Übergangslösung der Post wird in Monschau nicht angenommen

SPD zufrieden mit ihrer Aktion : 1199 Unterzeichner für Erhalt der Post in Monschau

Seit fünf Wochen ist die Post nach einer längeren Durststrecke für die Kundschaft wieder in Monschau präsent: Die als Übergangslösung gedachte Filiale an der Trierer Straße in Imgenbroich – schräg gegenüber der im vergangenen Jahr geschlossenen Filiale im Kaufhaus Victor – sieht allerdings auch genauso aus.

Von außen und im Vorbeifahren ist sie als Postfiliale nur bei näherem Hinsehen zu erkennen. Schlimmer als die Optik sind indes das eingeschränkte Angebot und vor allem die äußerst knapp bemessenen Öffnungszeiten – werktags von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr.

„Filiale wird nicht angenommen“

„Das kann keine dauerhafte Lösung für eine Stadt wie Monschau sein“, schimpft SPD-Stadtverordnete Brigitte Olschewski. Gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden Gregor Mathar gab die Sozialdemokratin am Freitag einen recht schwer geratenen Brief an die Deutsche Post AG in Bonn auf: Listen mit Namen von genau 1199 Monschauer Bürgern, die eine vollwertige Postfiliale für ihre Stadt fordern. Seit April lagen die Listen in verschiedenen Monschauer Geschäften aus.

„Wir sind natürlich froh, dass wir überhaupt diese Übergangslösung haben“,sagt Olschweski. Allerdings werde die Filiale nicht besonders gut angenommen, was an den Öffnungszeiten, dem eingeschränkten Serviceangebot und auch der Außenwirkung liege. „Viele sehen einfach nicht, dass es hier eine Filiale gibt. Irgendwann wird man dann bei der Post sagen, dass sich der Standort eben doch nicht lohne“, fürchtet die Sozialdemokratin.

Tatsächlich sieht die Versorgungspflicht der Deutschen Post aber vor, dass in Gemeinden beziehungsweise bei zusammenhängend bebauten Wohngebieten mit mehr als 2000 Einwohnern eine Filiale der Post eingerichtet werden soll. Aktuell sucht der Konzern zum dauerhaften Betrieb nach einem Partner im Monschauer Einzelhandel – bislang jedoch noch ohne greifbares Ergebnis.

„Das Problem ist offenbar, dass die großen Ketten kein Interesse haben und es gleichzeitig an kleineren Einzelhändlern mangelt“, sagt Mathar. Mit der Unterschriftenaktion wolle man den Druck auf das Unternehmen nun noch einmal verstärken. „Der Bedarf in Monschau ist schließlich groß“, sagt Mathar. Hier gebe es besonders viele Kunden der Postbank, die derzeit nur in der Filiale des Schreibwarenhandels Kogel in Simmerath bedient würden – je nach Anreise zum Beispiel aus Höfen ist das angesichts der aktuellen Baustelle zwischen Monschau und Simmerath eine zeitraubende Angelegenheit.

„Das geht so nicht. Monschau muss genauso behandelt werden wie die Nachbarkommunen“, ärgert sich Mathar.

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