Nordeifel: Tagebau Hambach lässt Zweifel aufkommen

Nordeifel: Tagebau Hambach lässt Zweifel aufkommen

Bei schönstem Wetter begann die Infotour am Bahnhof in Horrem gegen den Braunkohletagebau. Die Teilnehmer erfuhren durch Wolfgang Schäfer vom Netzwerk Bergbaugeschädigter einige bedrückende Tatsachen über den Tagebau Hambach.

Der Tagebau ist ca. 450 m tief und kann nur abgebaut werden, in dem man das Grundwasser bis zu einer Tiefe von 800 m abpumpt, das führt zu Absenkungen der umgebenden Landschaft.

Einige Dörfer sind bis zu 5 m abgesunken. Der Tagebau Hambach erzeugt genauso viel Feinstaub wie der gesamte Autoverkehr in Deutschland. Die Anwohner sind somit einer großen gesundheitlichen Belastung ausgesetzt.

Schäden an Gebäuden und Infrastruktur sind bis in 80 km Entfernung nachgewiesen. Weiter ging die Fahrt zu den Waldbesetzern im Hambacher Forst, immer begleitet von der Security des RWE. Die Waldbesetzer leben in Zelten und selbstgebauten Baumhäusern im Wald, der als nächstes den Baggern zum Opfer fallen soll.

Sie werden von der umliegenden Bevölkerung mit Essen, Baumaterial und ähnlichem unterstützt. Die Teilnehmer der Radtour wurden hier durch die Landtagsabgeordnete Gudrun Zentis und Peter Abels von den Kerpener Grünen über das Camp und die Motive der Waldbesetzer informiert.

Zurück an der Bahnstation Horrem endete ein informativer Tag, der zum Nachdenken über Energieerzeugung und -verbrauch anregte. Einig waren sich die Teilnehmer, dass es so nicht weitergehen kann. Forderungen müssen mit Nachdruck durchgesetzt werden: Umkehr der Beweislast bei Schäden, Umsetzung der EU-Feinstaubrichtlinie, Angemessene Rekultivierung.

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