Monschau: Vor der Schließung: Schlecker-Filiale wird geplündert

Monschau: Vor der Schließung: Schlecker-Filiale wird geplündert

Die Tage der kleinen Schlecker-Filiale in der Monschauer Altstadt sind gezählt. Offizieller Schließungstermin des Ladens am Holzmarkt, vis-a-vis zum Haus Troistorff, ist offenbar der 25. Januar, wie nun die Kunden und Angestellten nun erfahren haben.

Wie schon Anfang Dezember berichtet, war nach Schließung der Schlecker-Filiale in Simmerath im Herbst wqenig später auch der Monschauer Standort ins Visier der Konzern-Optimierer geraten. „Schlecker steht vor massiven Finanzproblemen”, titelte Anfang Dezember „Spiegel Online” und berichtete: „Der Drogerie-Riese Schlecker hat nach Spiegel-Informationen massive Liquiditätsprobleme. Waren werden zwischen den Filialen hin- und hergeschoben, und Unternehmenschef Anton Schlecker soll bereits einige Millionen Euro zugeschossen haben.”

Drei Jahre in Folge habe Schlecker bereits Verlust gemacht, jeden Monat würden Filialen geschlossen, so das Internetportal der Zeitschrift. Doch die Lage bei der größten deutschen Drogeriemarktkette sei „offenbar noch dramatischer als bislang bekannt”, wie es weiter heißt: „Allein im November musste der Drogeriekonzern rund 400 Filialen schließen, im Dezember und Januar sollen weitere 200 verschwinden”, kündigte Spiegel Online” an.

Und dazu gehört offensichtlich auch die Filiale in der Altstadt. Auch dort, so berichten Kunden, hatten sich in den schon vor Weihnachten seltsame Dinge abgespielt. „Die Mitarbeiterinnen hatten gerade die Warenlieferung in die Regale geräumt, da fuhren Lkws von anderen Filialen und XXL-Läden vor und räumten alles wieder aus”, schildert Uschi Bongard-Gillessen, die einen Friseurladen in der Altstadt betereibt, die Vorgänge.

In den letzten Tagen nun erreichte gar keine Lieferung mehr die Filiale Monschau, so dass die Regale weitgehend leer gefegt sind. Grund der Räumungsaktionen scheinen massive Liquiditätsprobleme zu sein: Schlecker zieht aus den geschlossenen Filialen die Waren ab, um die Regale der noch offenen Läden zu bestücken. So sollen Produkte im Wert von bis zu 180 Millionen Euro neu verteilt werden, bestätigte das Unternehmen. Dies geschehe „aus logistischen und betriebswirtschaftlichen Gründen”, die Filialschließungen seien Teil der angekündigten Umstrukturierung.

„Warum der Laden überhaupt noch öffnet und die Mitarbeiterin dort ihre Zeit absitzen müssen, weiß der Himmel”, so die Monschauer Geschäftsfrau, die „stinksauer” ist, „dass damit der letzte Laden aus der Altstadt verschwindet, wo man noch eine Rolle Klopapier kaufen konnte”. Jedoch sei die Schließung nicht nur für sie, sondern vor allem auch für die älteren Bewohner in Monschau, für Selbstversorger-Touristen und für die Besucher der Jugendherbergen ein „echtes Problem”, so Uschi Bongard-Gillessen.

Gemeinsam mit anderen Geschäftsleuten und Bürgern der Altstadt bemüht sie sich derzeit um einen neuen Markt in der bald leer stehenden Schlecker-Filiale. Diesbezüglich stünde man unter anderem in Kontakt mit der Edeka-Kette, die offenbar nicht abgeneigt sei, in Monschau einen Laden einzurichten.

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