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Franziskus-Gymnasium : Unter psychischer Last das Abitur gemeistert

Franziskus-Gymnasium : Unter psychischer Last das Abitur gemeistert

60 junge Frauen und Männer haben in den vergangenen Wochen die Abiturprüfungen am Franziskus-Gymnasium in Vossenack erfolgreich bestanden. Jetzt gab es die Zeugnisse und wurde kräftig gefeiert.

Die Sonne meinte es fast etwas zu gut mit der Festgesellschaft auf dem inneren Schulhof des Franziskus-Gymnasium, und so waren besonders die Schattenplätze heiß begehrt, als Pater Daniel die Feier mit einem Wortgottesdienst eröffnete. Im Anschluss gratulierten Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen, der Eltern- und Schulpflegschaft, der Stiftung und der Schülervertretung den Absolventen zu ihrem erfolgreichen Abschluss.

Schulleiter Dr. Peter Cordes warf den Blick zurück auf die letzten zwei Jahre, „weil sie so ganz anders waren als die jeweils letzten zwei Jahre aller Abiturjahrgänge vor Euch“. Nicht nur die junge Generation, „sondern wir alle hatten uns an die Selbstverständlichkeit von Wohlstand und Sicherheit gewöhnt, etwas anderes kannten wir nicht. Mit der Pandemie erlebten wir zum ersten Mal eine globale Krise, die mit persönlichen Einschränkungen, Ängsten und in vielen Familien auch schweren Verlusten in unser Leben einbrach“, sagte Cordes. Als dann eine harmlosere, neue Virusmutante für einen Lichtschimmer am Horizont gesorgt habe, „brachen dann politische Ereignisse von solcher Brutalität auch in unser Leben ein“, umriss der Schulleiter Putins Überfall auf die Ukraine. Der Krieg mitten in Europa sei an niemandem spurlos vorübergegangen, „erst recht nicht an Euch, die Ihr jetzt dabei seid, Euer Leben in die eigene Hand zu nehmen, Eure Zukunft zu gestalten“, so Peter Cordes. Unter der Last der Sorgen und Nöte der letzten zwei Jahre hätten die Schüler sich auf ihre Prüfungen vorbereitet und verdienten daher höchsten Respekt.

„Ich bin außerordentlich erfreut, dass die Ergebnisse nur wenig von den Belastungen der letzten Zeit spüren lassen“, bilanzierte der FGV-Schulleiter angesichts einer Durchschnittsnote von 2,1 der diesjährigen Abiturientia, mit 2,1 exakt das Niveau der beiden letzten Abiturientien. 22 Abiturientinnen und Abiturienten hätten sogar eine „1“ vor dem Komma erreicht, zwei Abiturzeugnisse weisen die Noten 1,0 aus. Auch in diesem Jahr kommen die meisten Abiturienten aus der Gemeinde Simmerath, nämlich 28. 19 erfolgreiche Reifeprüflinge kommen aus der Gemeinde Hürtgenwald, vier aus Stolberg, sieben aus Roetgen und zwei aus Schmidt.

Dr. Cordes’ Dank galt allen, die die Abiturientinnen und Abiturienten bis hierhin auf ihrem Lebensweg begleitet hätten: den Eltern und Familien, den Freunden, den Lehrerinnen und Lehrern, vor allem den Jahrgangsstufenleitern Daniel Kirch und Sebastian Friedsam. Abschließend gab Peter Cordes den scheidenden Schülern einen Wunsch mit auf den Weg: „Ich wünsche Euch, dass Ihr eine Idee habt von dem, was für Euer Leben wirklich wichtig ist und was in Eurem Leben zählt. Habt stets den Mut, für Euren Standpunkt auch einzustehen; lasst Euch nicht verleiten, Eure Grundsätze und Überzeugungen zugunsten leichtfertiger Argumente aufzugeben und zu verraten. Und lasst zugleich auch Andere an Eurem Glück teilhaben!“

 Der innere Schulhof des Vossenacker Gymnasiums bildete bei heißem Sommerwetter den festlichen Rahmen für die Verabschiedung der Abiturientia 2022.
Der innere Schulhof des Vossenacker Gymnasiums bildete bei heißem Sommerwetter den festlichen Rahmen für die Verabschiedung der Abiturientia 2022. Foto: MHA/Heiner Schepp

Die Abschlussstufe 2022 hatte selbst das Abiturmotto „TherABI 22 – Wir verlassen die Anstalt“ gegeben, und nach der feierlich inszenierten Zeugnisausgabe wurden 60 erfolgreich therapierte „Patienten“ wohl genesen in die Zukunft entlassen. Ihre behandelnden Therapeuten und Ärzte sahen mit Stolz den Abiturientinnen und Abiturienten hinterher und folgten ihnen anschließend zur Tanzwerkstatt Rollesbroich, wo in festlichem Ambiente weitergefeiert wurde, als gäbe es kein Morgen.