Trockenheit und Rekordhitze prägen den Juli 2019

Wetterrückblick : Trockenheit und Rekordhitze prägen den Juli

Seit Beginn der Messungen im Eifelraum (1880) ist die Hitzewelle im letzten Julidrittel einzigartig in den statistischen Unterlagen der Meteorologen. An einigen Stationen im Kreis Aachen wurde sogar die 40-Grad-Marke überschritten.

Zusammen mit der anhaltenden Trockenheit nahm die Hitzewelle Ende Juli fast katastrophale Ausmaße an. Aufgrund der eher kühlen Julitage bis zum 20. des Monats erreichten die Monatsmitteltemperaturen allerdings kein Rekordniveau. Vom 8. bis 10. Juli wurden im Hohen Venn aber auch in den hochgelegenen Kaltluftmulden des Kreises Aachen sogar Bodenfröste gemessen (Kalterherberg -1,6 Grad).

Geilenkirchen Rekordhalter

Die Abweichungen der Monatsmitteltemperaturen vom Langzeitwert betrugen verbreitet +1,0 bis +1,3 Grad. Kalterherberg schaffte im Juli eine Mittel von 16.0 Grad, Mützenich 17.0, Roetgen 18.0, und im Raum Aachen waren es 19,4 Grad. Während die deutschen Spitzenwerte im Emsland und im Ruhrgebiet bis 42 Grad stiegen, wurde im Kreis Aachen die Station Geilenkirchen der neue Rekordhalter mit 40,5 Grad am 24. und 40,6 Grad am 25. Juli. Dies sind die höchsten Werte im Raum Aachen seit mindestens 1829.

Für unsere Leser hier weitere Messungen vom 24. und 25. Juli aus dem Kreisgebiet, überall waren es neue Rekorde: Stolberg 39,8, Alsdorf-Warden 38,9, Kermeter oberhalb von Rurberg 38,0, Höfen und Roetgen 37,9, Windpark Schöneseiffen 37,0, Kalterherberg und Mützenich 36,8, Elsenborn Venn 36,2 und sogar bei fast 700 Metern Seehöhe noch unglaubliche 34,9 in Mont Rigi.

Vom 24. bis 26. Juli erlebten wir die stärkste jemals in Deutschland beobachtete Hitzewelle. Die Belastungen für unsere Wälder und Gärten aber auch für die Menschen waren extrem und sehr gefährlich. Die Nächte zum 24. und 25. waren sogar „Tropennächte“ über 20 Grad, vor allem in höheren Lagen. (Roetgen 22,0, Kalterherberg 21,1 und in Alsdorf-Warden 20,9). Die Zahl der Hitzetage (ab 30 Grad) lag verbreitet bei vier, Sommertage (ab 25 Grad) traten in den Niederungen deutlich häufiger auf, so z.B. im Raum Aachen an 14 Tagen und in Kalterherberg an sieben Tagen.

Sonne bleibt hinter Juni zurück

Die erzielte Sonnenscheindauer erreichte im Juli nicht das Rekordniveau des Vormonats. Die Summen lagen vor allem in den Hochlagen 10 bis 30 Prozent über den Mittelwerten: Alsdorf-Warden 259 Stunden, Schöneseiffen 257, Kalterherberg 249, Aachen-Orsbach 226 und am Windpark Schmidt 226 Stunden.

Schauen wir zum Abschluss auf die anhaltende Trockenheit in allen Höhenlagen des Kreises Aachen. Bis zum 25. war es extrem trocken, und die Dürre spitzte sich langsam zu (viele Brände). Nadelbäume starben ab und auch die Laubbäume (z.B. Buchen) zeigten durch die Gelbfärbung ihre Stresssituation an. Zum Glück gab es vom 26. bis 28. gewittrige Schauer durch atlantische Tiefs aus südöstlicher Richtung. Heftige Gewitter zogen von Heimbach kommend über den Eifelanstieg und die Talsperren nach Monschau. Dabei wurden örtlich Böen der Stärke 8 bis 9 gemessen (Aachen am 26. bis 94 km/h).

Örtliche Unterschiede beim Regen

Am 27. gab es Gewitter mit Regenmengen über 25 Litern pro Quadratmeter in wenigen Stunden: Windpark Nideggen-Schmidt 75 l/qm, Heimbach-Hasenfeld 69 und in Kalterherberg 30 l/qm. Die Nordeifel blieb also fast verschont. Am Nachmittag des 26. Juli fielen am Wilden Weg im Kermeter oberhalb von Rurberg sogar 32 l/qm in nur 30 Minuten. Die großen Unterschiede der gewittrigen Niederschläge spiegeln sich auch in den Monatssummen aus dem Kreisgebiet wieder. Einige Orte schafften gerade 50 Prozent des Normalregens, andere lagen sogar darüber. Hier einige Summen: Heimbach-Hasenfeld 118 l/qm, Heimbach 111, Windpark Schmidt 110, Aachen-Orsbach 56, Kermeter bei Rurberg 55, Perlenbachtalsperre, Kalterherberg und Roetgen 52, Stolberg 51, Höfen 50, Alsdorf-Warden 39 und am Windpark Schöneseiffen nur 37 l/qm.

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