Rurberg: Umdenken auf den Eifelstrecken nach dem tödlichem Unfall?

Rurberg : Umdenken auf den Eifelstrecken nach dem tödlichem Unfall?

Nach dem tödlichen Unfall zwischen Kesternich und Rurberg auf der L166 werden die Rufe nach Maßnahmen auf den kurvenreichen Eifelstrecken lauter.

„Die Unfallkommission NRW wird sich in einem Ortstermin mit dem Unfallhergang intensiv auseinandersetzen“, sagt Detlef Funken von der Städteregion Aachen. „Die Polizei, der Landesbetrieb Straßen-NRW, die Gemeinde Simmerath und Fachleute der Städteregion Aachen werden dabei sein.“ Man werde darüber nachdenken, welche Maßnahmen zu treffen seien. Dabei steht auch die Frage im Raum, ob es sich auf der L 166 um ein Unglück gehandelt hat oder ob generell etwas an den straßenbaulichen Gegebenheiten geändert werden muss. „Ob Umbaumaßnahmen im Verkehrsraum sinnvoll wären, entscheidet die Unfallkommission“, sagt Andreas Müller, Sprecher der Polizei in Aachen.

Der Verkehrsdienst der Aachener Polizei sei jede Woche in der Eifel präsent, um Geschwindigkeitskontrollen und technische Überprüfungen bei Fahrzeugen aller Art vorzunehmen; insbesondere auch am Wochenende, teilt Andreas Müller mit. Auch am Mittwoch wurden unter anderem an der L 166 Geschwindigkeiten kontrolliert. Die Polizei betont aber noch einmal eindringlich: „Ein vorschneller Rückschluss auf die ‚Unfallursache Geschwindigkeit‘ wäre nicht sachgemäß.“ Welche Faktoren in diesem Fall ursächlich gewesen seien, müsse noch sorgfältig im Zuge eines Gutachtens ermittelt werden.

Regelmäßige Kontrollen

Im Rahmen des sogenannten „Linksrheinischen Qualitätszirkels“ kontrolliert die Aachener Polizei zusammen mit den Kollegen aus Düren, Heinsberg und aus dem Rhein-Erft-Kreis regelmäßig in der Eifelregion. Neben Geschwindigkeitsmessungen werden die Fahrzeuge auch technisch überprüft und Streckenverbote überwacht. Im laufenden Jahr gab es bereits sechs solcher Sondereinsätze, drei weitere sind geplant. Die Aachener Polizei verhängte allein im Rahmen dieser Sondereinsätze in diesem Jahr bereits 1362 Verwarn- und Bußgelder in der Nordeifel.

„Aus polizeilicher Sicht tun wir bereits alles, was wir tun können“, sagt Müller. „Wir werden die Kontrollen in den Eifelkommunen auch künftig konsequent fortsetzen.“ Auch die Dürener Polizei ist regelmäßig in der Woche und am Wochenende in der Eifelregion unterwegs und kontrolliert.

Karl-Heinz Hermanns, Bürgermeister der Gemeinde Simmerath, zeigt sich tief betroffen: „Allen Angehörigen gilt mein Mitgefühl.“ Die Bewertung der Situation müsse man in erster Linie den Fachleuten überlassen. „Bevor wir uns als Gemeinde dazu äußern, müssen wir die Bewertung der Gesamtsituation abwarten. Das wird jetzt durch die zuständigen Behörden erfolgen. Die Gemeinde Simmerath ist dabei nur ein Beteiligter von vielen“, erläutert Hermanns.

Bereits vor dem tödlichen Unfall hatte die Aachener Polizei für dieses Jahr ihre erste „Poli-Tour“ geplant. Auf einer 90 Kilometer langen Strecke können Motorradfahrer zusammen mit den Beamten durch die Eifel fahren. Damit will die Polizei „auf die Gefahren der Eifel-strecken präventiv aufmerksam machen“. Dabei ist es egal, wie alt man ist und wie lange man schon Motorrad fährt.

Gefahren im Straßenverkehr

Während der Tour durch die Eifel werden sechs Stationen angefahren, an denen Übungen und Informationen auf die Teilnehmer warten. Dazu zählen unter anderem die Analyse der Unfallursachen, Präventionstipps, Fahrübungen auf einer abgesperrten Strecke und Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Motorradunfällen. „Die unterschiedlichen Themengebiete sollen den Motorradfahrern die Gefahren im Straßenverkehr nachhaltig bewusst machen und Lösungsmöglichkeiten für verschiedene Gefahrensituationen vermitteln“, heißt es seitens der Polizei.

Die Aktion wird durch die Kooperationspartner der Landesverkehrswacht, eine Fahrschule aus Eschweiler, den Malteser Hilfsdienst und die Prüfstelle des TÜV Rheinland in Simmerath unterstützt. Auch Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach wird die „Poli-Tour“ besuchen.