hasenfeld (400.000 Euro).

Obwohl die Einwohnerzahlen im Versorgungsgebiet kontinuierlich zurückgehen (durchschnittlich gut 200 Einwohner pro Jahr), ist der Perlenbachverband wirtschaftlich weiter gut aufgestellt, denn 122 neue Hausanschlüsse sind eingeplant. Mit dem Ferienpark Eifeler Tor in Heimbach kam zudem ein nennenswerter Großabnehmer hinzu. Der durchschnittliche Wasserverkauf pro Jahr und Einwohner hat sich zwischenzeitlich auf 45 Kubikmeter eingependelt. Das Wasserwerk Perlenbach erwartet 2015 mit 3,2 Millionen Euro Wassergeld-Einnahmen eine seit Jahren stabile Größenordnung.

Eine Erhöhung des Wasserpreises (die letzte erfolgte 2012) ist dank sparsamen Wirtschaftens bis einschließlich 2016 nicht vorgesehen; danach aber wird sie aber unvermeidlich sein. Zu gut wirtschaften im Sinne einer Gewinnerzielungsabsicht aber darf das Wasserwerk Perlenbach nicht, weshalb auch für 2015 ein Jahresfehlbetrag von 190-000 Euro einkalkuliert wird. Nach vier Jahren mit positiven Abschlüssen muss jetzt Schluss sein, sonst ist der Verband gewerbesteuerpflichtig.

(P. St.)
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