Rott: Viktoria Köln ist eine Nummer zu groß für den SV Rott

Rott: Viktoria Köln ist eine Nummer zu groß für den SV Rott

Wer am Samstagmittag zum Rotter Tiergarten gekommen war, um in der Pokalbegegnung des Landesligisten SV Rott gegen den Regionalligisten Viktoria Köln eine Sensation zu erleben, der musste die Rotter Sportanlage nach gut 90 Minuten enttäuscht verlassen, denn der Viertligist aus der Domstadt erwies sich für den Landesligisten als eine Nummer zu groß und qualifizierte sich durch einen 7:0-Erfolg recht problemlos für die nächste Pokalrunde auf Mittelrheinebene.

„Wir haben eine Leerstunde vom Feinsten erhalten und konnten leider noch nicht mal an der Sensation schnüffeln“, erkannte der Rotter Trainer, Jürgen Lipka, nach dem Pokalkampf die deutliche Überlegenheit des zwei Ligen höher spielenden Regionalligisten an. „Unser Nachteil war, dass bei denen Feuer unterm Dach war, das hat man schon gesehen, als die aus dem Bus ausstiegen“, hatte der Rotter Coach schon frühzeitig ausgemacht, dass die Kölner sich, nach sechs sieglosen Spieltagen in der Regionalliga, in der Pokalrunde rehabilitieren wollten.

Sicherheit wurde beim SV Rott ganz groß geschrieben: Ohne den privaten Sicherheitsdienst zu passieren, kam am Samstag keiner zum Pokalspiel. Foto: Kurt Kaiser

Experimente plante Trainer „Pele“ Wollitz erst gar nicht ein und ließ in der Nordeifel vor über 700 Zuschauern die Jungs aus der ersten Reihe auflaufen. Für die Mannschaft aus der Domstadt war die tolle Atmosphäre rund um den Tiergarten Alltag, für Jürgen Lipka und dessen Jungs war es aber das größte Erlebnis in ihrem Fußballleben.

Die Kölner begannen druckvoll und beherrschten von der ersten Minute das Geschehen, dennoch ergab sich für Hasan Er eine Kontermöglichkeit, die er aber viel zu überhastet abschloss. In der siebten Minute lag der Ball zum ersten Mal im Tor der Rotter. Nach einer Ecke köpfte Jannik Löhden den Ball ins Tor, der Schiedsrichter sah den Schützen aber im Abseits. In der 19. Minute gingen die Gäste aber in Führung. Nach einem Freistoß von Mike Wunderlich erzielte Timo Röttger per Kopfball den Führungstreffer. Nur wenige Minuten später konnte die Mannschaft und die doch zahlreicheren Anhänger, die von der Kölner Schäl Sick den Weg nach Rott gefunden hatten, erneut jubeln. Torschütze Röttger legte für Fatih Candan, der nach wochenlanger Verletzungszeit erstmalig wieder dabei war, auf und der ließ den Rotter Keeper, Jan Winkhold, keine Chance.

Wie wertvoll Fatih Candan für die Rechtsrheinischen ist bewies er nur wenige Minuten später, als er nach einer gelungenen Einzelaktion für Gaetano Mano auflegte und der das 3:0 für die Kölner erzielte. Wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff zerstörte Mike Wunderlich mit dem Treffer zum 4:0-Pausenstand alle Visionen und Träume der Rotter.

Die Kölner steckten auch in der zweiten Halbzeit nicht zurück und setzten weiterhin die Akzente. Nach einer Stunde spielte der eingewechselte Jakub Jarecki einen gut getimten Pass auf Candan, der tanzte noch einen Rotter Abwehrspieler und den Torwart aus und vollendete zum 5:0. Wenige Minuten später wehrte Jan Winkhold einen Schuss von Mike Wunderlich ab, Malte Nieweler knallte den Nachschuss nur ganz knapp am Rotter Gehäuse vorbei.

In der 70. Minute machte Nieweler aber nach einem Querpass von Candan das halbe Dutzend voll. „Das ist schon ein richtig Guter“, hatte Fatih Candan mit seinen fußballerischen Qualitäten auch Jürgen Lipka überzeugt. Vier Minuten vor dem Abpfiff bugsierte Lukas Nottbeck den Ball aus dem Gewühl zum 7:0-Endstand über die Linie.

„Ich bin zufrieden, die Mannschaft hat hoch konzentriert gespielt und verdient gewonnen“, war Viktoria Trainer „Pele“ Wollitz mit der Darbietung seiner Mannschaft einverstanden. Er bedankte sich auf der anschließenden Pressekonferenz noch beim SV Rott für das sehr faire Auftreten und die gute Organisation.

„Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft verloren, leider hat das 0:2 uns total weggekippt, da war für meine Mannschaft der Traum von der Sensation geplatzt“, konstatierte Jürgen Lipka, dessen Jungs nach der Begegnung schon etwas deprimiert wirkten. „Wir haben viel zu ängstlich gespielt und hatten gegen die nie eine Chance“, gab Kapitän Frederique Casper zu. Ähnlich sah auch Torjäger Avdo Iljazovic die 90 Minuten. „Wir haben vor denen viel zu viel Respekt gehabt und hatten nie eine Chance.“