Rott: Von Karnevals-Diaspora zur närrischen Hochburg

Rott : Von Karnevals-Diaspora zur närrischen Hochburg

„Von der Karnevals-Diaspora bis zur närrischen Hochburg“, diese Schlagzeile ist für die KG Elferrat Rott typisch, sie dokumentiert deren Entwicklungsgeschichte von der Gründung bis zum stolzen Jubiläum „4x11 Jahre“ in dieser Session.

Und immer wieder taucht der Name „Hütten“ auf, wenn es sich um Karneval, Fastelovvend, Feste und Feten in Rott dreht. Besonders in der Zeit, als der SV Rott karnevalistische Tanzveranstaltungen abhielt.

Ende 1973 wurde es einigen Leuten im Dorf „einfach zu bunt“, bei ihnen reifte die Idee, aus den Mitgliedern des Sportvereins Rott einen eigenen Elferrat auf die Beine zu stellen. „Das war ein Signal für meinen Vater Josef Hütten“, erzählt Sohn Rudi Hütten. Unterstützung habe der „Anstifter“ von Annemarie Hütten bekommen. Der Weckruf der beiden Hüttens habe gefruchtet. Es wurde nach geeigneten Kandidaten Ausschau gehalten, diese gezielt angesprochen und deren Einverständnis eingeholt.

„Das hat toll hingehauen“, ist von Rudi Hütten, Willi Rogodinksi und Roland Westphal, allesamt Männer der ersten Stunde, bei einem Gespräch in der „Hütten“-Arena zu hören. Am 30. November 1974, also vor genau vier mal elf Jahren, ging es bei „Hütten“ mit der ersten Sitzung los. Im Elferrat saßen außer den drei vorgenannten „Karnevals-Dinos“ noch Karl-Heinz Schreiber, Franz-Josef Wirtz, Hans-Georg Meder, Hubert Hütten, Dieter Jacob, Bernd Thomas und Erwin Hütten. Für das Präsidentenamt hatte man mit Alo Kreft einen Vollblut-Karnevalisten an Land ziehen können. Die Aachener KG Löstige Elsässer stellte ihren Zeremonienmeister Rudi Wilms und ihr Tanzmariechen für die Premieren-Sitzung ab. Höhepunkt im Programm waren die „Zwei Mösche“, ein bekanntes Parodisten-Duo aus Aachen.

„Wir hatten ein total ausverkauftes Haus“, schwärmt Rudi Hütten. Diese Resonanz habe dazu geführt, in Sachen Auftretende die Fühler in Richtung Köln und Düsseldorf auszustrecken. Im Jahre 1982 wurde der Ur-Rotter Heinz Hütten Präsident, 1983 trat bereits eine eigene Kindertanzgruppe auf, trainiert von Roetgens Tanzmariechen Anne Plum. Im Laufe der 44 Jahre vollzogen sich regelmäßige Personalwechsel, Präsidenten gingen und kamen, die Elfer-Jubiläen wurden gebührend gefeiert. Und von Jahr zu Jahr wuchs das Programm. Top-Stars wie das Colonia-Duett und weitere Kanonen des rheinischen Karnevals gaben sich in Rott die Klinke in die Hand. Ob im Narrenpalast Hütten oder einige Jahre auch im großen Festzelt. Die Präsidenten Jürgen Schimanowski und später Hubert Hütten konnten aus dem Vollen schöpfen.

Übrigens: Reiner Jakobs, der „Singende Hirte“ aus Höfen, sei in Rott aufgetreten und groß herausgebracht worden. „Mit Stimmungsliedern natürlich“, lachen die drei. Die Vollblut-Karnevalisten Rudi Hütten, Willi Rogodinski und Roland Westphal schwelgen in Erinnerung, berichten von ungezählten schönen Stunden, die ihnen „kein Gerichtsvollzieher pfänden könne“.

Jetzt, mit Beginn der neuen Session 2017/18, wolle man das närrische Jubiläum natürlich groß feiern. 43 Mal sei bereits kräftig auf die Pauke gehauen worden, nun stünde der 44. Streich bevor. In Sachen Saalkarneval rangieren die Rotter Jonge längst in den Top Ten der närrischen Sitzungen. Festäng live ist angesagt. Am Samstag, 25. November, ab 20.11 Uhr, steigt in der „Hütten“-Arena eine große Sitzung, bei der sowohl Eigengewächse als auch Stars des rheinischen Karnevals für beste Stimmung sorgen werden.

Die Kinder- und Jugendtanzgruppe, das Kinder-Tanzpaar Lena & Lukas, Kindermariechen Laura, die amtierende Verbandsmeisterin, die große Tanzgarde sowie Tanzmarie Jessica, alles „Rotter Gewächse“, auf die man setzt und stolz zugleich ist. Weiter geht es mit einem „Tulpenheini“, einem Belgier, der sich selbst auf die Schippe nimmt. Zwei „lustige Vögel“ mit flotten Sprüchen, Emilio und Richy, hat Bauchredner Gerard im Gepäck. Aus Bad Hönnigen reisen zwei Spitzenredner an: „Der Eeen on der Anne“ servieren urkomische Zwiegespräche. Star des Abends ist zweifelsohne der Clown mit der Trompete, Bruce Kapusta, ein Einheizer von Format. Die Mundart-Band „Puddelrüh“ (Loss mer singe) heizt mit eigenen und gecoverten Liedern, Kölsch-Klassikern und Kölsch-Rock mächtig ein.

Hier gibt‘s Karten

Karten (15 Euro) gibt es am Samstag, 4. November, 12 bis 14 Uhr, im Vorverkauf in der Gaststätte „Zur Maus“. Danach Restkarten bei Rudi Hütten, Telefon 02471/3391 oder Telefon 0172/8824496, sowie ab dem 13. November im „Nahkauf“, Rott, und „Lesezeichen“, Roetgen.

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