Lammersdorf: TuS Lammersdorf ist wieder zurück in der A-Liga

Lammersdorf : TuS Lammersdorf ist wieder zurück in der A-Liga

Schon in den 1970er Jahren war vom TuS Lammersdorf in der Region bekannt, dass er in der damals noch Aachener Bezirksliga einen technisch guten Fußball spielte. In den 1980er und 1990er Jahren erlebten die Rot-Weißen Höhen und Tiefen zwischen der Bezirksliga und der Kreisliga A.

Anfang der 2000er Jahre verschwanden die Lammersdorfer dann in der B-Liga, und als alle beim Nordeifeler Traditionsverein glaubten, es gehe nicht mehr tiefer, stieg er nach der Saison 2010/11 in die C-Liga ab, die damals noch unterste Liga auf Kreisebene.

Als der Verein in den Niederungen des Fußballkreises Aachen dümpelte, setzten Vereinsikone Manni Wilden als Trainer und der Erste Vorsitzende Axel Tings auf die eigene Jugend und machten damit alles richtig. Die jungen Wilden des TuS wurden eine Einheit mit einer überragenden Offensivqualität. Mit 115 erzielten Toren und nur 30 Gegentoren wurden die Jungs von der Schießgasse nach der Saison 2014/15 Meister der Kreisliga C4 und stiegen in die B-Liga auf.

Konditionstrainer übernimmt

Nach dem Aufstieg zog Trainer Manni Wilden sich in den Vorstand zurück. Mit Georg Bauer verpflichtete der TuS einen anerkannt guten Trainer, der aber nur eine Saison in Lammersdorf blieb. Danach übernahm Michael Vonderbank, auch ein Trainer mit guten Referenzen, den Platz am Regiepult der Rot-Weißen. Als man auf der Zielgraden der Saison fünf Niederlagen in Folge verkraften musste, trennten sich die Wege von Michael Vonderbank und dem TuS. Der damalige Konditionstrainer Jürgen Theißen übernahm für die beiden letzten Spieltage den Trainerjob und verbuchte als Empfehlung für die Zukunft noch zwei Siege.

Nicht unberechtigt stellte man sich nach dem Saisonfinale 2016/17 an der Schiessgasse die Frage: „Können nur Lammersdorfer Trainer Lammersdorfer Spieler trainieren?“ Im Vorstand des TuS war man sich schnell einig und beförderte Jürgen Theißen zum Cheftrainer. Ihm stand Christoph Salemink als Co-Trainer zur Seite, der jahrelang für den TuS und den FC Roetgen gespielt hatte.

Wenige Tage vor dem Start in die Saison 2017/18 war Manni Wilden davon überzeugt, dass man die richtigen Trainer ausgesucht hatte: „Die Beiden kennen die meisten Jungs schon von der Jugend an, wissen wie sie ticken und wie sie mit ihnen umgehen müssen. Ich denke, dass unsere neuen Trainer vieles richtig machen, gute Arbeit abliefern und länger als nur ein Jahr auf der Bank sitzen.“ Am letzten Aprilwochenende bestätigten Trainer und Mannschaft mit der errungenen Meisterschaft in der Aachener Kreisliga B2 die Einschätzung des Zweiten Vorsitzenden.

Total zufrieden blickte auch Vereinschef Axel Tings auf die Meistersaison zurück: „Fast alle Spieler sind aus unserer eigenen Jugend. Da sind wir stolz drauf, und mit den Jungs wollen wir auch weitermachen. Die Mannschaft hat eine tolle Saison gespielt und sich mit dem Aufstieg belohnt.“ Der Vereinschef ist davon überzeugt, dass die Lammersdorfer Jungs in der A-Liga den Klassenerhalt schaffen werden.

Teure Neuzugänge wird es dafür aber nicht geben, denn auch in der neuen Umgebung gilt für Axel Tings und seine Vorstandsmannschaft und den beiden Trainern die Prämisse: „Da wo TuS Lammersdorf drauf steht, da soll auch TuS Lammersdorf drin sein.“

Vor der aktuellen Spielzeit hatte Trainer Jürgen Theißen als Saisonziel Platz fünf und besser ausgegeben, aber ganz schnell hinterhergeschoben: „Mit dem Aufstieg werden wir nichts zu tun haben.“ Wie bei den meisten Trainern der Liga standen auch auf seiner Favoritenliste Borussia Brand, der FC Stolberg und Blau-Weiß Aachen.

Mit drei Siegen gegen den VfR Forst, TV Konzen II und Sportfreunde Hehlrath startete der TuS erfolgreich in die Saison. Am 4. Spieltag leisteten sie sich ein 1:1 beim damaligen Tabellenletzten Rhenania Eschweiler, schalteten aber umgehend wieder in den Erfolgsmodus. An den nächsten Spieltagen holten sich Derbykontrahent TuS Mützenich und Topfavorit Borussia Brand nach 1:4-Niederlagen blutige Nasen bei den Rot Weißen ab. Nach dem 8:0 Sieg am 9. Spieltag gegen SV Breinig III bauten sie erstmalig ihren Vorsprung an der Tabellenspitze auf sechs Punkte aus. Mit sieben Punkten Vorsprung reiste der Primus am 12. Spieltag zur Zweitvertretung des FC Roetgen und kassierte bei den Schwarz-Roten die erste und bisher einzige Saisonniederlage (1:2). Mit einem 8:1-Sieg gegen Aufsteiger SCB Laurenzberg und einem 4:0-Erfolg bei VfL 05 Aachen verabschiedete der TuS sich mit acht Zählern Vorsprung in die Winterpause.

Nicht mehr zu verheimlichen

Die zweite Saisonhälfte eröffneten die Lammersdorfer mit einem 5:1-Sieg beim VfR Forst. Nach einem 6:4-Erfolg gegen den bis dahin ärgsten Konkurrenten, Sportfreunde Hehlrath, konnte auch Oberpessimist Jürgen Theißen nicht mehr verheimlichen, dass er mit seinem TuS auf Meisterkurs war. Drei Spiele weniger, aber sechs Punkte Vorsprung, waren ein deutliches Zeichen für einen Alleingang des TuS zur Meisterschaft. Allerdings spürten die Rot-Weißen in der zweiten Saisonhälfte deutlich mehr Gegenwehr als in der Hinrunde. Die Spiele gegen Konzen II, Mützenich, Mausbach, Breinig III und Eicherscheid II wurden nur noch mit einem Tor Unterschied gewonnen.

Sechs Spieltage vor Saisonende machten sie mit einem 2:1-Erfolg gegen die Zweite von Germania Eicherscheid Aufstieg und Meisterschaft klar und aus Lammersdorf wurde Feierdorf.

Sensationell gut sieht die Fieberkurve der Rot-Weißen aus. Sie standen nur am 1. und 4. Spieltag nicht auf Tabellenplatz eins. Daran wird sich auch nichts mehr ändern. An der Schießgasse können die Verantwortlichen sich beglückwünschen, dass sie beharrlich auf ihre Eigengewächse gesetzt haben und dafür jetzt belohnt worden sind.

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