Lammersdorf: Viele Fragen beim CDU-Ortsverband in Lammersdorf: „Was ist bei uns los?

Lammersdorf : Viele Fragen beim CDU-Ortsverband in Lammersdorf: „Was ist bei uns los?

Der CDU-Ortsverband Lammersdorf hatte zur Mitgliederversammlung in die Gaststätte „Lammersdorfer Hof“ geladen, wobei man sich zum Ende des offiziellen Teils etwas Neues hatte einfallen lassen. Zu einer gemeinsamen Aussprache waren im Rahmen eines Bürgerstammtischs alle Interessierten geladen, um sich zu den Themen auszutauschen und zu informieren, die den Lammersdorfern auf den Nägeln brennen.

Der Breitbandausbau für schnelles Internet, das Neubaugebiet „Hasselfuhr“ und der Kreisverkehr standen an diesem Abend ganz oben auf der Agenda. Das schnelle Internet war letztlich Randthema, wie Vorsitzender Andreas Hermanns und die Ratsvertreter Marco Scherner und Rolf Drescher am Ende feststellen sollten.

Schnell stellte sich in der lebhaft geführten Gesprächsrunde, zu der fast 40 Interessierte aus Lammersdorf und anderen Orten erschienen waren, heraus, dass auch die gescheiterte Norma-Ansiedlung auf dem Dorfplatz noch immer die Gemüter erregt. Dazu wurde aus der Versammlung heraus ebenso die Informationspolitik der Gemeinde bemängelt, wie auch die Art und Weise der privaten Meinungsumfrage, die nach dem Rückzug des Discounters letztlich eine Information aller Bürger verhindert habe. Andreas Hermanns dazu: „Die Art und Weise, wie diese Diskussion im Ort geführt wurde, fand ich unterirdisch und diese Umfrage war einfach Murks.“

Landwirt Hans Roßkamp nahm diesen Ball auf und hielt auch im Zusammenhang mit der verfahrenen Situation zum klagebedrohten Neubaugebiet Hasselfuhr unter Beifall zur Entwicklung in Lammersdorf fest: „Der ganze Altkreis Monschau lacht uns aus und ich werde immer wieder gefragt, was bei uns eigentlich los ist.“

Neubaugebiet und Kreisverkehr verzögern sich um ein Jahr

Den Stand der Dinge nannte dann Andreas Hermanns: „Neubaugebiet und Kreisverkehr werden sich durch die jetzt vorliegenden Eingaben um mindestens ein Jahr verzögern.“ Alle Ratsvertreter nebst Ortsvorsteher Hammelstein betonten zudem, dass der Kreisverkehr aus verkehrlicher Sicht die beste Lösung sei, und stellten ebenso wie der stellvertretende Bürgermeister Bernd Goffart eindeutig klar: „Ohne Kreisverkehr wird es kein neues Baugebiet geben.“

Mit Verweis auf die dörfliche Entwicklung und die Investoren, die im Hinblick auf die im Raum schwebenden Klageverfahren ihr Engagement beenden könnten, hielt er fest: „Wenn es dazu kommt, dass dieses Baugebiet verhindert wird, dann gute Nacht Mattes. Dann haben wir für andere Orte Zeit vergeudet.“ Auch die in Erwägung gezogenen juristischen Schritte im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens, das die Karnevalsfreunde (KFL) in ihrer Eingabe an die Gemeinde in Erwägung gezogen hatten, war an diesem Abend ein Thema. In dem genannten Schreiben war der gutachterliche Nachweis gefordert worden, inwieweit das heranrückende Neubaugebiet emissionsmäßig „als Störer die zulässige Nutzung“ der Veranstaltungen auf dem Festzeltplatz beeinträchtigen könne.

Reimund Lemcke, Präsident der KFL, widersprach hierzu auf der Versammlung den nach Meinung des Vereins entstandenen Eindruck, man habe mit der Eingabe an die Gemeinde Kreisverkehr und Neubaugebiet verhindern wollen. Eine diesbezügliche Verzögerung von mehreren Jahren sei nie das Ziel der KFL gewesen, wie die Karnevalisten nun mit Schreiben vom 27. März an Bürgermeister und alle Ratsvertreter mitteilten. Die Eingabe diene allein der Sorge um den Fortbestand des Vereins, da man über einen Zeitraum von zwei Jahren Planungssicherheit benötige. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärten der Vorsitzende Dieter Kaczmarek und Geschäftsführer Winfried Maassen schließlich: „Wir werden das zurückziehen.“

(ho)
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