Monschau: Vennbad: Standortfrage eifrig diskutiert

Monschau: Vennbad: Standortfrage eifrig diskutiert

Das Thema Schwimmhalle bewegt die Gemüter - auch die der Altstädter. Ursprünglich war die „Marke Monschau” das Oberthema einer Gesprächsrunde, zu der die Monschauer CDU für Mittwochabend ins Aukloster eingeladen hatte.

Dann aber kam das Gespräch auf die Zukunft des Vennbades und die Frage nach dem Standort und der Finanzierung und wurde eifrig diskutiert.

„Wir können es drehen und wenden wie wir wollen: Monschau ist Schulstadt und Touristenstadt und da gehört ein Schwimmbad hin”, sagte Rudolf Jansen vom Bürgerverein unter dem Beifall der Zuhörer.

Die städtische Beigeordnete und CDU-Bürgermeisterkandidatin Magga Ritter hatte zuvor aufgezeigt, dass es „in jedem Falle einen dicken Batzen kosten” werde, die Schwimmhalle wiederherzustellen. „Realistisch betrachtet muss man von sechs Millionen Euro ausgehen - bei einem Neubau an gleicher Stelle”, so Ritter. Dabei werde man maximal mit einer Drittel-Förderung vom Land rechnen können, bedauerte Ritter, bezeichnete den Förderantrag aber als „auf der Zielgeraden”.

Kreis Aachen entlassen?

Ein Weg der Restfinanzierung könne es sein, den Kreis Aachen aus seiner Dauerverpflichtung im Schwimmhallen-Zweckverband - rund 100.000 Euro Verlustabdeckung pro Jahr - zu entlassen und dafür eine Einmalzahlung zu erhalten. Hier laufen jedoch noch Gespräche über die Höhe der Kapitalisierung, die um die zwei Millionen Euro liegen würde. Diese Verfahrensweise aber hielt Hans-Benno Kaulard aus der Zuhörerschaft für kurzsichtig: „Dann lieber die Restsumme anderweitig mit Krediten finanzieren und den Kreis schön in seiner Verpflichtung belassen”, riet der Monschauer Geschäftsmann.

Kontrovers geführt wurde aber vor allem die Standortfrage. „Meine persönliche Meinung ist, dass die Schule dort hingehört, wo die Schulen sind und der Schwerpunkt des Tourismus liegt”, sprach sich Magga Ritter gegen eine Verlegung des Vennbades nach Imgenbroich aus.

Im gleichen Tenor äußerte sich Altstadt-Ratsvertreter Heinrich Jansen: „Wenn die Schwimmhalle nicht am gleichen Standort - so unglücklich wie er ist - erhalten werden kann, dann aber bitte nicht zum Gericht oder ins Gewerbegebiet, sondern dahin, wo die Schulen sind”, brachte der ehemalige Stadtdirektor den Standort Haag ins Gespräch. Eine Schwimmhalle an der Walter-Scheibler-Straße aber hält der ehemalige Ratsvertreter Hilmar Weber für unglücklich: „Ich glaube, die Anwohner der Haag werden nicht erbaut sein, am schulfreien Wochenende auch noch 250 Autos von Schwimmhallenbesuchern vor der Haustüre zu haben”, so Weber. Er regte an, über den Standort unterhalb der Flora, wo derzeit noch die Treibhäuser der ehemaligen Gärtnerei Fammels stehen, nachzudenken und mit dem Investor zu verhandeln, der dort auch ein Feriendorf errichten möchte. „Und die Nähe zu den Schulen wäre dort auch gegeben”, glaubt Hilmar Weber.

Hans-Peter Dörr sprach sich gegen die in dieser Woche eifrig diskutierte Kooperation mit Simmerath beim Schwimmhallenneubau aus. „Wir sind zunächst einmal für unsere Kinder verantwortlich. Wenn Monschau und Simmerath gemeinsame Sache machen, bedeutet das auch deutlich mehr Schüler von den Simmerather Schulen. So groß können wir die Halle aber gar nicht bauen, dass dort die weiterführende Schulen und Grundschulen beider Kommunen ihre Schwimmzeiten bekommen”, fürchtet der Mützenicher Ratsvertreter.

Schulentwicklungsplan

Man werde, kündigte Magga Ritter an, „nach der Wahl mit den Nachbarkommunen über den Schulentwicklungsplan insgesamt reden müssen”, so die Beigeordnete. Und dazu werde neben der Frage nach den Schülerfahrtkosten und den Kosten für die Schulen insgesamt auch das Thema Schulsportstätten gehören.

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