Roetgen/Rott: Tempo-Messtafel soll bald Auskunft geben

Roetgen/Rott : Tempo-Messtafel soll bald Auskunft geben

Das Wasser läuft geradewegs in die Einfahrt und versperrt den Zugang zur Garage. Mit dabei ist eine Menge Schotter und Dreck, die von der Straße aus geradewegs vor das Haus von Jürgen Schimanowski und seiner Frau Heike geschwemmt wird.

Das Haus des Ehepaars liegt am Ende der Lammersdorfer Straße in Rott im Gefälle. Eine Furche neben der Straße oberhalb des Hauses sorgt regelmäßig dafür, dass sich Wasser und Dreck vor der Garage sammeln. Bereits vor zwei Jahren hatte sich der 74-Jährige an die Gemeinde Roetgen gewandt. „Wir schaffen es gesundheitlich und körperlich nicht mehr, die Einfahrt von dem Schmutz zu befreien“, erzählt der Rentner. Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss hatte sich selbst ein Bild von der Situation gemacht und Handlungsbedarf gesehen. Als Verwaltung habe man dem Rat vorgeschlagen zu reagieren, sagt Klauss. Der Vorschlag sei allerdings im vergangenen Jahr von den Fraktionen abgelehnt worden.

Ein weiteres Problem sieht Schimanowski an der Lammersdorfer Straße in den Geschwindigkeitsbegrenzungen. An mehreren Straßenverengungen ist Tempo 30. An der Verengung unmittelbar vor seinem Haus in der unteren Lammersdorfer Straße darf man mit 50 Stundenkilometern fahren. „Hier wird oft gerast, dabei ist die Stelle hier unten am gefährlichsten. Man hört oft quietschende Reifen“, erzählt er.

Kein Schreiben erhalten

Mit seinen Anliegen sei er schriftlich an die einzelnen Fraktionen herangetreten. Im Rathaus habe er seine Schreiben persönlich abgegeben. Das war vor fast drei Monaten. Bis heute habe er nichts gehört. „Am meisten ärgere ich mich darüber, dass wir keine Rückmeldung bekommen; nicht mal eine Empfangsbestätigung“, sagt Schimanowski.

Bei den Fraktionen erinnert man sich aber auf Nachfrage unserer Zeitung an kein Schreiben. „Trotzdem wollen wir das Wasserproblem nach den Sommerferien thematisieren“, sagt Klaus Onasch, Fraktionsvorsitzender der SPD. Zwei Vertreter der SPD hätten sich ebenfalls ein Bild vor Ort gemacht, und man sei zu dem Schluss gekommen, diesen Mangel beheben zu wollen.

Auch Silvia Bourceau, Fraktionsvorsitzende der UWG, ist grundsätzlich der Meinung, dass man sich darum kümmern müsse, wenn Schmutz und Dreck von öffentlichen Flächen auf Privatgrundstücke gelange. An ein Schreiben erinnere sie sich nicht. Sicherlich seien auch die Ferien ein Grund für bislang ausbleibende Handlungen. „Das Tempo in der Lammersdorfer Straße wurde in der letzten Ratssitzung angesprochen. Ich bin davon ausgegangen, dass sich auch darum gekümmert und eine Tempo-Messtafel aufgestellt wird“, sagt Bourceau.

Die angekündigte Messtafel soll Mitte September angebracht werden. „Wir messen nur in der Schulzeit und auch nur dann, wenn es sonst keine Umleitungen auf den Straßen gibt. Sonst werden die Messergebnisse verfälscht“, sagt Miguel Garcia Ruiz vom Ordnungsamt. Bevor die Messtafel allerdings in der Lammersdorfer Straße aufgehangen werde, sei noch die Grüne-pleistraße an der Reihe. Hier habe es ebenfalls Beschwerden von Anwohnern gegeben. „Wir messen dann in beide Richtungen jeweils eine Woche“, erklärt Ruiz. Das Ergebnis zeige anschließend nicht nur die Geschwindigkeiten an, sondern auch die Menge der Fahrzeuge. „Die Messergebnisse teilen wir dann der Städteregion Aachen und der Bezirkspolizei Roetgen mit. Die entscheiden dann auch, ob es sich lohnt, an dieser Stelle öfters zu messen, oder ob weitere Maßnahmen erforderlich sind“, sagt Ruiz.

Anwohner würden Geschwindigkeiten aber auch immer subjektiv wahrnehmen. Die Ergebnisse einer Geschwindigkeits-Messtafel könnten der Wahrnehmung später widersprechen. „Trotzdem nehmen wir die Anregungen der Einwohner sehr ernst und gehen der Sache nach“, erläutert Ruiz.

Laut Christa Heners, Vorstandsvorsitzende der Grünen, hätte man damals gerne in dem genannten Bereich eine 30er-Zone eingerichtet. Aufgrund der Durchgangsstraße sei das aber aus rechtlicher Sicht nicht möglich gewesen.

Lösung finden

Bezüglich des Wasserproblems habe sich an den geografischen Begebenheiten in den letzten Jahren nichts geändert, findet Michael Seidel, CDU-Fraktionsvorsitzender. „Grundstücksbesitzer müssen selbst dafür sorgen, dass kein Wasser in ihre Garage läuft“, sagt er. „Als damals dort ein Bürgersteig gebaut werden sollte, stießen wir auf massiven Widerstand der Anwohner unterhalb des Birkensiefenwegs.“ Deswegen ist in der unteren Lammersdorfer Straße auch kein Gehweg gebaut worden. „Wenn jetzt allerdings eine neue Lösung gefunden werden würde, inklusive Anliegerbeteiligung, stünden wir als CDU dem nicht im Wege“, sagt Seidel. An Schimanowskis Brief erinnere auch er sich nicht.

Bernd Vogel, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der PRB, erklärt: „Bei keinem meiner Kollegen ist etwas eingegangen.“ Er habe nach der Anfrage unserer Zeitung noch mal sein Fach im Rathaus leergeräumt — nichts. „Wir werden uns bei der Gemeinde schlau machen, das war bislang aufgrund der Ferien schwierig“, sagt Vogel.

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