Roetgen: Spontaner Aktion zum Geburtstag der Kunst fehlen die Gäste

Roetgen : Spontaner Aktion zum Geburtstag der Kunst fehlen die Gäste

Vor allem eine originelle Kopfbedeckung muss her. Das ist bereits die halbe Miete für eine erfolgreiche Teilnahme am Geburtstag der Kunst, der weltweit am 17. Januar gefeiert wird.

Auch in Roetgen wollte man sich an der globalen Kunst-Party beteiligen, die zurückgeht auf eine schräge Idee aus der Kunstszene der 1960er Jahre. Der Kulturkreis Roetgen griff jetzt erstmals die Idee auf und rief Kreative und Künstler zur Teilnahme auf und stampfte auf die Schnelle ein Programm aus dem Boden.

Der Geburtstag der Kunst geht zurück auf den französischen Fluxus-Künstler Robert Filliou, der seinen eigenen Geburtstag am 17. Januar 1963 kurzerhand und eigenmächtig zum 1.000.000. Geburtstag der Kunst erklärte und mit dieser fixen Idee weltweit eine Welle des Feierns auslöste. Seitdem gilt der 17. Januar als Datum für diesen kuriosen Feiertag in der Welt als gesetzt.

In der Eifel wurde der Geburtstag der Kunst im Bürgersaal der Gemeinde Roetgen gefeiert, und fast 20 Mitwirkende fanden im Schneetreiben den Weg dorthin. Die kreativ beteiligten Geburtstagsgäste blieben allerdings weitgehend unter sich. Die Öffentlichkeit hielt sich vornehm zurück.

„Wichtig war uns auch, dass die Künstler untereinander ins Gespräch kommen“, sagt Mitorganisator Hubert vom Venn für den Kulturkreis Roetgen. Dieser Austausch fand auch in reger Form statt, so dass vom Venn trotz des ausbleibenden Publikumsinteresses das Experiment als gelungen bezeichnete und im kommenden Jahr auf jedem Fall eine Fortsetzung plant.

Beim Geburtstag der Kunst galt es, mit einer möglichst kreativen Kopfbedeckung zu erscheinen, um die Individualität der Persönlichkeit, mit der die Kunst schon beginnt, zu betonen. Zur Not half Galeristin Johanna Malich aus, die ganz flux aus dem Papier einer Kunstzeitung eine Kopfbedeckung bastelte. Vom Regenschirm bis zum Zauberhut war alles vertreten, und auch Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss hatte der Aufforderung Folge geleistet.

Er erschien in einem bayrischen Trachtenhut nebst Gamsbart. Es sei eine „schöne Aufgabe, eine solch spontane Veranstaltung zu eröffnen, die es so in Roetgen noch nie gegeben hat“. Da sei in kurzer Zeit „ganz schön viel zusammengekommen“. „Grüße von der Kunst“ überbrachte Ingrid Peinhardt-Franke, die noch einmal kurz die Geschichte aufrollte, wie es damals zum Geburtstag der Kunst kam.

Ihre Botschaft an die Anwesenden lautete: „Das Wichtigste ist, dass die Kunst die Menschen zum Staunen bringt.“ Für Staunen sorgten dann zu Beginn die Kinder der Grundschule Steckenborn gemeinsam mit Lehrerin Anke Burchardt-Sanchez, die dem Bürgermeister ein Geschenk überreichten. Dann ging es rund vier Stunden lang im Wechsel weiter. Musik und Lesungen wechselten sich ab, und die Pausen boten ausreichend Gelegenheit, Malerei, Fotografien und Objekte zu bestaunen. Der Geburtstag der Kunst klang friedlich und ohne besondere Vorkommnisse aus.

(P. St.)
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