Wasserstand der Kalltalsperre kein Grund zur Beunruhigung

Indian-Summer an der Kalltalsperre : Wasserstand gibt keinen Grund zur Beunruhigung

Auch wenn sie etwas abseits liegt, ist die Kalltalsperre nach wie vor ein beliebtes Ziel für Wanderer, Jogger, Reiter und Radfahrer, die hier vor allem die Ruhe abseits des am Wochenende oft einsetzenden Massentourismus schätzen.

Momentan bietet der etwa sieben Kilometer lange Rundweg um den Trinkwasserspeicher im goldenen Oktober ein von vielen herbstlichen Farben geprägtes Bild. Aber auch an der Kalltalsperre, die von der Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH (WAG), eine 50-Prozent-Tochter der Enwor GmbH und 50-Prozent-Tochter der Stadtwerke Aachen, betrieben wird, sieht man die Auswirkungen der seit Monaten anhaltenden Trockenperiode.

Der Wasserpegel der Talsperre, die ein Speichervolumen von 2,1 Millionen Kubikmeter hat und damit fast drei Mal mehr fasst als die Perlenbachtalsperre (800.000), ist unübersehbar gefallen. Der Entnahmeturm ragt seit geraumer Zeit weit über den Wasserspiegel hinaus. Im Juli befanden sich laut Mitteilung von Betriebsleiter Dirk Delsemmé von der Firma Enwor in der Talsperre noch 1,5 Millionen Kubikmeter. Allerdings braucht man sich um ein „Trockenlaufen" des zwischen Rollesbroich und Lammersdorf liegenden Wasserspeichers keine Sorgen zu machen, da zwischen dem Obersee der Rurtalsperre und der Kalltalsperre mit Anschluss an die Roetgener Dreilägerbachtalsperre ein ausgeklügeltes Verbundsystem besteht. Von der Kalltalsperre wird das Rohwasser dann durch den sechs Kilometer langen Kalltalstollen, der eine komfortable Höhe von knapp zwei Metern hat, in die Dreilägerbachtalsperre geleitet.

Jährlich werden bis zu 28,5 Millionen Kubikmeter Rohwasser aus dem Obersee entnommen. Das Pumpwerk Rurberg, direkt am Überlauf des Paulushofdammes gelegen, spielt dabei eine wichtige Rolle. Hier schlägt das Herz der Trinkwasserversorgung, da hier nicht nur das Wasser des Obersees entnommen wird, sondern es mit gewaltigem Druck durch ein Rohr von einem Meter Durchmesser mittels gewaltiger Pumpen vom tiefer gelegenen Rursee über 1,2 Kilometer 160 Meter hoch auf die Höhe von Kesternich befördert wird. Von dort gelangt das Rohwasser dann über die vier Kilometer lange sogenannte Rurüberleitung durch den fast gleich langen in den 1950er Jahren gebauten Heinrich-Geis-Stollen in die Kalltalsperre.

(ho)