Steckenborn: Thomas Bongard wird im Handumdrehen Hahnenkönig

Steckenborn : Thomas Bongard wird im Handumdrehen Hahnenkönig

Dass beim Ausgraben der Kirmes auf dem 500-Jahr-Platz die unterirdisch ruhende Flasche Els vom leicht übermotivierten Suchtrupp versehentlich mit der Spitzhacke zertrümmert wurde, sollte kein böses Omen für die Steckenborner Kirmes 2018 sein — ganz im Gegenteil.

Das wichtigste dörfliche Fest im Jahr wurde für den ausrichtenden Musikverein Heimat-Echo, der gleichzeitig sein 85-jähriges Bestehen feierte, wie auch für die zahlreichen Gäste, ein Erfolg auf der ganzen Linie. Das perfekte Sommerwetter hatte außerdem die idealen Rahmenbedingungen geschaffen. Verbunden war die Dorfkirmes mit der Ausrichtung des 63. Musikfestes der Städteregion Aachen. Dieser Dreiklang aus Musik, Geselligkeit und Unterhaltung an vier Tagen auf dem einladenden hergerichteten Dorfplatz verfehlte seine Wirkung nicht.

Sommer total herrschte bei der Steckenborner Kirmes: Die Maigesellen nutzten die Gunst der Stunde für eine Strandparty. Foto: Peter Stollenwerk

Bunte Festmeile

Nur strahlende Gesichter sah man beim gut 300 Mitglieder zählenden Ausrichter Heimat-Echo. Dank der rund 40 vereinseigenen Helfer und der Unterstützung weiterer Dorfvereine überraschte der Musikverein, der sich im Laufe seiner langen Geschichte immer wieder neu erfunden hat, die Dorfbevölkerung mit einem ideenreichen Programm. Der Dorfplatz am Sportplatz präsentierte sich als bunte Festmeile mit allen Annehmlichkeiten, angefangen von grünen Sonnenschirmen, über einen Trödelmarkt bis hin zu einem Babywickelzelt.

Karussell, Hüpfburg und Verkaufsstände waren ebenfalls gut frequentiert. Heimat-Echo-Vorsitzender Friedhelm Lennarz war bei soviel Geschäftigkeit auf dem Platz ganz in seinem Element. „Wir mögen es, eine so große Veranstaltung professionell zu organisieren“, sagt er. Gerade bei der erneuten Ausrichtung des Musikfestes, inzwischen zum siebten Mal, könne man sich auf einen großen Erfahrungsschatz und die Unterstützung der Ortsvereine verlassen.

Für einen gelungenen Auftakt hatten am Freitagabend die „Billy Boys“ gesorgt, die mit Stimmungsmusik nach kölscher Art das Festwochenende eröffneten. Am Samstag agierte die Band „Vennomenal“ auf der Bühne in Augenhöhe mit WM-Fußball auf der Großleinwand, aber am Ende setzte sich das gute Dutzend der emotionalisierenden Musikertruppe mit ihrem poppigen Funk-Jazz eindeutig durch.

Der Kirmeszug am Sonntag, der als karnevalistisches Element stets für stimmungsvolle Momente sorgt, war diesmal eingebunden in den großen Festzug mit insgesamt 28 Gruppen anlässlich des Musikfestes der Städteregion. Auch die Treckerfreunde Schmidt sorgten hier für manchen Blickfang, ebenso wie die Steckenborner Maijungen, die eine Strandparty feierten, oder auch der Humpenclub, der die bärtigen Bluesmusiker von ZZ-Top als Vorbild genommen hatte und ganz cool den Zugweg rockte. Allen Respekt verdiente sich auch Maskottchen „Heimi“ im dickfelligen Eisbärenkostüm.

Auf der Festwiese angekommen, wurden nach dem Gesamtspiel der 14 Musikvereine umgehend die Vorbereitungen für die Ermittlung des neuen Steckenborner Hahnenkönigs getroffen. Die Zuschauer waren allerdings gut beraten, den Blick nicht von der Bühne zu lassen, denn es sollte der schnellste Wettbewerb seit seiner Wiederbelebung im Jahr 1993 werden, so versicherten jedenfalls langjährige Beobachter

. Im Handumdrehen wurde Thomas Bongard neuer Steckenborner Hahnenkönig. Nach nicht einmal 20 Hieben war der Spaß vorbei, und auch Moderator Christof Hilger verschlug es nach seinem schnellen Job kurz die Sprache. Nicht besser erging es der perplexen neuen Majestät. „Ich war völlig überrascht“, beschreibt der 29-Jährige seine Gefühlslage. „Ich hatte gedacht, es wären ein paar Drähte drin gewesen“, wunderte er sich über die unproblematische Erledigung der Hahn-Attrappe.

Prinzessin Maxi, und der zwölf Monate alte Sohn Oskar feierten Thomas II. auf der Bühne, und als einer der ersten Gratulanten eilte Heri I. (Hanf) hinzu, der am Abend zuvor als amtierender Hahnenkönig verabschiedet worden war. „Jetzt gebe ich erst mal eine Runde aus, und dann erkundige mich dann bei meinen Vorgängern, was für einen Hahnenkönig wichtig ist“, lachte Thomas Bongard, um dann mitten hinein ins Steckenborner Kirmesgeschehen abzutauchen.

Ein wichtiger Kirmestag war auch noch der Montag mit Kinder-Erlebniskirmes und Mini-Disco sowie dem Abholen des neuen Hahnenkönigs, in dessen Beisein dann zu späterer Stunde der Kirmesknochen vergraben wurde.

(P. St.)
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