Schmidt: Von der Polka bis zum „finale furioso”

Schmidt: Von der Polka bis zum „finale furioso”

Sie hatten sich vorgenommen, ihrem Publikum Freude zu bereiten, die Musik treibenden Vereine in Schmidt. Dies ist ihnen am Samstagabend wieder vorzüglich gelungen.

Ohne Gage treten alle auf, wenn im Frühling im Saal des „Schützenhof” die Musik spielt. Auch diesmal waren alle Plätze besetzt, als die ersten Töne erklangen. Von zünftiger Blasmusik über Chorgesang bis hin zu überraschenden Arrangements für Flöten und Trommeln war alles dabei, was Freunde der „leichten Muse” oder der Volksmusik gerne hören.

Gleich zu Anfang die „Postkutschenpolka”; da ging es bayrisch zu, und die Trompetensolisten des Musikvereins Frohsinn glänzten. Aber sie können auch anders: Swingend kamen die Bläser daher in einem munteren Medley mit „Hello Dolly” und „Mackie Messer”.

Breite Palette

Das Trommler- und Pfeiferkorps bewies mit seinen Vorträgen, dass es außer Marschmusik noch eine breite Palette von populärer Musik beherrscht, so zum Beispiel Filmmelodien aus dem „König der Löwen” und „Pocahontas”. Mutig hat das Korps neue Wege beschritten, der Schmidter Jan Reuter, der sich als Arrangeur betätigt, schrieb den „Schmidter Pfeifermarsch”, der nun seine Uraufführung erlebte, sehr zur Freude des Publikums.

Auch der Kirchenchor brachte einen Strauß von freudigen Melodien dar, frohe Klänge zum erwachenden Frühling. Viel Spaß hatten alle beim alten Volkslied „Der Kuckuck und der Esel”, das vom Dichter der deutschen Nationalhymne stammt - „Das klang so schön und lieblich!”

Tanzeinlage

Die Karnevalsgesellschaft schickte ihre Garde II, das Mariechen und das Synchrontanzpaar zum Musikabend. Hier sah man, wie in lebendiger Weise Musik wahrlich in die Beine ging, wie talentierte Tanzkünstlerinnen über die Bühne wirbelten, mit jugendlichem Schwung und erstaunlicher Elastizität - eine perfekte Werbung für die KG.

„Hoch auf dem gelben Wagen” hieß es, als die Eifelvereins-Ortsgruppe auftrat mit ihrem starken Männerchor und der Instrumentalgruppe. Engelbert Donnay, der die Formation seit Jahren leitet, versteht es immer wieder, mit volkstümlichen Weisen die Menschen zu begeistern; die Freude am Gesang ist hier wichtiger als Perfektionismus. Rosen waren ein zentrales Thema der Lieder, das Röslein auf der Heide, die Rosemarie und „Rut sin de Ruuse” - da war das Publikum ganz aus dem Häuschen!

Der Musikverein unter Leitung von Leo Bütz zog im wahrsten Sinne des Wortes alle Register, zu einem Walzer aus Tschechien durfte geschunkelt werden. „Hot and Sweet” war eine weitere Überraschung: Diesmal klangen Trommeln und Pfeifen karibisch, einschmeichelnd und sehr rhythmisch. Zusammen trug das Korps mit dem Musikverein den Marsch „Our Director” vor, ein tolles Klangerlebnis. Dann wurde die Bühne zu klein, als alle Musikanten und Sängerinnen und Sänger zum „finale furioso” das „Steigerlied” anstimmten.

Noch auf dem Heimweg hörte man manchen begeisterten Besucher singen: „Und er hat sein helles Licht bei der Nacht schon angezündet.”

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