Steigende Schülerzahlen und verstärkter OGS-Bedarf erfordern Anbau

Drei neue Klassenräumen in Steckenborn : Grundschule wird eine Nummer größer

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, dann wird in der Gemeinschaftsgrundschule Steckenborn Platzmangel herrschen. Die Gemeinde Simmerath als Schulträger möchte rechtzeitig vorbauen und daher die Schule um drei Klassenräume erweitern.

„Diese Maßnahme wird den Standort stärken“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns jetzt bei der stark besuchten Informationsveranstaltung „Bürgermeister vor Ort“ im Saal Stollenwerk in Steckenborn.

Die Grünfläche vor dem Gebäude soll dabei erhalten bleiben, der Anbau erfolgt im rückwärtigen Bereich. 650.000 Euro investiert die Kommune in das Projekt, das in diesem Jahr geplant und 2020 realisiert werden soll. Spätestens zum Schuljahresbeginn 2021 muss der Erweiterungsbau zur Verfügung stehen, denn dann wird die Schülerzahl in Steckenborn die 200er-Grenze überschreiten. Derzeit besuchen 149 Kinder die Schule.

Der Ausbau ist vor allem aber deshalb erforderlich, weil das Angebot der Offenen Ganztagsschule (OGS) immer stärker nachgefragt wird. Waren es 2013 noch 40 OGS-Schüler, so sind sind es aktuell bereits 74. Aus pädagogischer Sicht herrscht Einvernehmen darüber, dass es für OGS-Schüler förderlicher ist, dass die Betreuung in einem anderen Umfeld als in den vorhandenen Klassenräumen stattfindet, andernfalls wäre der Erweiterungsbau verzichtbar.

In die Erweiterungspläne einbezogen wurde auch der örtliche Musikverein Heimatecho, der im Keller des Schulgebäudes Proberäume ausgebaut hat. Für einen regulären Unterricht aber kommen diese Räume nicht in Frage, da die Deckenhöhe um ganze zehn Zentimeter zu niedrig ist und damit nicht den Vorschriften entspricht. Bürgermeister Hermanns versicherte, dass dem Musikverein auch in den kommenden Jahren seine Räumlichkeiten weiterhin zur Verfügung stehen würden.

Angesichts jetzt wieder steigender Schülerzahlen und des nun erforderlichen Anbaus kam aus den Reihen der Anwesenden der Einwand, dass die vor knapp zwei Jahren erfolgte Schließung des „funktionierenden Schulstandortes Kesternich“ vermeidbar gewesen sei. „Das hört sich auf den ersten Blick nachvollziehbar an“, entgegnete der Bürgermeister, aber Ziel der Gemeinde sei es gewesen, drei Schulstandorte im Gemeindegebiet (Lammersdorf, Simmerath, Steckenborn) als zweizügige Einrichtungen „mit Perspektive“ zu erhalten. Dies werde werde auch von fachlicher Seite so bewertet.

Als die Entscheidung gefallen sei, die Schule in Kesternich zugunsten von Steckenborn zu schließen, sei die deutliche Steigerung der Geburtenzahlen in Steckenborn und Kesternich nicht absehbar gewesen. Diese seien vor allem auf einen plötzlich einsetzenden Bauboom im Kesternicher Neubaugebiet Dreieck und dem Zuzug junger Familien zurückzuführen. Hermanns bezeichnete den Entschluss den Schulstandort Kesternich aufzugeben als „die schwerste Entscheidung“ in seiner zehnjährigen Amtszeit. In jedem Fall aber sei in Kesternich nur ein einzügiger Schulbetrieb möglich gewesen, so dass der Wechsel der Kesternicher Kinder nach Steckenborn aus pädagogischer Vorteile bringe.

In Zusammenhang mit der höheren Schülerzahl an der Grundschule Steckenborn wurde von Bürgerseite auch das Problem des Parkens rund um das Schulgebäude angesprochen wie auch der Gefahrenpunkt durch bis zu vier hintereinander wartende Schulbusse in der Felderstraße. Ortsvorsteher Ralph Löhr versprach, dass man sich mit der Situation beschäftigen werde.

Zur Entwicklung der Gemeinde Simmerath insgesamt meinte Bürgermeister Hermanns, dass aktuell ein „starker Zuzugsdrang von außen“ in das Gemeindegebiet feststellbar sei. In den nächsten beiden Jahren würden in Simmerath rund 100 neue Wohnungen gebaut; außerdem sei ein Baugebiet in Simmerath mit 130 Parzellen in Planung.

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