Monschau: Vom Kurswechsel der Kunst in Monschau

Monschau : Vom Kurswechsel der Kunst in Monschau

Die Kunstaktion „Christo in Monschau“, inzwischen liegt sie 47 Jahre zurück, ist derzeit in der Altstadt wieder ein Thema. Grund dafür ist die aktuelle Ausstellung in der Galerie Beumers, die noch bis zum 10. Mai dauert.

Initiiert und konzipiert wurde die Ausstellung vom Monschauer Journalisten Kaspar Vallot, der seinerzeit als Mitglied des Kunstkreises Monschaus wesentlichen Anteil daran hatte, dass die zeitgenössische Kunst in Monschau trotz großer Widerstände in der Bevölkerung Fuß fassen konnte.

Schon bei der Ausstellungseröffnung am 10. März ließ Vallot in einem Vortrag die Erinnerung an jene bewegende Zeit aufleben. Nun soll ein zweiter Vortrag folgen. Wieder geht es um das Christo-Projekt Monschau, aber auch um die Rolle der zeitgenössischen Kunst. Alle Interessenten sind dazu eingeladen. Der Vortrag findet statt am Samstag, 7. April, um 16 Uhr in der Galerie Beumers in Monschau, Laufenstraße.

Umbruch vor 50 Jahren

Der Kunstkreis Monschau, im Jahr 1968 gegründet, hat in den wenigen Jahren seines Bestehens die Kunstszene in Monschau auf den Kopf gestellt. Auch an diese Zeit kann sich Kaspar Vallot gut erinnern. Die Ausstellungen des Kunstkreises Monschau nach herkömmlicher Art fanden kein Echo mehr. „Ich riet dem Vorsitzenden Herbert Isaac zu einem Kurswechsel hin zur zeitgenössischen Kunst“, erinnert sich Kaspar Vallot.

Die „Pop-Art“ war Ende der 1960er Jahre das Maß aller Dinge. Mit dieser Richtungsänderung war aber die Mehrheit des Kunstkreises nicht einverstanden, und viele Mitglieder zogen sich zurück. Andere wollten abwarten, wie sich die Dinge entwickeln würden, und sich erst später entscheiden. Bürgermeister Isaac hatte ebenfalls Bedenken, gab Kaspar Vallot aber für die nächste Ausstellung freie Hand.

Kurze Zeit später folgte die erste Außenkunst-Ausstellung in Deutschland, nach einem Konzept von Klaus Honnef mit dem Titel „Umwelt-Akzente“ und dem Untertitel „Die Expansion der Kunst“. 39 Teilnehmer aus dem In- und Ausland waren vom 9. Mai bis 21. Juni 1970 dabei. Heftige Ablehnung durch die Bevölkerung schlug ihnen entgegen; überaus positiv war das Echo in der Fachpresse.

Für die nächste Ausstellung im Jahr 1971 wurde Dr. Willi Bongard als Vermittler gewonnen. Bongard stellte die Verbindung zu einem damals in Deutschland noch weitgehend unbekannten Künstler her, dem Verhüllungskünstler Christo. Bereits am 13. November 1970 lag in Monschau Christos Zusage vor. Sie lautete: „I am most certainly willing to do the job — wrapping the City of Monschau.“

Kaspar Vallot erinnert sich noch gut an die anspruchsvolle und aufwendige Vorbereitung des Projektes: „Christo erwies sich als ein Künstler, der so gut wie nicht zu beeinflussen ist. Er sieht in seiner Kunst einen Prozess, dessen Ende er bestimmt.“

Monschau hatte innerhalb von zwei Jahren zwei Kunstaktionen von Weltformat erlebt. Eine dritte Ausstellung mit dem Titel „Lichtspiele über Monschau“ war in Vorbereitung, aber die zeitgenössische Kunst war nach der kommunalen Neugliederung im Jahr 1972 von Monschaus neuem Stadtrat nicht mehr gewünscht.

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