Trauer um Kollegen: Sportjournalist Kurt Kaiser hinterlässt eine Lücke nach seinem Tod

Trauer um Kollegen : Sportjournalist Kurt Kaiser hinterlässt eine Lücke nach seinem Tod

Kurt Kaiser ist tot. Der allseits geschätzte Sportjournalist unserer Zeitung starb in der Nacht zum Montag nach kurzer, schwerer Krankheit im Aachener Klinikum, nur zwei Tage nach seinem 70. Geburtstag.

Als uns in der Redaktion diese Woche die traurige Nachricht erreichte, waren wir schlichtweg fassungslos — so wie wohl alle, die Kurt gekannt haben. Eine schwere, aber notwendige Rückenoperation sollte dem „rüstigen Rentner“, der zeitlebens Sport getrieben hatte, die Lebensqualität zurückbringen, und für Kurt war es selbstverständlich, dass er diesen Eingriff in die Sommerpause der Fußballer legte. Denn „kk“ liebte und lebte den Fußball, kannte die Vereine im Altkreis Monschau wie kein anderer aus dem Eff-Eff, von Rott bis Kalterherberg,von Schmidt bis Mützenich und von der Landesliga bis hinunter in die D-Liga.

Mit einem unfassbaren Netzwerk, seiner eigenen Erfahrung als Spieler und Trainer, vor allem aber mit seiner Liebe zur Berichterstattung über die schönste Nebensache der Welt wurde Kurt Kaiser zu einem unendlich wichtigen Sportreporter für die Tageszeitungen und so etwas wie der Botschafter des Eifelfußballs. Jeden Sonntag, nahm er sich Zeit, um Spiele zu schauen, abends Trainer anzurufen, Ergebnisse und Torschützen heranzutelefonieren und das Ganze noch aktuell zu Papier zu bringen — auch auf Kosten wertvoller Freizeit mit seiner lieben Frau Doris, die Kurts Leidenschaft aber immer akzeptierte und mittrug. Und es war nicht nur der Sonntag, den er für den Sport opferte.

Unter der Woche plauderte er mit Trainern, Spielern und Verantwortlichen und sammelte Stoff für seine Berichte. Dabei wurde der Fußball-Experte Kurt Kaiser irgendwann auch zum Handball-Kenner, der die emporstrebenden TV-Frauen und auch die nicht mehr so hochklassig werfenden Männer journalistisch begleitete.

Als sich die Sommerpause der Fußballer dem Ende neigte und die Zeit der Saisonvorberichte anbrach, griff Kurt wie selbstverständlich wieder in die Tasten, auch wenn er infolge der OP noch ans Krankenbett gefesselt war. Und als die Saison dann startete, stand „kk“ natürlich Gewehr bei Fuß für die Berichterstattung. „Ich kann nur noch keine Fotos machen, weil ich dann mit dem Rollator auf den Platz müsste“, meinte Kurt augenzwinkernd und fast entschuldigend.

Dann aber verschlechterte sich ganz plötzlich sein Zustand. Wieder musste Kurt ins Krankenhaus, doch die Ursache für seine schlechten Blutwerte wurde erst entdeckt, als es schon zu spät war. In der Nacht zum 24. September hörte Kurts Sportlerherz nach nur 70 Lebensjahren auf zu schlagen.

Ich habe selten einen Menschen erlebt, der einem tatsächlich immer mit guter Laune begegnete. „Wie jeht et Dich, Jong?“ war stets sein erster Satz am Telefon — aber nie als Floskel, sondern immer als ehrliche Nachfrage.

Seine ansteckende Fröhlichkeit und die Empathie für seine Gesprächspartner, Kurts unglaublicher Fleiß, sein Wissen und ein immenser Erfahrungsschatz werden mir, uns und allen seinen Lesern fehlen.

Die Lücke, die er als unser Sportexperte hinterlässt, ist kaum zu schließen. Die Lücke, die der Mensch Kurt Kaiser hinterlässt, schon gar nicht.

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