Wasserwerk Perlenbach investiert 8 Millionen Euro

Tempo bei der Netzerneuerung : Wasserwerk Perlenbach investiert acht Millionen Euro

Mit einem Volumen von 11,3 Millionen Euro in den Einnahmen und Ausgaben schließt der Vermögensplan beim Wasserversorgungszweckverband Perlenbach ab. Dem Wirtschaftsplan für das Jahr 2019 stimmte jetzt der Betriebsausschuss einstimmig zu.

Die Rubrik „Verteilungsanlagen“ bildet dabei die größte Position des Vermögensplans. Die Bautätigkeit der Kommunen in vielen Bereichen des Versorgungsgebietes bedeutet auch für das Wasserwerk Perlenbach hohe Investitionen. Insgesamt 8,26 Millionen Euro sind für das nächste Jahr eingeplant. Mit 1700 Metern an neuen Versorgungsleitungen rechnet der Verband, was 323.000 Euro an Kosten verursacht. Den dicksten Brocken aber bildet die Erneuerung von Leitungen.

Das rund 630 Kilometer lange Wasserleitungsnetz des Wasserversorgungszweckverbandes Perlenbach im 400 Quadratkilometer großen Versorgungsgebiet verfügt über Wasserleitungen aller Altersklassen. Manche sind über 100 Jahre alt. Große Wasserverluste und aufwendige Reparaturen sind oft die Folge. Bereits vor vier Jahren hat daher trotz damit verbundener beträchtlicher Investitionen die Verbandsversammlung beschlossen, die Erneuerungsrate deutlich zu erhöhen.

Im kommenden Jahr sollen etwa 1,85 Prozent des Netzes ausgetauscht werden: Das entspricht etwa 11 Kilometer Haupt- und Ortsnetzleitungen. Über 4 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. 155 Neuanschlüsse sowie 614 Umklemmungen sind 2019 vorgesehen. Dafür sind 2,3 Millionen Euro eingeplant. 600.000 Euro sollen in den Neubau eines Hochbehälters investiert werden. Die Sanierung und Erneuerung der Hochbehälter als Zwischenspeicher für das Trinkwasser ist ebenfalls eine dauerhafte Aufgabe für das Wasserwerk. In den zurückliegenden 14 Jahren wurden 2,1 Millionen Euro dafür investiert. Damit ist bislang die Erneuerung aller Behälter knapp zur Hälfte abgeschlossen.

Wasser für knapp 50.000 Menschen

In rund 50 Orten und Ortslagen in den Kommunen Hürtgenwald, Kreuzau, Nideggen, Heimbach, Roetgen, Monschau und Simmerath werden 49.300 Bürger (19.000 Kunden) mit Perlbachwasser versorgt. An Erlösen aus dem Wasserverkauf plant das Wasserwerk knapp 3,2 Millionen Euro ein. Pro Person geht das Unternehmen von einem Wasserverbrauch in Höhe von 46 Kubikmetern pro Jahr und Person aus.

Der sogenannte Arbeitspreis für einen Kubikmeter Perlenbachwasser liegt seit 2005 unverändert bei 1,40 Euro. Hinzu kommt dann noch der jährliche Grundpreis für den Wasserzähler in Höhe von 144 Euro. Diese Gebühr ist seit dem Jahr 2012, als die letzte Wasserpreiserhöhung stattfand, unverändert. Aktuell liegt der Wasserpreis bei 2,69 Euro/Kubikmeter (s. Box).

Auf die Frage von Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter, wie denn die im Wirtschaftsplan 2019 eingestellte Erhöhung der Lohnkosten um 15 Prozent bei sinkenden Erträgen in Übereinstimmung zu bringen sei, erläuterte Betriebsleiter Derk Buchsteiner, dass bereits im Vorgriff zwei neue Planstellen in Erwartung des Ausscheidens von zwei Mitarbeitern (2019 und 2020) besetzt worden seien. Die Lohnsteigerung schlage lediglich in einer Übergangsphase von einem bis anderthalb Jahre zu Buche. Buchsteiner sprach von einem „wirtschaftlich sinnvollen Effekt“. Bei den höheren Lohnkosten seien auch 65.000 Euro Krankengeld zu berücksichtigen – für den Betriebsleiter eine direkte Folge des älter werdenden Mitarbeiterstamms.

Neues Ableseverfahren

Den Rückgang bei den Erträgen erklärte er mit der Tatsache, dass der Wasserverband verstärkt zu Eigenleistung bei Baumaßnahmen übergehen und die Vergabe an Fremdfirmen reduzieren wolle. Ein neue organisatorische Herausforderung kommt auf das Wasserwerk im Laufe des Jahres zu, wenn die Kunden erstmals aufgefordert werden, per Selbstablesekarte ihren Verbrauch zu benennen. Der Verbrauch kann alternativ auch online mitgeteilt werden. In der Umstellungsphase rechnet das Wasserwerk damit, dass sich bis zu 600 Kunden zudem telefonisch in Zusammenhang mit dem neuen Verfahren melden werden.

(P. St.)