Nordeifel: Treibholz und Blütenstaub kein Problem

Nordeifel: Treibholz und Blütenstaub kein Problem

Ungewöhnliche Anblicke erlebt, wer in diesen Tagen die Eifeler Seenplatte aus der Nähe betrachtet. Unmengen von gelbem Blütenstaub haben sich insbesondere auf dem Obersee auf die tiefblaue Wasserfläche gelegt und bilden einen seltenen Kontrast. In Buchten und vor den Staumauern sammeln sich die gelben Fahnen oft meterbreit und nicht allen Besuchern erschließt sich als Ursache dafür ein Phänomen der Natur.

Kein Grund einzugreifen

Auch Herbert Polczyk, zuständig für den Talsperrenbetrieb beim Wasserverband Eifel-Rur (WVER)weiß, dass der Blütenstaub in diesem Frühjahr „ein heißes Thema” ist, weil vor allem genervte Autobesitzer und verzweifelte Hausfrauen seit Wochen unter dem Dauerstau leiden.

Aus wasserwirtschaftlicher Sicht stellte der Blütenstaub auf den Trinkwasserspeicher überhaupt kein Probleme dar. „Da besteht kein Grund einzugreifen”, sagt Herbert Polcyzk. Es handele sich dabei um ein vollkommen natürliches Ereignis, das allenfalls von der Optik her ein wenig irritieren könne. So stellen zum Beispiel die Laubteppiche im Herbst auf der Wasserfläche ein viel größeres Problem dar.

Auffällig ist auch ein anderes Natur-Phänomen auf der Seenplatte. Reichlich Treibholz liegt an den Uferbereichen, das die Rur in der vergangenen Monaten mitgerissen hat. Insbesondere das Hochwasser Anfang Januar führte dazu, dass große Mengen Fremdmaterial in den Obersee getragen wurden. Das Triebholz stellt zwar keine unmittelbare Gefahr dar, kann aber bei weiteren Hochwasserereignissen dazu führen, dass Zu- und Überlaufe blockiert werden. Deshalb werde der WVER das Totholz auch beseitigen, sagt Herbert Polcyk. „Wir werden noch in dieser Woche mit den Arbeiten beginnen. Das wird uns bestimmt zehn bis elf Tage in Anspruch nehmen.”

Die langwöchige Trockenheit hat schließlich auch dazu geführt, dass sich der Pegelstand des Rursees auf einem für die Jahreszeit ungewöhnlich niedrigen Niveau befindet. „Zwei Meter mehr wären schon besser” sagt Herbert Polcyzk vor allem mit Blick auf die Freizeitnutzung.

Mit Blick auf seine Betriebspläne ist für den WVER aber bislang alles im grünen Bereich trotz der seit Wochen anhaltenden Frühjahrstrockenheit. Die Meteorologen sprechen vom trockensten März seit 50 Jahren und vom trockensten April seit 1981.

Natürlich könnten die Talsperren etwas voller sein, aber die sonst im Februar und März erwarteten Niederschläge blieben so gut wie komplett aus; also wurde der Zu Beginn des Jahres wegen des Hochwasserschutzes heruntergefahrenen Rursee nicht mehr voller.

Der Betriebsplan der Talsperren sieht vor, dass der WVER problemlos zwei Trockenjahre überstehen. Da das Jahr 2010 aber relativ nass war, ist man noch weit von einer Situation entfernt, die Anlass zur Sorgen geben müsste, allerdings könnte es passieren, „Dass wir den Freizeitgedanken etwas mindern müssen.”

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