Simmerath/Steckenborn: UWG Simmerath gibt sich sehr selbstbewusst

Simmerath/Steckenborn : UWG Simmerath gibt sich sehr selbstbewusst

Dass Reinhold Köller, Vorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft Simmerath e.V. (UWG), verbale Provokationen nicht scheut, zeigte sich auch auf der Mitgliederversammlung der UWG, die in der Steckenborner Pizzeria stattfand.

Im Zusammenhang mit der Ratssitzung zur Rettung der Geburtshilfe im Simmerather Krankenhaus merkte er spitz an, dass diese von Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns auch als „Personality Show“ genutzt wurde. Ihre Mitgliederversammlung nutzte dann die UWG, um einen neuen Geschäftsführer zu wählen. Helmut Keischgens wurde als Nachfolger von Walter Heinrichs gewählt.

Reinhold Köller wies zu Beginn darauf hin, dass die UWG, die bei der letzten Kommunalwahl 5,73 Prozent holte, im Gemeinderat mit zwei Mitgliedern vertreten sei und in jedem Ausschuss einen Vertreter hat. Selbstbewusst stellte er fest: „Wir sind die einzige wirkliche Opposition.“ Obwohl die Finanzlage der Gemeinde besser geworden sei, müssten Kanal- und Friedhofsgebühren als astronomisch hoch bezeichnet werden. Kritisch sah Köller beispielsweise im Zusammenhang mit der Abfallbeseitigung durch die Regioentsorgung, „dass immer mehr Dienstleistungen in monopolistische Strukturen gegeben werden.“ Auch zu diesem Punkt habe die UWG wichtige Aspekte vorgebracht.

Insgesamt habe die UWG „Vielfalt in den Gemeinderat gebracht“. Köller appellierte aber auch im Hinblick auf die nächsten Kommunalwahlen im Jahr 2020 an alle zehn anwesenden Mitglieder: „Wenn wir weiter Einfluss haben wollen, brauchen wir Kandidaten und neue Mitglieder, um 2020 mehr Ratsmandate zu erhalten.“ Hierzu müsse man sich im nächsten Jahr besser aufstellen und auch die Öffentlichkeitsarbeit verbessern, „damit es auch die nächsten 25 Jahre die UWG Simmerath gibt“.

Ziel der UWG sei es weiterhin, konstruktive Oppositionsarbeit zu leisten, bei welcher der Bürger im Mittelpunkt stehe. „Wir wollen weiterhin kritisch die Arbeit der Mehrheitsfraktionen hinterfragen.“

Walter Heinrichs erklärte zur Niederlegung seines Amtes als Geschäftsführer, dass er durch seine selbstständige Tätigkeit zeitlich immer mehr eingeschränkt sei und deshalb nach vier Jahren sein Amt zur Verfügung stelle. Die Versammlung wählte danach einstimmig Helmut Keischgens als neuen Geschäftsführer. Vroni Wilden wurde hiernach noch einstimmig als Kassiererin bestätigt.

Bushof, Glasfaser, Hasselfuhr

Erfreut zeigte sich UWG-Vorsitzender Köller darüber, dass die Toilettenanlage für den Bushof scheinbar auf den Weg gebracht wurde und der Glasfaserausbau Gestalt annehme.

Position bezog Köller auch zum Neubaugebiet Hasselfuhr in Lammersdorf sowie dem dort geplanten Kreisverkehr. Die Realisierung beider Projekte sieht er als überaus wichtig für den Ort an.

Zum Baugebiet Strauch merkte er an: „Da sollte man endlich mal zu Potte kommen.“ Zweifel hat Köller am städtebaulichen Konzept von Simmerath. „Vor allem an der Verlegung des Bushofes habe ich starke Zweifel.“

Eine klare Position bezog die UWG zu zwei weiteren Themen: Laut Reinhold Köller müsse man die Fremdenverkehrsabgabe auf den Prüfstand stellen, und man dürfe kein Geld mehr in die Flüchtlingsunterkunft Langschoß stecken. Hier sei eine dezentrale Unterbringung nötig.

(ho)
Mehr von Aachener Nachrichten