Auf dem Festplatz „Zur Schönen Aussicht“: Tollrock-Open-Air-Festival geht zum 17. Mal über die Bühne

Auf dem Festplatz „Zur Schönen Aussicht“ : Tollrock-Open-Air-Festival geht zum 17. Mal über die Bühne

Plakate hängen an den Straßen, Fans sind voller Vorfreude, bereits über 60 Prozent der Tickets sind vergriffen, das „Early-Bird-Angebot“ war nach einer Woche ausverkauft: Das Tollrock Open-Air Festival in Schmidt wirft seine Schatten voraus.

Zum 17. Mal geht das Spektakel auf dem Festplatz „Zur Schönen Aussicht“ am 12. und 13. Juli über die Bühne. Und auch in diesem Jahr rüstet der Tollrock e.V. das Event weiter auf. Die Fläche des Camping-Areals wurde erneut verdoppelt, eine weitere Ausschank-Theke wird installiert und das Essensangebot weiter ausgebaut. Der ausverkaufte Festival-Samstag aus dem letzten Jahr animierte die Veranstalter, auch musikalisch einen Schritt weiter zu gehen. So werden in diesem Jahr gleich vier der neun Bands des Hauptprogramms „Originale“ sein. Zusammen mit den gewohnt starken Tribute-Combos wird eine breite Mischung geboten.

Gerade der erste Tag des Festivals besticht durch hervorragende Newcomer und Aufsteiger der deutschen Musikszene. Den Auftakt machen hier am späten Freitagnachmittag die Holiday Hookers aus Aachen. Ihr L.A.-Style-Glam-Metal überzeugte im letzten Jahr die Jury beim Tollrockerz-Band-Contest. Die Einflüsse ihrer Vorbilder (Mötley Crue, Kiss, Alice Cooper usw.) sind unverkennbar. Auf Position zwei präsentiert der Tollrock e.V. mit Kopfecho einen Punkrock-Newcomer aus Düsseldorf. Die fünfköpfige Truppe war bereits als Support für die Toten Hosen, Broilers und Dritte Wahl unterwegs, fungierten schon im letzten Jahr als Vorband für Massendefekt. Die rauchig-rotzige Stimme von Frontfrau Amy ist unverkennbar, und der Gesamtsound hat sich zu einem eigenen entwickelt.

Vor dem ersten Headliner des Abends heizen Bulls On Parade mit ihrem Tribute to Rage Against The Machine noch einmal kräftig ein – eine der besten RATM-Tribute-Shows in Europa. Kaum einer wird dann ruhig stehen bleiben können, wenn die Band Massendefekt ihren selbst betitelten Punk & Roll auf die Bühne bringt. Die vier Musiker stehen für Spielfreude, gewitzte, aber auch nachdenkliche Texte und verbreiten auf alle Fälle eine Riesen-Stimmung.

beliebtes Tollrockerz-Band-Contest

Für den Abschluss des ersten Festivaltages hatte der Tollrock e.V. auch einfach Glück: Kurz nachdem man die ungarischen Tribute-Veteranen der Kiss-Forever-Band verpflichtet hatte, kündigten die US-amerikanischen Originale ihre Abschiedstour „Kiss End Of The Road Tour“ nach 46 Jahren Bandgeschichte für 2019 an. Manchmal passt es einfach ...

Wie gewohnt beginnt der Festival-Samstag zu früher Stunde mit dem beliebten Tollrockerz-Band-Contest. Es geht um den begehrten Pokal nebst Opener-Auftritt im Hauptprogramm 2020. In diesem Jahr mit dabei sind Hostage aus Simmerath (Groove-Metal), Loss Of Gravity aus Aachen (melodischer Metal und gefühlvolle Balladen), Taläntfrei aus Stolberg (Deutschrock) und Mantikor aus dem Dürener Umland (deutschsprachiger Metal). Die regionalen Talente freuen sich auch zu früher Stunde auf zahlreiche Besucher und reges Interesse.

Das Hauptprogramm am Samstag beginnt mit Kings of Lyon aus England, einem Tribute-Act, der den US-amerikanischen Kings of Leon huldigt. Der zweite Tribute-Act am Samstag sind Still Counting. Sie dürfen als Deutschlands erfolgreichste Volbeat-Tribute-Band gelten und bringen den Volbeat-Sound mit Original-Equipment, fast erschreckend ähnlicher Stimme und gebührender Licht- und Pyro-Show überaus authentisch auf die Bühne. Den Headliner am zweiten Festivaltag geben die Irish-Folk-Punk-Rocker The Rumjacks aus Australien. In ihrem Stil verbinden sie fast schon mittelalterlich-gälische Elemente mit Rock und Punk. Wütend, schweißtreibend, fröhlich, trinkfreudig und ultimativ mitreißend ist ein Auftritt der fünf australischen Iren. Sie sind der insgesamt vierte No-Tribute-Act beim 17. Tollrock-Festival, was für die Veranstalter deutlich in die Zukunft weist.

Zum Abschluss des 17. Tollrock-Festivals wird es diesmal regional: Gnadenhof aus der Nordeifel präsentieren Rockhits aus den letzten 40 Jahren. Nach zahlreichen Auftritten auf verschiedenen Bühnen der Eifel haben sie sich in der hiesigen Musikszene einen Namen gemacht und krönen ihr bisheriges Schaffen mit dem Schlussakkord auf der großen Tollrock-Bühne.

Der Vorverkauf für das Festival läuft noch bis kurz vor der Eröffnung, und die Veranstalter empfehlen ausdrücklich, diesen zu nutzen, schließlich meldete man im letzten Jahr am Samstag erstmals „ausverkauft“, und die Tageskassen mussten weitgehend unbesetzt bleiben. Tickets gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen und unter www.koelnticket.de/tollrock-tickets. Ein Tagesticket ist für 18 Euro zu haben, das Wochenendticket für beide Tage kostet 36 Euro, jeweils zzgl. der Servicegebühr der VK-Stellen. Weitere Infos zu Bands, Zeiten, Anfahrt sowie Fotostrecken findet man unter www.tollrock.de.

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