Über 7000 Euro Konzerterlös für ein Hilfsprojekt in Bosnien übergeben

Charity-Konzert der Coverband „OneWay“ : Tief in die Herzen der Zuhörer gespielt

Mit John Lennons bewegendem Antikriegs-Song „Happy Christmas – War is over“ eröffneten die sechs Musiker der Nordeifeler Coverband „One Way“ am Samstagnachmittag in der Monschauer Aukirche ihr beliebtes Charitykonzert.

Zahlreiche Zuschauer waren bereits weit eine Stunde vor Konzertbeginn erschienen, um einen der beliebten Sitzplätze zu ergattern, denn bei Konzertbeginn waren auch die Stehplätze in der Aukirche bis auf den letzten Quadratmeter ausgefüllt. Tommy Henn (Gitarre), Marc Förster (Cajon, Mundharmonika, Gesang), Andreas Jansen (Bass, Gesang), Sascha Huppertz (Keyboards) Ricardo Lambertz (Gesang) und Nadine Palm (Gesang, Querflöte) waren sichtlich überwältigt von der großen Resonanz: „Es kommt mir so vor, als wenn nochmal doppelt so viele Leute wie letztes Jahr hier wären, aber das kann doch gar nicht sein“, staunte Sänger Ricardo Lambertz und meinte: „Wir finden, dieses Konzert sollte uns allen die Gelegenheit geben, für eine gute Stunde abzuschalten und uns auf die bevorstehenden Weihnachtstage einzustimmen.“

Doch nicht nur musikalisch wollte „OneWay“ auf Weihnachten einstimmen. Sascha Schütt und sein Team der „Eifeler Medien Gruppe“ verstanden es auch in diesem Jahr wieder, die für diese Bandbesetzung äußerst schwierige Akustik der Monschauer Aukirche zu beschallen und mit wärmenden Lichtern eine besinnliche, weihnachtliche Atmosphäre zu zaubern. Sascha Schütt leistete so als treuer „One Way“-Techniker seinen Beitrag für den guten Zweck, indem er seine komplette Ton- und Lichttechnik nicht nur kostenlos zur Verfügung stellte, sondern auch noch für den Auf- und Abbau sorgte. Ein weiterer Dank galt den Sponsoren, mit Hilfe derer alle Konzertkosten gedeckt werden konnten.

Dem aufmerksamen Besucher fiel sofort auf, dass ein OneWay-Mitglied fehlte, und Bassist Andreas Jansen brachte Licht ins Dunkel: „Jetzt kommen wir zu dem für uns persönlich emotionalsten Teil dieses Konzerts. Wie der ein oder andere schon gesehen hat, ist etwas anders. Sascha Huppertz steht hinter mir an den Keyboards. Er ist heute für unsere Keyboarderin Julia Maaßen-Förster eingesprungen, und er reißt das hier heute megamäßig ab“, meinte Jansen, wurde mit seiner Bitte um riesigen Applaus gern vom Publikum erhört und berichtete: „Der Grund, warum heute Sascha spielt, ist super schön: Wir vermehren uns mal wieder, denn Julia ist schwanger – und Marc, unser Schlagzeuger, ist der Papa!“, verriet Andy Jansen und fuhr fort: „Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, ist meine Frau auch wieder schwanger, und das Allerbeste ist, dass beide Babys für den gleichen Tag ausgerechnet sind. Ja, die halbe Band ist schwanger, total schön!“ Das Publikum klatschte begeistert in die Hände, mit diesen schönen Nachrichten hatte wohl niemand gerechnet.

Mit „Lego House“ und „All of me“ hatte „OneWay“ gleich zwei Balladen im Gepäck, die einige Zuschauer zu Tränen rührten. Nach diesem sehr emotionalen Auftakt trat Michael Förster als Vertreter des Fördervereins „Bruder Theo Call – weißer Vater der Afrika Missionare“ nach vorne, an den die Spende des vergangenen Charity-Konzertes gegangen war. „Dank der Spende war es möglich, für das Albinoheim Kabanga in Tansania eine Pumpe für die Wasserversorgung inklusive Wasserleitungen zu beschaffen. Eine entsprechend tiefe Bohrung ist auf dem Gelände bereits vorhanden. Noch einmal herzlichen Dank an alle, die das ermöglich haben“, erklärte Michael Förster, was mit den Spendengeldern aus Monschau verwirklicht werden konnte.

Mit „Santa Clause is coming to Town“ folgte ein fröhlicher Weihnachtsklassiker, ehe die Band mit „Ewiger Kreis/Circle of Life“ und „Nessaja – Ich wollte nie erwachsen sein“ Kostproben aus den Musicals „Der König der Löwen“ sowie „Tabaluga“ erklingen ließ.

Bob Dylans „Blowin in the Wind“, für das Marc Förster kurz entschlossen noch das Mundharmonika-Spiel erlernte, leitete die Rede von Andreas Schindler, Vorsitzender der jungen Initiative „Fightback against Poverty“ ein. Gemeinsam mit Avdo Iljazovic, der die Initiative gründete, setzt er sich für eine schnelle Hilfe für Kinder und Familien in höchster Not, sei es durch Krankheiten, Hunger, Armut, Kriege, Katastrophen oder Ausbeutung verursacht, ein. Die Spende des Charitykonzertes geht nach Bosnien: „Bosnien ist ein Land, das nach dem Bürgerkrieg immer mehr in Armut versunken ist. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer mehr auseinander und das kann man einfach nicht akzeptieren. Unsere Vision ist es, im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltige Projekte zu machen. Eines davon ist ein Haus für Straßenkinder in Bosnien, das wir mit den Mitteln, die heute hier dank Ihrer Hilfe zusammenkommen, bauen werden. Wir haben so ein ähnliches Projekt auch schon in Accra, der Hauptstadt von Ghana, gemacht. Das hat sehr gut funktioniert. Alle Spendengelder gehen zu 100 Prozent in die Projekte. Unsere Organisation hat eine Größe, bei der wir uns das noch erlauben können, und wir sind auch bei allen Projekten selbst dabei.“

Anne Bergs aus Höfen, die als DJ bei vielen Veranstaltungen auflegt, übergab dann 400 Euro an „OneWay“, und der Imgenbroicher „Keiler Store“ unterstützte das Konzert und damit das Projekt mit 1000 Euro. Auch die Konzertbesucher waren sehr großzügig, sodass nach dem Konzert eine überwältigende Summe in Höhe von insgesamt 7.036,92 Euro an „Fightback against Poverty“ übergeben werden konnte.

Nachdem OneWay mit Kasallas „Mer sin eins“ im letzten Jahr zahlreiche positive Resonanzen erhalten hatte, fand dieses Stück auch seinen Platz beim diesjährigen Konzert. Bei dem emotionalen „You raise me up“ wurden einige Taschentücher gezückt, und auch das Lied der kölschen Kultband De Höhner, „Bist du dann bei mir?“, sorgte für Gänsehautstimmung. Sascha Huppertz glänzte bei „I’m dreaming of a white Christmas“ an den Keyboards und auch Purs „Abenteuerland“ traf den Nerv der gespannten Zuhörer. In Lady Gagas und Bradley Coopers „Shallow“ legten Ricardo Lambertz und Nadine Palm eine große Portion Gefühl. Mit „Purple Rain“, bei dem alle Augen und Ohren auf den Gitarristen Tommy Henn gerichtet waren, und „One Moment in Time“, hatte „OneWay“ sich zwei Mega-Balladen für einen gebührenden Abschluss zurückbehalten.

Sichtlich gerührt zeigten sich die Bandmitglieder, als alle Zuschauer geschlossen aufstanden und sie für ihr Konzert feierten. Jeder treue Konzertbesucher wusste jedoch, dass „Mary’s Boychild – Oh my Lord“ als mittlerweile zur Tradition gewordene Zugabe noch fehlte, und spätestens nach „Stille Nacht“ als zweite Zugabe war die weihnachtliche Einstimmung auf die Feiertage perfekt.

(np)