Lammersdorf: Von der alten Brandhupe bis zum Martinshorn

Lammersdorf: Von der alten Brandhupe bis zum Martinshorn

Ohne Feuer aber trotzdem heiß hergehen soll es bei der Lammersdorfer Feuerwehr vom 12. bis 14. Juli, wenn sie auf ihrem Gelände an der Hoscheidter Straße ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Der aktiven Wehr gehören im Jubiläumsjahr 32 Personen unter Leitung von Löschgruppenführer Lutz Johnen an.

Von einer solchen Ausrüstung konnten die Lammersdorfer „Feuerfighter“ im Gründungsjahr 1913 nur träumen. Wie überall in der Eifel gehörten damals Brandhörner und handbetriebene Feuerlöschspritzen, die für mehrere Orte zum Einsatz bereit standen, zur Standardausrüstung.

Nachdem Lammersdorf 1911 eine Wasserleitung erhalten hatte, stand am 12. Juli 1913 mit der Gründung der Wehr ein weiterer Fortschritt an. Im damaligen „Stadt- und Landboten“ ist hierzu festgehalten: „Zum Brandmeister der freiwilligen Feuerwehr ist seitens des hiesigen Gemeinderates Herr Holzhändler Karl Mertens von hier und zu dessen Stellvertreter Herr Dampfstraßenwalzenbesitzer Michael Wilden von hier gewählt worden“.

Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges dauerte es ab 1924 einige Jahre bis zum Wiederaufbau der Wehr. 30 aktive Wehrleute waren 1926 wieder dabei, worunter sich Josef Jansen als Hornist befand. Zum weiteren Inventar der Brandbekämpfer zählte unter anderem eine fahrbare Spritze, ein Schlauchwagen, eine Leiter, sechs Eimer und 50 Meter Schlauch.

1930 erfolgte der vierte Führungswechsel an der Spitze der Löschgruppe. Hubert Völl übergab sein Amt an Johann Radermacher. In diesem Jahr fand in Lammersdorf auch das Kreisfeuerwehrverbandsfest statt, das in großem Rahmen mit vielen Festivitäten nebst Fackelzug gefeiert wurde.

Einige Monate nach Ende des 2. Weltkrieges mussten die Lammersdorfer Wehrmänner die wohl grauenhafteste Arbeit ihrer Geschichte verrichten. Nach Aufforderung durch die alliierte Besatzungsmacht hatte man die Überreste der Gefallenen aufzuspüren und zu bergen. Die Ausrüstung der Wehr war zu diesem Zeitpunkt so miserabel, dass man bei dem Großbrand bei der Firma Junker im Jahre 1949 Feuerwehren aus Aachen, Würselen und Monschau zu Hilfe rufen musste.

1952 war die Ausrüstungslage schon wesentlich besser geworden und Josef Strauch übernahm die Leitung der Löschgruppe, die wieder um die 30 Wehrleute umfasste. Ein Meilenstein in den Annalen der Laimischter Feuerwehr ist sicherlich die Einweihung des Feuerwehrgerätehauses Im Pohl am 3. November 1957. Endlich konnte man dort die Geräte, die bis dahin in einem Schuppen hinter der Schule, der heutigen Sparkasse, untergebracht waren, lagern. 1959 erhielt die 41 Mann starke Wehr dann auch ein modernes Tanklöschfahrzeug (TLF16).

Nach zwölf Jahren erfolgte 1964 ein weiterer Wechsel an der Spitze der Löschgruppe. Horst Mathar, der dieses Amt bis 1984 ausübte, stand nun der Wehr vor. In dieser Zeit erfolge auch der Ausbau des Alarmierungssystems und die Bekämpfung von Ölunfällen erlangte erhöhte Priorität. Neben bereitgestellten Ölabsorptionsmitteln hatten die Wehren auf behördliche Anordnung fünf Sack Sägemehl, Stroh und Heu für Ölschäden in Bereitschaft zu halten. Großer Festakt schließlich am 30. Januar 1972. An der Hoscheidter Straße wurde das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht, mit dem man eine moderne Basis zur Verfügung hatte.

Ab 1984 stand Josef Läufer an der Spitze der Löschgruppe, die auch unter seiner Leitung immer wieder ihren hohen Leistungsstandard bei vielfältigen Einsätzen dokumentierte.

Ein Orkantief im Jahre 1990 konfrontierte die Wehr mit umgestürzten Bäumen, Bauwagen und blockierten Straßen. Im Folgejahr wurden in Lammersdorf ein Gerätewagen „Gefahrgut“ und eine Gefahrgutgruppe installiert.

Vielen wird auch noch der Großbrand im Hoscheidter Venn Ende April 1990 in Erinnerung sein, wo die Lammersdorfer Wehr mit Einsatzkräften aus Belgien und der Städteregion bis an den Rand der Erschöpfung gegen die Flammen kämpfte.

Die Notwasserversorgung zwischen Olef- und Perlenbachtalsperre im September 1999 ist in den Annalen der Wehr ebenso als besonderes Ereignis hervorgehoben, wie der Großbrand im Sägewerk Linzenich in Paustenbach im Jahre 2005 und der Großeinsatz beim Orkantief Kyrill im Jahre 2007.

Seit dem Beginn der Zählung der Einsätze im Jahr 1954 rückte die Lammersdorfer Wehr bisher 928 Mal zu Einsätzen aus. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.feuerwehr-lammersdorf.dehttp://www.feuerwehr-lammersdorf.de

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