Thomas Sprank ist neuer Kreisbrandmeister der Städteregion

Nachfolger von Bernd Hollands : Thomas Sprank ist neuer Kreisbrandmeister der Städteregion

Die Antwort auf die Frage, wann er denn mal frei habe, folgt ohne Zögern: „Zwischen 12 Uhr und Mittag“, sagt Thomas Sprank. Das ist natürlich ein Scherz. Aber wenn er erklärt, dass der Beruf des Feuerwehrmanns für ihn eine Herzensangelegenheit sei, dann ist Schluss mit lustig.

Sprank hat seinen Traumberuf gefunden und sich in diesem entwickelt. Der nächste Karriereschritt kommt da folgerichtig: Er ist der neue Kreisbrandmeister der Städteregion.

Wenn Thomas Sprank davon berichtet, dass er schon als kleiner Junge am Zaun gestanden hat, um die Übungen der Feuerwehr zu beobachten, und irgendwann vorzeitig mit einer Ausnahmegenehmigung in die Jugendwehr aufgenommen worden ist, dann mag das so manches Klischee bedienen. Doch genauso war’s, versichert der 44-Jährige. Und als er später das Pius-Gymnasium in Aachen besuchte, „da waren wir wohl die ersten in der ganzen Region, die so etwas wie einen Schulsanitätsdienst ins Leben gerufen haben“.

1997 begann er seine berufliche Laufbahn im Alarm- und Wechseldienst bei der Feuerwehr in Würselen, 2003 wechselte er in die Leitstelle des damaligen Kreises Aachen, fünf Jahre später als stellvertretender Wehrleiter wieder zurück nach Würselen und 2013 wiederum in die Städteregion, in der der alte Kreis vier Jahre zuvor aufgegangen war. „Den bautechnisch-konstruktiven Bereich fand ich schon immer sehr spannend“, blickt der neue Kreisbrandmeister zurück. Mit der Arbeitsgruppenleitung Brandschutz im städteregionalen Amt für Rettungswesen und Bevölkerungsschutz in Simmerath hatte er also genau das Richtige gefunden.

Bis von den Feuerwehrleitern im Altkreis die Anfrage kam, ob er sich vorstellen könne, Kreisbrandmeister zu werden. „Ich habe mir natürlich Bedenkzeit erbeten und alles in Ruhe mit meiner Familie besprochen.“ Doch weil seine Frau und die drei Kinder im Alter zwischen drei und sieben Jahre wussten und wissen, wie sehr Thomas Sprank in seinem Beruf aufgeht, war nicht allzu viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

Seine bisherigen Aufgaben muss Sprank nun zum großen Teil delegieren. Ab sofort und in Zukunft gibt es andere Schwerpunkte, das bringt der neue Posten so mit sich. Beispielsweise die Gremienarbeit auf unterschiedlichen Ebenen und die Kooperation mit anderen Einheiten im In- und Ausland. Oder die Einsatzführung bei Großereignissen, bei denen der Kreisbrandmeister für die Koordination der Rettungskräfte verantwortlich ist.

Verantwortung hat Thomas Sprank auch für den Bereich der Ausbildung. Und das ist ein ziemlich großer: „2017 hat es in unserer Aus- und Fortbildungseinrichtung in Simmerath 96 Lehrgangstage gegeben. An etwa 80 Prozent war auch der Kreisbrandmeister beteiligt.“ Um das richtig einordnen zu können, ist ein Hinweis wichtig: Lehrgänge finden nur von Donnerstag bis Sonntag statt. Freie Wochenenden werden für Thomas Sprank also mehr denn je ein rares Gut sein. Doch auch das hat er mit sich und seiner Familie ausgemacht.

Das Thema Ausbildung steht beim Kreisbrandmeister ganz weit oben auf der Prioritätenliste. „Wir müssen da am Puls der Zeit bleiben, wenn wir als Feuerwehr attraktiv bleiben wollen“, ist Sprank überzeugt. Die „virtuelle Realität“ könnte in den nächsten Jahren eine tragende Rolle einnehmen. Und damit das schrittweise Ende der Zeiten einläuten, in denen Lerninhalte an die Tafel geschrieben oder als Powerpoint-Präsentation auf die Leinwand projiziert werden.

Die strukturellen Bedingungen in der Städteregion, um Nachwuchs an die Berufsfelder der Feuerwehr heranzuführen, bewertet Sprank positiv. „Die Jugendfeuerwehren sind gut frequentiert.“ Und dem Beispiel von Würselen und Herzogenrath, wo es mittlerweile sogar eine Kinderfeuerwehr für Mädchen und Jungen ab sechs Jahren gibt, werden in den nächsten Jahren, da ist Thomas Sprank sehr zuversichtlich, weitere Freiwillige Feuerwehren folgen – damit die Kinder nicht nur am Zaun stehen, sondern frühzeitig mitmachen können.

Ein Dauerthema, an dem auch der Kreisbrandmeister nicht vorbeikommen wird, ist die Tagesverfügbarkeit von freiwilligen Einsatzkräften. „Darüber wird derzeit viel diskutiert“, weiß Sprank um den Gesprächsbedarf. Denn immer häufiger kommt es in einer zunehmend verdichteten Arbeitswelt zu Konflikten, wenn Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert werden und ihre Arbeitsstelle verlassen müssen. „Das ist vor allem im termingerichteten Dienstleistungssektor der Fall.“ Thomas Sprank sieht hier den Gesetzgeber gefordert, „um eine gute Lösung auf den Weg zu bringen“. Die Gewährung von steuerlichen Vorteilen für Arbeitgeber, die Wehrmitglieder beschäftigen und auch zu Einsätzen ausrücken lassen, wäre möglicherweise eine solche gute Lösung.

Dirigent und Organist

In den kommenden zwei Wochen wird sich Thomas Sprank damit etwas weniger beschäftigen, auch dem neuen Kreisbrandmeister stehen ein paar entspannte Tage bevor. Die wird er mit seiner Familien verbringen – und in der Kirche. Denn in der Pfarre St. Katharina in Kohlscheid ist er als Organist und Dirigent aktiv. „Da suche und finde ich meine Ruhe“, freut sich Sprank auf seine freie Zeit. Die will er genießen – nicht nur zwischen 12 Uhr und Mittag.

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