Konzen: Trail-Lauf: Zwischen Wintertraum und Wurzeln

Konzen : Trail-Lauf: Zwischen Wintertraum und Wurzeln

Aus Schlamm, Wasser, Wurzelwerk, holprigen Pfaden und steilen Anstiegen besteht die Welt der Trail-Läufer. Sie mögen es, an ihre Grenzen zu gehen, und die Natur so zu nehmen wie sie ist. Auf tückisches Glatteis können allerdings auch die Extremläufer gerne verzichten.

Wenn aber nun mal diese winterlichen Attribute in der Landschaft vorhanden sind, ist das kein Grund die Laufschuhe stehen zu lassen, im Gegenteil: Frostiger Boden und seifiger Schnee können den Reiz noch erhöhen. Diesen unwiderstehlichen Reiz auf die Landschaftsläufer übte am Sonntag auch wieder Belgenbach-Trail aus.

Im Winterwald: Ein langgezogener Anstieg führte zum Ziel. Foto: P. Stollenwerk

Zum vierten Mal hatte die Laufgruppe des TV Konzen ins wildromantische Belgenbachtal zum Extremlauf eingeladen, und mit 249 Teilnehmern (darunter 71 Frauen) verzeichnete die erste offizielle Laufveranstaltung des Jahres in der Region, die auch für den Eifel-Cup gewertet wird, diesmal sogar eine Rekordteilnehmerzahl. Auch noch einige Kurzentschlossene wollten den Wintertraum per Extremlauf in einem der schönsten Naturtäler der Eifel erleben.

Begleitet von Schneegänsen

Bei leichten Plustemperaturen, strahlend blauem Himmel und Scharen von heimkehrenden Schneegänsen stellten sich sogar leichte Frühlingsgefühle und bei den Zuschauern rund um Start und Ziel an der Grillhütte gar Urlaubsstimmung ein. Auch Streckensprecher Roland Schreiber übertrug die traumhafte Atmosphäre in seine Moderation.

„Wir wollten vor vier Jahren einmal etwas Neues probieren, und der Lauf hat sich inzwischen etabliert“, meint Helmut Hoff, der Chef der Laufgruppe Konzen. Dieser Lauf erfordere Kondition und Koordination „und ist nicht für Jedermann“, denn man dürfe keine Angst vor Wasser und Matsch haben, sagt Hoff. Dennoch habe man wegen Frost und Eis im Wald diesmal die Strecke im Zuge der Vorabbegehung „leicht entschärft“. Einige Bachquerungen wurden herausgenommen und stattdessen einige Behelfsquerungen eingerichtet. Nasse Füße bekamen die Teilnehmer aber dennoch, und auch so mancher Sturz auf abschüssigen Steilstücken oder regelrechte Kletterpassagen gehörten zum Programm.

„Das Trail-Laufen abseits der gewohnten Pisten erlebt im Moment einen regelrechten Boom“, erzählt Helmut Hoff. Die hohe Zahl von jungen Teilnehmern unterstreiche diesen Trend.

Zwischen zwei Varianten konnten die Teilnehmer wählen: Der Light-Trail mit einer Länge von 5,7 Kilometern und 130 Höhenmetern wurde als Trail für Einsteiger und fitte Jugendliche angeboten, während der zehn Kilometer lange Eifel-Extrem Strong-Trail von einem ständigen Wechsel zwischen Anstiegen und Abstiegen bis zum tiefsten Punkt im Grünental geprägt war. 200 Höhenmeter galt es zu überwinden. 56 Teilnehmer hatten für den kurzen Lauf gemeldet, die Masse der Läufer (193) aber zog die noch anspruchsvolleren zehn Kilometer vor.

Der entsprechende Verhaltenskodex auf der Strecke war trotz des Wettbewerbscharakters allen Läufern bekannt. Für die überwiegende Anzahl der Teilnehmer zählte nicht die Zeit sondern das Naturerlebnis im Belgenbachtal. Dass dieses Erlebnis möglich wurde, war auch dem bestens aufgestellten rund 40-köpfigern Helferteam des TV Konzen zu verdanken. Organisation und Abwicklung lief en wie am Schnürchen.

Extremläufer Wolfgang Braun aus Eicherscheid gehörte diesmal zu den Streckenposten und auch er bekannte: „Heute ist es etwas gefährlich“. Um kein Risiko einzugehen, hatte er auf einen Start verzichtet, denn am Wochenende will er bei der Deutschen Meisterschaft im 100-Kilometer-Lauf in Rheine zu 100 Prozent fit sein.

Zahlreiche Zuschauer an den sonnenbeschienenen Streckenabschnitten motivierten die Läufer, die sich im Zielraum versammelten, ehe es zur Siegerehrung in MuK nach Konzen ging.

(P. St.)