Monschau: Verfall der alten Volksschule im Rosenthal

Monschau: Verfall der alten Volksschule im Rosenthal

Es ist ein Schmuckstück am Rande der Monschauer Altstadt, das seit Jahren dem Verfall preisgegeben wurde. Nun zogen die Bezirksregierung und die Stadt Monschau die Reißleine. Ein Bauzaun schirmt seit wenigen Tagen die denkmalgeschützte alte Grundschule Rosenthal ab.

„Durchgang und -fahrt verboten! Lebensgefahr!” prangt in großen Lettern auf einem Schild der Verwaltung. Das historische Gebäude am Ufer der Rur ist einsturzgefährdet. Nun soll alles möglichst schnell gehen, damit die alte Grundschule Rosenthal gerettet werden kann.

Besichtigung Ende Januar

„Wir haben vor Weihnachten eine Verfügung der Oberen Denkmalbehörde ins Haus bekommen”, sagte Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter am Montag. Seitdem stand die Stadt als Untere Denkmalbehörde in ständigem Kontakt mit der Bezirksregierung in Köln. Dem regen Schriftverkehr folgte Ende Januar schließlich ein großer Besichtigungstermin vor Ort. Vertreter der Stadt, der Städteregion und aus Köln machten sich ein detailliertes Bild vom Zustand der einstigen Volksschule. Auch Vertreter der Eigentümer der Immobilie, der niederländischen Investorengruppe Snippe Projecten BV, wohnten dem Treffen bei.

„Bei dem Treffen am 31. Januar wurde festgestellt, dass die Schäden in dem Gebäude viel größer sind als von außen sichtbar”, teilte Ritter am Montag auf Anfrage unserer Zeitung mit. Einige Teile drohen sogar einzustürzen. Daher soll es nun schnell gehen. Bis zum 22. Februar - Aschermittwoch - müssen die Sofortmaßnahmen zur Absicherung des Gebäudes umgesetzt werden. „Wir sind aber nicht Grundstückseigentümer”, macht Bürgermeisterin Ritter noch einmal deutlich, dass die Stadt nicht in der Verpflichtung steht.

Die Einzäunung des Areals durch die Verwaltung sei eine „reine Verkehrssicherung”. Nun sei die Investorengruppe am Zug, die Sofortmaßnahmen umzusetzen. Konkret müssen aufwendige Stützen im Gebäude installiert werden, um die Obergeschosse zu tragen. Laut Margareta Ritter liegen die Kosten für die Stütz- und Sicherungsmaßnahmen bei 100 000 Euro, die ebenfalls vom Eigentümer zu tragen sind.

„Es geht um den Erhalt des Gebäudes, das schließlich denkmalgeschützt ist”, machte Ritter deutlich. Ein Abriss der 1926 fertiggestellte Volksschule Rosenthal stehe nicht zur Disposition.

In den vergangenen Jahren mehrten sich die Stimmen in Monschau, die den Verfall des einst schmucken Gebäudes, in dem Generationen von Monschauern schreiben und rechnen gelernt haben, bedauern. Wer in diesen Tagen am Rosenthal vorbeispaziert, sieht den trostlosen Bau hinter Zäunen versteckt. Dabei existierten ehrgeizige Ziele. 2007 noch hatte man in Monschau auf bessere Zeiten gehofft: Damals erwarb die niederländische Investorengruppe das alte Schulhaus im Zuge der Pläne, für 40 Millionen Euro ein Riverside-Hotel auf 10 000 Quadratmetern entlang der Rur zu errichten. 2009 sollte der gigantische Tourismustempel fertig sein. „Das klingt wie ein Sechser im Lotto”, hatte im Januar 2007 der damalige Ortsvorsteher der Altstadt, Alexander Lenders, gejubelt. Doch der Traum vom 400-Betten-Wellness-Hotel musste längst der Realität weichen. „Das Projekt liegt auf Eis”, sagte Bürgermeisterin Ritter am Montag. Weiter wolle sie sich zu dem Thema derzeit nicht äußern. In der Monschauer Verwaltung ist man unzufrieden mit der Situation rund um die einst ehrgeizigen Pläne am Rosenthal.

Im Februar 2012 hat nun vor allem die Sicherung und der Erhalt des gefährdeten alten Volksschulgebäudes oberste Priorität. Die Immobilie wieder in städtischen Besitz zu nehmen, sei jedoch derzeit keine Option. Bürgermeisterin Ritter mit Blick auf die Stadtfinanzen: „Ich kenne unsere Möglichkeiten.”

Schadensbegrenzung

Wird der Eigentümer bis zum Stichtag nicht tätig, kann die Stadt die Ordnungswidrigkeit ahnden. Doch soweit denkt man im Rathaus noch nicht. Jetzt geht es erst einmal um Schadensbegrenzung.