Vogelsang: Vogelsang zeigt „Kulturfilme” des Dritten Reiches

Vogelsang: Vogelsang zeigt „Kulturfilme” des Dritten Reiches

Die langen Abende beginnen. Dazu passend startet Vogelsang ip am Dienstag, 3. November, 19 Uhr, die dunkle Jahreszeit mit der vierteiligen Reihe „Film-Winter” im Forum, Tagung I. Vogelsang ip präsentiert so genannte „Kulturfilme” des Dritten Reichs.

Sie zeigen bereits durch ihre ideologisch-emotional aufgeladenen Titel wesentliche Elemente nationalsozialistischer Massenbeeinflussungsstrategien. Jeder Film wird historisch-politisch und filmästhetisch kommentiert und in die NS-Ideologie eingeordnet. Nur deshalb dürfen sie überhaupt gezeigt werden.

Los geht es mit dem Thema „Aufwertung von Scholle und Natur” in das der vogelsang ip-Historiker Klaus Ring einführt. Er hat die Filme „Blut und Boden” (1933) von Rolf von Sonjevski-Jamrowski und „Ewiger Wald” (1936) von Hanns Springer / Rolf von Sonjevski-Jamrowski ausgewählt.

In „Blut und Boden” mischen sich in idyllische Bilder vom bäuerlichen Leben Spielszenen, die die Verelendung der bäuerlichen Bevölkerung in der Weimarer Republik dokumentieren sollen. Die durch das Finanzkapital landvertriebenen Bauern bilden in den molochartigen Großstädten ein arbeitsloses Proletariat. Die nationalsozialistische Wiederansiedlungspolitik in Ostdeutschland schafft einen zufriedenen und daher kinderreichen Bauernstand.

Die filmische Hymne „Ewiger Wald” an den „deutschen Wald” bedient alle romantischen und mythischen Klischees. In Spielszenen werden Stationen deutscher Geschichte von der Steinzeit bis zum Ersten Weltkrieg, die den Wald zum Thema haben, integriert. In der filmtechnisch aufwändigen Produktion wird der Wald zum „Lebensraum” und Bestandteil der deutschen „Volksseele” ideologisch verklärt.

Die Veranstaltung dauert inklusive Einführung zirka zwei Stunden. Der Eintritt kostet 4 Euro. Gegen Vorlage des Vogelsang-Parktickets erhalten die Besucher an der Information vor der Filmvorführung ein Auslassticket.

Die weiteren Filme der Reihe laufen am 1. Dezember („Triumph des Willens” von Leni Riefenstahl), am 19. Januar 2010 („Blutendes Deutschland”) sowie am 2. März 2010 („Die deutsche Westgrenze 800 - 1936” und „Der Westwall”).