Monschau: St.-Ursula-Realschule: Spendenaktion für Flüchtlinge

Monschau: St.-Ursula-Realschule: Spendenaktion für Flüchtlinge

Die Schule rief und alle spendeten: „Wir möchten den Flüchtlingen, die in den nächsten Wochen in die Jugendherberge Hargard kommen und vorübergehend dort leben werden, helfen“, hatte Franz-Peter Müsch, Schulleiter der Bischöflichen Mädchenrealschule St. Ursula in Monschau, die Eltern seiner Schülerinnen angeschrieben.

Sie hat sie gebeten, zum Elternsprechtag diese Woche Dienstag und Mittwoch Spenden mitzubringen. „Benötigt werden vor allem warme Kleidung für Babys, Kinder, Frauen und Männer, Schuhe und warme Stiefel, Koffer, große Reise- oder Sporttaschen sowie Kinderwagen, Maxi-Cosis und Buggys“, hatte es im Elternbrief geheißen.

Das Echo war umwerfend: Die Eltern der Schülerinnen brachten so viele der genannten Spenden zum Elternsprechtag mit, dass am Donnerstagmorgen ein komplettes Klassenzimmer damit gefüllt war. „Das ist überwältigend“, zeigte sich Franz-Peter Müsch angetan von der Spendenbereitschaft der Schulfamilie.

Donnerstagmorgen machte sich Hausmeister Norbert Becker, unterstützt von Lehrern und den Schülerinnen der Zehnerklassen, ans Verladen in einen Kleintransporter, den dankenswerterweise das Höfener Autohaus Kirch kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Mit dem Transporter — dreimal bis unters Dach vollgeladen! — wurden die Spenden zunächst zur Städtischen Realschule gebracht, wo sie im Keller zwischengelagert werden.

Denn zum einen sind die angekündigten Flüchtlinge immer noch nicht in Monschau eingetroffen, „zum anderen werden sicherlich noch Sachen für eine zweite, dritte oder vierte Flüchtlingswelle im Januar benötigt“, ist der Schulleiter überzeugt.

„Lieber auf dem Land“

Der Schulleiter sieht die Menschen, die aus den Krisengebieten dieser Welt fliehen und in Deutschland ankommen, ohnehin am besten „auf dem Land“ aufgehoben: „Die Dörfer mit ihrem sozialen Zusammenhalt bekommen das besser hin, sich um solche Menschen zu kümmern. Und ich bin überzeugt, dass es hier auch viele Familien gäbe, die Flüchtlinge bei sich zu Hause aufnehmen würden“, ist für Müsch eine dezentrale Unterbringung weitaus besser als in Massenunterkünften in der Stadt.

Nun heißt es also warten, bis jene kommen, denen die Hilfsbereitschaft gilt. Die St.-Ursula-Familie jedenfalls hat den christlichen Grundgedanken ihrer Bekenntnisschule auch in diesem Falle schnell und vehement umgesetzt.

(hes)