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Roetgen: UWG Roetgen: Panne bei der Kasse und Abgang eines alten Strategen

Roetgen : UWG Roetgen: Panne bei der Kasse und Abgang eines alten Strategen

Was ist nur los bei der UWG? Zur Jahreshauptversammlung im „Eifelkeller“ der Roetgen-Therme fand sich gerade mal eine Achter-Runde ein. Und es kam noch schlimmer: Beim Tagesordnungspunkt Kassenbericht stellte sich heraus, dass sich kein Kassenprüfer hat sehen lassen.

Damit hatte sich die Wahl eines geschäftsführenden Vorstandes erledigt, denn eine Entlastung für Kassierer und Vorstandsgremium, wie die Satzung es vorschreibt, konnte nicht erteilt werden. Was dann folgte, erinnerte stark an Verdrossenheit. Für den Vorsitzenden Rainer Welzel war der spärliche Besuch eine große Enttäuschung. Dabei lief es bisher doch wie geschmiert.

Achim Mathée, lange Vorsitzender, erinnerte an Zeiten, in denen bis zu 40 Personen die Versammlungen besuchten und ihr Interesse bekundeten. Für ihn scheint die anfängliche Euphorie verflossen zu sein. „Ich hatte es als Vorsitzender damals einfacher, für Rainer Welzel ist es schwerer geworden“, stellte er fest.

Rainer Welzel, bald zehn Jahre in vorderster Front dabei, kündigte an, dass er es schön fände, wenn bald schon frischer Wind der UWG neue Flügel verleihen könnte, im Klartext denkt er gezielt an einen jüngeren Vorstand. „Es lohnt sich in jedem Falle, den Verein mit großem Engagement zu führen“, machte er deutlich.

Wenn aber keine Nachfolger Bereitschaft signalisieren würden, wolle er noch einmal für zwei weitere Jahre den Vorsitz beibehalten. In seinem Bericht unterstrich Welzel, dass die UWG in Roetgen einiges bewegt und auf einen Weg gebracht habe, wie die Ergebnisse bei den Kommunal- und bei der Bürgermeisterwahl deutlich dokumentiert hätten.

„Wir sind in der politischen Landschaft angekommen“, war zu hören. Der Ratsfraktion bescheinigte Welzel gute Arbeit. Die habe dazu geführt, dass sich die Landschaft in Roetgen und auch im Rathaus spürbar verändert habe. „Wir haben uns Respekt erworben, wir sind dabei, wir lassen uns von anderen nicht vor den Karren spannen“, gab er zu verstehen. Leider hinke der Verein in Sachen Engagement ein wenig hinterher. Aber beim Verein „Menschen in Not“ werde man sich weiterhin engagieren und vollen Einsatz erbringen.

„Kann hier nichts mehr bewegen“

Anders reagierte Rainer Welzel auf die Überraschung, die Pressewart Hubert vom Venn der Versammlung kundtat: „Ich kann in der UWG nichts mehr bewegen. Es ist mir einfach alles zu wenig, der Verein scheint mausetot zu sein, ich trete aus.“ Ein Stratege der ersten Stunde nimmt damit seinen Hut. Der spürbare bundesweite Trend „nach rechts“ habe ihn erschrocken gemacht.

Daher wolle er sich in Zukunft in diversen politischen Bewegungen einbringen, um dagegen anzukämpfen. Aber an künftigen Wahlen werde er sich nicht mehr beteiligen. Die Hiobsbotschaft verfehlte ihre Wirkung nicht. Rainer Welzel findet es schade, dass sein Pressewart bei der UWG „kein politisches Betätigungsfeld mehr entdecken könne“. Auch für Achim Mathée ist der Austritt des „Manns in Schwarz“ nicht nachvollziehbar. Der versprach, einen möglichen Nachfolger einarbeiten zu wollen.

Das Problem des „Berichts des Kassenprüfers“ erinnerte ein wenig ans „Hornberger Schießen“. Achim Mathée habe keine Einladung zur Kassenprüfung erhalten, versicherte er. Rainer Welzel musste das so zur Kenntnis nehmen und verkündete: „Wir werden bald eine neue Jahreshauptversammlung einberufen.“ Positiver Aspekt zum Schluss: Es gibt demnächst neu gestaltete Homepage, die bei den Anwesenden Zustimmung fand.

(der)