Rohren: Umsatz des Rohrener Dorfladens muss steigen

Rohren: Umsatz des Rohrener Dorfladens muss steigen

Die Sorge um den Fortbestand des Dorfladens war auch in diesem Jahr das bestimmende Thema bei der Generalversammlung der Konsumgenossenschaft. In den zurückliegenden Jahren hatte es beständig Rückgänge bei den Umsätzen gegeben. Dazu kamen noch mehrere Jahre hintereinander Verlustvorträge. Besserung war trotz aller Einsparungen auf der Aufwandsseite nicht in Sicht.

In diesem Jahr zeigte sich wenigstens ein kleiner Silberstreifen am Horizont. Die Umsätze brachen nicht weiter ein. Es wurde sogar ein kleiner Überschuss von 166,42 Euro erzielt. Trotzdem bleibt die Lage weiter angespannt. Die Umsätze müssten die Marke von 200.000 Euro deutlich überschreiten, um den Fortbestand des Dorfladens dauerhaft zu sichern.

Geschäftsführer Heinz Josef Hermanns verlas nach der Begrüßung das Protokoll der letzten Versammlung. Um aus den aktuellen Schwierigkeiten herauszukommen, müsste der durchschnittliche Umsatz je Rohrener Einwohner bei etwa 30 Euro im Monat liegen. Mit diesem Durchschnittswert ließe sich ein Jahresumsatz von etwa 250.000 Euro erzielen. Mit diesen Umsatzzahlen könne der Konsum auf Dauer dem Ort erhalten bleiben.

Im letzten Jahr habe sich der Umsatz bei etwa 190.000 Euro stabilisiert und das Geschäft einen kleinen Gewinn erzielt. Heinz-Josef Hermanns stellte noch einmal klar: Die Umsatzentwicklung müsse in den nächsten Jahren gesteigert werden.

Für den Aufsichtsrat trug Monika Krings Details aus der von einem Steuerberaterbüro geprüften Bilanz vor. Für die Zukunft müsse es dabei bleiben, auf größere Investitionen zu verzichten und vieles mit ehrenamtlicher Arbeit zu bewältigen. Wegen der hohen Prüfungsgebühren durch den Verband hatte sich die Genossenschaft an den Petitionsausschuss des Bundestages gewandt.

Gesetzlichen Grundlagen lassen warten

Es besteht die Aussicht, demnächst von diesen hohen Kosten befreit zu werden. Die dazu notwendigen gesetzlichen Grundlagen lassen aber auf sich warten. Der Verband ist über die Absichten des Petitionsausschusses unterrichtet worden. Seitdem haben keine Prüfungen mehr stattgefunden. Heinz-Josef Hermanns hofft, dass der Genossenschaft die hohen Gebühren auf Dauer erspart bleiben.

Die Versammlung beschloss, dem Vorstand und dem Aufsichtsrat Entlastung zu erteilen und den Gewinn für die Reduzierung des Verlustvortrages zu verwenden.

Bei den Wahlen ergaben sich keine Veränderungen. Heinz-Josef Hermanns bleibt Geschäftsführer. Mathilde Schmitz gehört weiter dem Aufsichtsrat an. Für das nächste Jahr erwartet der Geschäftsführer auch kleinere Verbesserungen bei den Aufwendungen. Die nächste Stromrechnung fällt wahrscheinlich geringer aus, und in zweieinhalb Jahren laufen die Verpflichtungen aus der Restverschuldung aus. In Zukunft soll auch noch einmal versucht werden, die Umsatzkurve wieder ansteigen zu lassen.

Ortsvorsteherin Waltraud Haake hat einen Brief für Rohrener Neubürger entworfen. Hierin wird die Infrastruktur des Ortes kurz beschrieben und darum geworben, durch Einkäufe im Dorfladen dessen Bestand zu sichern. Am äußeren Bild des Dorfladens sollen kleine Veränderungen vorgenommen werden. Die nicht mehr zeitgemäße Werbung über der Eingangstür wird entfernt, und an der Giebelseite wird ein Hinweisschild angebracht.

Beim inoffiziellen Teil des Abends zeigten sich alle Versammlungsteilnehmer zuversichtlich, den Dorfladen noch einige Jahre erhalten zu können.

(fm)
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