Kesternich: Volksschule Kesternich: Noch mal zu Besuch im alten Klassenraum

Kesternich : Volksschule Kesternich: Noch mal zu Besuch im alten Klassenraum

Für zwölf Jungen und Mädchen aus Kesternich war der 1. April 1948 ein unvergesslicher Tag. An jenem Donnerstag wurde das Dutzend I-Dötze in der damaligen Volksschule Kesternich eingeschult. Der Zweite Weltkrieg war gerade erst einmal drei Jahre vorbei.

Schon längst haben die Schüler von damals das Rentenalter erreicht und sind heute zwischen 75 und 76 Jahre alt. Den Tag ihrer Einschulung vor 70 Jahren aber wollte die Schulklasse nicht tatenlos vorbeiziehen lassen; also traf man sich sieben Jahrzehnte später noch einmal an alter Wirkungsstätte.

Organisator Rolf Cremer konnte am vergangenen Donnerstag die ehemaligen Mitschüler noch einmal fast vollzählig im Kesternicher Schulgebäude begrüßen. Zwei Ehemalige waren der Einladung nicht gefolgt, zwei sind inzwischen gestorben.

Fast alle in Kesternich geblieben

Eingeschult wurden vor 70 Jahren Resi Müthrath, geb. Cremer, Irmgard Henn, geb. Jansen, Marliese Werker, geb. Breidenich, Melitta Krüttgen, geb. Küpper, Sigmar Strauch, Kurt Koll, Leo Reinartz, K.-Heinz Rosarius, Rolf Cremer, Ulrich Krings, Egon Schröder und Rolf Krings. Bemerkenswert ist, dass die Schüler fast alle ihrem Heimatort Kesternich treu geblieben sind.

Die „weiteste Anreise“ hatten Leo Reinartz aus Imgenbroich und Melitta Krüttgen aus Hechelscheid. Schon mehrmals ist die Klasse zu runden Jubiläen zusammengekommen, aber diesmal dürfte es das letzte Treffen im Kesternicher Schulgebäude gewesen sein. Nachdem die Schule im Sommer 2017 geschlossen worden war, gab es inzwischen einen Eigentümerwechsel. Die Städteregion Aachen baut das Gebäude zu einer Kindertagesstätte um, und die ersten Handwerker sind schon aktiv.

Die bereits begonnenen Renovierungsarbeiten aber konnten die ehemaligen Volksschüler nicht daran hindern, sich noch einmal zum Gruppenfoto im einstigen Klassenraum zu treffen, und es war für alle ein Leichtes, den Platz zu benennen, wo man vor 70 Jahren die Schulbank drückte.

Damit der Tag auch in nachhaltiger Erinnerung bleibt, ging es nach der kurzen Zusammenkunft in der Schule weiter zu einer Führung ins Bauernmuseum nach Lammersdorf. Den Ausklang des emotionalen Tages feierte man dann gemeinsam im Eifelhaus in Einruhr.

(P. St.)
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