Tulpensonntagszug in Simmerath zieht die Fastelovendsjecken an

Tulpensonntagszug in Simmerath : Jede Menge Jecken und Kamelle

„Sömmert Alaaf“, das Dreigestirn der KG Sonnenfunken mit Remik Breuer, Tobias Nießen und Marvin Weckmann rief es immer und immer wieder begeistert aus, als man sich im Tulpensonntagszug im Zentralort auf dem Prunkwagen dem närrischen Volk am Straßenrand präsentierte.

Auch wenn man das Wetter als nicht gerade ideal für jecke Aktivitäten bezeichnen konnte, waren die Jecken erneut in Massen nach Simmerath geströmt, um sich von Kamellen berieseln zu lassen.

Mehr als 350 Zugteilnehmer hinter denen sieben Fußgruppen, drei Musikzüge und neun große Wagen steckten, sieht man schließlich nicht alle Tage. Dabei wurde den Jecken nicht nur Wurfmaterial um die Ohren geworfen, sondern es gab teilweise auch akustisch einiges auf die Hörmuscheln. Die Zahl der Musikanlagen bei den Gruppen scheint zwar von der Anzahl her konstant zu bleiben, aber es erweckt den Eindruck, dass die Beschallung aus den Boxen stetig zunimmt. 19.600 Watt bekam man in diesem Jahr insgesamt um die Ohren geknallt, wobei die Vertretungen aus Schmidt mit 7000 Watt die Rangliste anführten. Da konnte die Kevelaer Bruderschaft (500 Watt) nicht mithalten.

Darüber hinaus freute sich die KG Sonnenfunken als Zoch-Veranstalter wieder über Nachbarschafthilfe aus der Umgebung. Die Rollesbroicher Klev Botze waren mit Spielmannszug und zwei großen Wagen erschienen, aus Schmidt waren die Schrupplumpen und die Easy Company dabei, und die Jungschützen aus Vossenack bereicherten gleichfalls den Zug. Hinter der Hansa Blasmusik hatten sich aus Simmerath Gruppen von Kokobe, Seliger Gerhard, Tanzclub Dash, Sonnenfunkenkids, die Sugar babes und boys sowie die Kevelaer Bruderschaft aufgereiht. Letztere schoben ein Krankenbett über den Asphalt, womit auch die aktuelle MRT-Problematik des Krankenhauses angesprochen wurde.

Der Hotspot des Zuges befand sich wie immer an der Ecke Kammerbruch-/Hauptstraße, wo sich die Jecken in Massen knubbelten und vom bewährten Moderatorenteam Adi Braun und Christoph Nellessen vom Balkon der Gaststätte Bierbaum aus schon vor Zugbeginn in Stimmung gebracht worden waren. Hierzu trugen auch die zahlreichen Schnäpschen bei, die von den Fußgruppen unters Volk gebracht wurden.

Mit einem originellen Handwagen machte die Kevelaer-Bruderschaft im Tulpensonntagszug auf sich aufmerksam. Foto: K.-H. Hoffmann

Hinter dem Spielmannszug der Feuerwehr schließlich der krönende Abschluss des Tulpensonntagszuges: Angeführt vom schnittigen Prunkwagen der Ehrengarde folgten die Fußgruppen der Marketenderinnen und der Prinzengarde. Auf dem Prinzenwagen genoss das junge Sömmerter Dreigestirn den närrischen Rummel in vollen Zügen. Hier flogen nochmals Kamelle und andere Kalorienbomben in Massen über und unter die Fastelovends­jecken am Straßenrand.

(ho)