Monschau: Vollsperrung: Große Belastungsprobe auf dem Burgring Monschau

Monschau: Vollsperrung: Große Belastungsprobe auf dem Burgring Monschau

Von langer Hand vorbereitet und schon einmal verschoben, wird es ab Mitte Oktober 2014 nun ernst auf dem Burgring Monschau. Dann wird, beginnend an der Biesweg-Kurve in Höhe des Vennbades, eine Großbaustelle eingerichtet, die über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren zur Belastungsprobe für Stadt und Anwohner werden dürfte.

Auf einer Länge von zwei Kilometern, vom Kreisverkehr Flora bis zum Biesweg, wird die Fahrbahndecke komplett saniert und die bislang dürftige Entwässerung komplett erneuert. Außerdem sind talseitig erhebliche Stützkonstruktionen an den überwiegend bereits vorhandenen Stützwänden aus Naturstein erforderlich. Die 10,5 Millionen Euro teure Maßnahme wird durch den Bund finanziert.

Der Burgring schlängelt sich um die tiefer Altstadt. Wie die Sanierung der Monschauer Umgehungsstraße ablaufen soll, gab der Landesbetrieb jetzt bei einer Bürgerinformation im Rathaus preis. Foto: P. Stollenwerk

Eigens ein Baubüro im Rathaus

Was die Beteiligten konkret erwartet erläuterte am Donnerstagabend das Team des Landesbetriebs Straßenbau im Rahmen einer Bürgerinformation. Rund 40 Interessierte fanden sich dazu im Monschauer Ratssaal ein, wo Projektleiter Arnd Meyer und seine Mitarbeiter Michael Becker, Helmut Schmitz und Oliver Frings detailliert und ohne Schönfärberei im Detail erläuterten, wie die Baumaßnahme umgesetzt wird. Während der zweijährigen Bauphase wird im Rathaus eigens ein Büro für die Bauleitung eingerichtet.

Am 10. Oktober geht es los: Dann wird zunächst die Fahrbahndecke zwischen Biesweg-Kurve und Einmündung St. Vither Straße erneuert. Die Erfordernis der umfangreichen Sanierung steht für die Straßenbauer außer Zweifel, „selbst wenn sie für den Laien nicht auf den ersten Blick erkennbar ist“, so Arnd Meyer. Risse und Ausbrüche haben sich gebildet, der Radweg kippt langsam aber sicher talseitig weg, und der Aussichtspunkt ist bereits seit längerer Zeit gesperrt, da er ebenfalls in Bewegung ist. Der so genannte Kaiserblick wird komplett abgetragen und neu aufgebaut.

Die Entwässerung soll ebenfalls nicht mehr dem Zufall überlassen werden, sondern über eine neue Sammelleitung zu beiden neuen Absetzbecken an der Laufenstraße und am Biesweg (der Wohnmobil-Parkplatz bleibt in vollem Umfang erhalten) geführt werden. Durch den anhaltenden Wassereintritt ist die Fahrbahn instabil geworden.

Ein Riesenproblem während der Bauarbeiten ist Verkehrsführung. Arnd Meyer versicherte, dass der Verkehrsfluss in der Regel einspurig mit Bauampeln aufrecht erhalten bleiben soll. Die einzelnen Bauabschnitte sollen nicht länger als 500 Meter sein. Ohne Vollsperrung aber wird es dennoch nicht gehen. Während der 14-tägigen Osterferien 2015 ist diese einschneidende Maßnahme erforderlich, um die Vorbereitung für die zusammengerechnet 15 Kilometer Felsbohrungen zu treffen. Weiterhin wird es beim Deckeneinbau an vier bis fünf Wochenende ebenfalls zu Vollsperrungen kommen wie auch an einzelnen Tagen zwischen acht und 11 Uhr, wenn Beton eingebaut wird.

Ab Flora wird eine Umleitung über Mützenich eingerichtet.

Härtefälle werden sich dennoch für die Anwohner nicht vermeiden lassen. So befürchtete eine Ferienwohnung-Vermieterin am Burgring massive Einbußen, wenn Gäste ihr Domizil nicht mehr erreichen könnten. Für solche Fälle sagte Bürgermeisterin Margareta Ritter die Hilfe der Stadt bei der Suche nach Individuallösungen zu.

Während des Weihnachtsmarktes soll der Burgring zweispurig befahrbar sein, und auch zur Monschau-Klassik sollen die Belastungen klein gehalten werden.

Am Ende der Informationsveranstaltung, die mit einer Filmvorführung über die legendären Burgringrennen zwischen 1948 und 1952 endete, hatte man den Eindruck, dass sich die Betroffenen weitgehend mit der bevorstehenden Großbaustelle arrangiert haben. Ändern können sie ohnehin nichts daran.

(P. St.)
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