Treffen ehemaliger Schüler der Volksschule Konzen

Letzter Schultag vor 60 Jahren: Treffen ehemaliger Schüler der Volksschule

Aus Anlass ihrer Schulentlassung vor 60 Jahren trafen sich vor kurzem die ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Volksschule Konzen zum Frühstück im Saal Küpper in Widdau.

Man hatte sich viel zu erzählen von früher und aus der Gegenwart, es wurde viel gelacht, und das Frühstück zog sich bis weit in den Nachmittag.

Die Einschulung erfolgte Ostern 1950 im ehemaligen Jugendheim an der Kirche. Es handelte sich, wie vieles nach dem Krieg, um eine Notlösung, doch schon bald konnte man als erste Klasse in den Neubau der Volksschule, der heutigen Grundschule, umziehen. Die frühere Sitzordnung mit Schulbank und Pult wurde abgelöst durch „moderne“ Vierertische und kindgerechte Stühlchen.

Die Schulzeit betrug insgesamt acht Jahre, die Klassen waren aufgeteilt in Unterklasse (Jahrgang 1-3), Mittelklasse (4+5) sowie Oberklasse (6-8, getrennt nach Mädchen und Jungen). Leider war die im Schulgesetz verankerte Prügelstrafe in dieser Zeit noch längst nicht abgeschafft, viele Kinder konnten sich kaum zur Wehr setzen, weil sie auch von zu Hause keine Rückendeckung erfuhren (Pastor und Lehrer hatten immer Recht).

Einige Kinder hatten im Krieg ihren Vater verloren, so dass die tapferen Kriegerwitwen allein für die Erziehung und ein Mindestmaß an Kleidung und Essen sorgten, teilweise für drei bis vier Kinder. Außer den Volksschulen, die den allgemeinen Bildungsstand vermittelten, gab es im Kreis Monschau nur ein Gymnasium und für Mädchen die Privatschule St. Ursula. Viele Kinder hätten nach heutigen Maßstäben die Qualifizierung für einen höheren Bildungsabschluss gehabt, doch dieser war nur einer bestimmten Schicht vorbehalten.

Aus dieser Klasse besuchte kein einziges Kind eine weiterführende Schule. Trotzdem fanden alle Schüler nach ihrer Schulentlassung 1958 einen Ausbildungsplatz und trugen maßgeblich zum „Wirtschaftswunder“ Deutschlands bei. Die Bescheidenheit aus ihrer Kindheit ist allen erhalten geblieben, etwas Stolz sei den Nachkriegskindern trotzdem vergönnt.

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