Nordeifel: Sturm stoppt den Roetgener Weihnachtsmarkt

Nordeifel : Sturm stoppt den Roetgener Weihnachtsmarkt

Die Wetterkapriolen haben am zweiten Dezemberwochenende auch in der Nordeifel für Probleme auf den Straßen, mehrere Verkehrsunfälle und eine Absage gesorgt. Vor allem die Schneefälle am Sonntagvormittag sorgten für reichlich Arbeit bei der Polizei in der Städteregion, als sich alleine von 10 bis 15 Uhr hier rund 35 Verkehrsunfälle ereigneten, darunter auch einige auf den Eifelstraßen.

Auch in der Rureifel wurde es zu dieser Zeit winterlich auf den Straßen. Eine 23 Jahre alte Fahranfängerin aus Bonn befuhr gegen 14.30 Uhr die B 399 von Hürtgen in Richtung Vossenack. Zu dieser Zeit schneite es sehr stark. Außerhalb der Ortslagen kam sie auf der teilweise glatten Straße nach rechts von der Fahrbahn ab und rutschte über den angrenzenden Grünstreifen und einen Radweg in den Graben. Dort prallte sie mit der Front auf, woraufhin sich ihr Wagen überschlug und auf dem Dach im Feld liegen blieb. Leicht verletzt konnte sich die Frau selbstständig aus ihrem Fahrzeug befreien. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht.

Auch am Montag gab es noch viel zu tun für den Winterdienst.

Entspannung am Nachmittag

Erst am Nachmittag, als der Schnee bis in die Hochlagen von Mützenich, Kalterherberg und Rohren in Regen überging, beruhigte sich die Lage und damit auch das Unfallgeschehen. „Es blieb überwiegend bei Blechschäden“, so die Polizei am Sonntagabend.

Der schwerste Unfall in der Eifel hatte sich aber bereits am Samstag in Monschau ereignet, als ein 64-jähriger Weihnachtsmarktbesucher aus Frankreich von einem Linienbus angefahren und schwer verletzt wurde (s. Box).

Für die Winterdienste bedeutete das zweite Dezemberwochenende den ersten echten Dauereinsatz, vor allem am Sonntag. „Wir waren mit acht Fahrzeugen unterwegs, das ist alles was wir haben“, fasste Bruno Alzer von der Straßenmeisterei Simmerath am Montag zusammen. Kritik an glatten und verschneiten Straßen, vor allem in den sozialen Netzwerken geäußert, konterte er gelassen: „Wenn es so anhaltend schneit wie am Sonntag, kann man nicht flächendeckend für freie Straßen sorgen, sondern muss sich auf die Bundesstraßen und Steigungen konzentrieren.“ Zu starken Behinderungen führte auf den bekannten freien Strecken auch der starke Wind, der dort teils hohe Schneewehen auftürmte.

Sturm- und teils sogar Orkanböen waren letztlich auch der Auslöser für die Absage des Weihnachtsmarktes in Roetgen am Sonntag. „Der Roetgener Weihnachtsmarkt ist wegen Schneefall und Sturmböen für heute abgesagt“, war auf Hinweisen an den verlassenen Buden zu lesen.

Auch bei Facebook wurde die Absage verbreitet: „Aufgrund der wirklich beängstigenden Wetterlage um 13.30 Uhr — der Sturm war das größte Problem — haben wir schweren Herzens entschieden, an diesem Sonntag aus Gründen der Sicherheit für Marktbesucher und Ehrenamtler lieber kein Risiko einzugehen“, schrieb Silvia Bourceau für das Ortskartell. Und ergänzte: „Auch wir freuen uns immer riesig auf jeden Weihnachtsmarkttag, schließlich steckt eine wahnsinnige Arbeit dahinter.

Der Weihnachtsmarkt wird ausschließlich von Ehrenamtlern in den Vereinen gestemmt“, hieß es in der Gruppe „Einmal Roetgen, immer Roetgen“. Das Echo war einhellig: Mit Blick auf den umgestürzten Baum auf dem Eschweiler Weihnachtsmarkt habe man in Roetgen genau richtig und verantwortungsvoll gehandelt, hieß es da.

(hes)
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