Roetgen: Verein „Roetgen hilft Menschen in Not“ zieht nach zwei Jahren Bilanz

Roetgen : Verein „Roetgen hilft Menschen in Not“ zieht nach zwei Jahren Bilanz

Etwas mehr als neun Monate sind vergangen, seit das Rupert-Neudeck-Haus des Vereins „Roetgen hilft Menschen in Not“ eröffnet wurde. Seither leben dort Menschen, die in Not geraten sind, zurzeit zwei Flüchtlingsfamilien und zwei Einzelpersonen. Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins wurde nun eine erste Bilanz gezogen.

Vor zwei Jahren wurde der gemeinnützige Verein von Mitgliedern aller politischen Fraktionen in Roetgen gegründet. Ziel war es, ein Haus zu bauen, in dem zunächst Flüchtlinge leben sollten (das alte Wohnheim für Flüchtlinge „am Kuhberg“ war als „unzumutbar“ erachtet worden), das aber anschließend auch für andere notleidende Menschen nutzbar sein solle. Mithilfe von Spenden und einem Darlehen des Landes Nordrhein-Westfalen war dies dann auch möglich.

Ende 2016 wurde mit dem Bau des Hauses in der Pilgerbornstraße begonnen. Nach nur elf Monaten Bauzeit fand am 16. September 2017 die Einweihung statt. Seit dem 1. Oktober letzten Jahres sind die Wohnungen im Haus bewohnt. Momentan sind zwei der fünf Sozialwohnungen nicht belegt.

Bei der Jahreshauptversammlung wurde nun nicht nur der Vorstand komplett einstimmig wiedergewählt, gemeinsam mit Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss und Dirk Recker vom Bürgerservice blickte man auch auf die noch junge Geschichte des Vereins zurück.

Bernhard Müller, der Erste Vorsitzende von „Roetgen hilft“, freute sich besonders darüber, dass die geplanten Baukosten des Rupert-Neudeck-Hauses nicht nur eingehalten, sondern sogar etwas unterschritten wurden. „Dazu hat die örtliche Handwerkerschaft beigetragen, welche die Kosten so gering wie möglich hielten“, sagt Müller. Auch Bürgermeister Klauss zeigte sich begeistert: „Bei der Ratssitzung, in der das Thema besprochen wurde, gab es sogar Applaus für diesen finanziellen Aspekt.“

Im Garten des Rupert-Neudeck-Hauses wird im Laufe der Sommerferien nun noch der geplante Kinderspielplatz mit Rutsche und weiteren Kletter- und Spielmöglichkeiten gebaut — nicht nur für die im Haus lebenden Kinder, sondern auch für Kinder aus der Nachbarschaft, erklärt Bernhard Müller.

Nachbarn eingeladen

Zum Sommerfest, das für Mitte September geplant ist, sind die Nachbarn herzlich eingeladen. Nach anfänglicher Skepsis der Nachbarn gebe es inzwischen einen guten Kontakt mit den Bewohnern des Hauses, berichtet Müller. „Es ist eine gelungene Sache.“

Zum Sommerfest sind auch die diesjährigen Kommunionkinder von Roetgen eingeladen. In jedem Jahr spenden die Kinder für einen guten Zweck — dieses Mal entschieden sie sich, für den Verein zu spenden. Martina Kirch, Koordinatorin der Katecheten der Kommunionkinder, brachte den Scheck in Höhe von 1407,47 Euro vorbei. Beim Sommerfest will man sich bei den Kindern bedanken. Außerdem lernen die Kommunionkinder dann auch die Kinder kennen, die im Haus leben. „Kinder verbinden“, waren sich die Anwesenden einig.

Bürgermeister Klauss bezeichnete die Entwicklung des Rupert-Neudeck-Hauses als „sehr erfreulich“. Er freute sich, die neue Ehrentafel im Eingangsbereich des Hauses zu enthüllen. Auf dieser Tafel stehen die Namen der Spender und Unterstützer des Vereins.

Bei der Jahreshauptversammlung stand zudem die Wahl des Vorstandes auf der Tagesordnung. Die Anwesenden Mitglieder stimmten einstimmig für die Wiederwahl des kompletten bisherigen Vorstandes.

Am Ende des Abends stand noch die Frage im Raum, welchem Projekt man sich nach dem erfolgreichen Bau des Rupert-Neudeck-Hauses widmen möchte. Einige Vorschläge wurden gemacht, die Entscheidung über die künftige Entwicklung des Vereins soll in den nächsten Wochen fallen.

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