Roetgen: Vennhof: Probleme, aber „noch nicht vom Tisch”

Roetgen: Vennhof: Probleme, aber „noch nicht vom Tisch”

Ohne Einwände haben die planungsrechtlichen Formalien für eine Erweiterung des Edeka-Marktes an der Rosentalstraße den Roetgener Bauausschuss passiert.

Planerin Sandra Claßen von der VDH-Projektmanagement GmbH erläuterte die vorgesehenen Umbaumaßnahmen, die eine Erweiterung der Verkaufsfläche einschließlich des Getränkemarktes und der Nebenräume von 1150 auf insgesamt 1850 Quadratmeter vorsehen. Die Arztpraxis im Obergeschoss des Nebengebäudes soll erhalten bleiben, aber eine verbesserten Zugang bekommen.

Neu angeordnet und erweitert werden die Parkplätze, deren Anzahl von jetzt ca. 70 auf 116 erhöht wird. Der an der hinteren Grundstücksgrenze verlaufende Fußweg zwischen Sporthalle und Rathaus soll eine Anbindung erhalten.

Ziel der Planung sei es, so Sandra Claßen, bestehende Strukturen zu stärken und damit die Nahversorgung der Bevölkerung zu sichern sowie einen Kaufkraftabzug aus der Gemeinde zu reduzieren. Auch eine architektonische Aufwertung sei damit verbunden, betonte die Planerin.

Für Michael Seidel (CDU) kommt die jetzige Planung unter allen bisher vorgestellten Modellen dem am nächsten, was für seine Fraktion zu befürworten ist. Auch die Grünen haben mit den vorgestellten Plänen kein Problem, erklärte Claudia Ellenbeck. Sie gab jedoch zu bedenken, dass die derzeit drei Planungen für Einzelhandelsflächen - Einkaufszentrum Vennhof, Aldi und Edeka - jede für sich unbedenklich seien, zusammen aber die Kaufkraft der Roetgener Bürger überschreiten könnten.

Dazu erklärte Dirk Meyer vom Bauamt, dass es bisher lediglich einen Konsens für die Aldi-Ansiedlung gebe. Das Vennhof-Zentrum sei zwar „noch nicht vom Tisch”, es gebe jedoch noch in vielerlei Hinsicht Probleme.

Den Ausführungen seiner Vorredner wollte sich Klaus Onasch (SPD) nahtlos anschließen. Dies sei der erste Entwurf, dem man zustimmen könne. Auch die UWG begrüßte das Vorhaben. Achim Mathée regte an, die bisherige Anlieferung für die Metzgerei von der Stichstraße zur Turnhalle ebenfalls in die Lieferzone zu verlegen. „Die Leiden der Edeka gehen zu Ende”, freute sich auch Franz-Josef Zwingmann (FDP).

Auch ein weiterer Schritt in Richtung Aldi-Ansiedlung an der Bundesstraße wurde im Bauausschuss mit dem Beschluss zur Beteiligung der Öffentlichkeit für die Änderung des Flächennutzungsplans vollzogen, dies allerdings nur mit knapper Mehrheit.

Für den Fortgang des Verfahrens ist es erforderlich, dass die bisher im Flächennutzungsplan als Wohnbauflächen und gemischte Bauflächen ausgewiesenen Bereiche in ein Sondergebiet „großflächiger Einzelhandel” abgeändert werden. Die während der vorzeitigen Beteiligung eingegangenen Einsprüche und Anregungen von Bürgern seien erst für die Aufstellung des Bebauungsplans relevant und daher nur zur Kenntnis zu nehmen, aber noch nicht zu entscheiden, hatte die Verwaltung erläutert.

Weitere Ablehnung

Claudia Ellenbeck (Grüne) bemängelte, dass die bisher mittig auf dem Grundstück verlaufende Trennlinie zwischen Wohngebiet und Mischgebiet nun bis unmittelbar an die Bebauung der Offermannstraße verschoben werde. Auch städtebaulich sei mit der Planung keine Verbesserung der Situation verbunden, weil die Platzierung des Gebäudes nicht zu einer Baulückenschließung an der Bundesstraße führe. Deshalb bleibe ihre Fraktion bei ihrem Nein.

Auch die CDU sehe keine Tendenz, dass der Neubau weiter nach vorn geholt werde und lehne deshalb die Pläne weiterhin ab, erklärte Helmut Helzle. Bedenken gab es weiterhin hinsichtlich des Verkehrsflusses auf der Bundesstraße, wenn hier neben Netto noch ein weiterer Discounter entsteht. Es liefen Gespräche für eine „einheitliche und nachhaltige Lösung” zwischen den Einmündungen Rosental- und Jennepeterstraße, versicherte die Verwaltung. Lediglich UWG und SPD stimmten dem Offenlagebeschluss zu.