Rollesbroich: Speiseresteaufbereitungsanlage ist noch nicht vom Tisch

Rollesbroich : Speiseresteaufbereitungsanlage ist noch nicht vom Tisch

Nach wie vor an der Realisierung einer Aufbereitungsanlage für Speisereste interessiert ist ein Geschäftsmann, der in Rollesbroich einen ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb im Außenbereich der Rollesbroicher Fuhrtstraße in einen Biorecyclingpark umwandeln möchte.

Der Simmerather Planungsausschuss unterstützte jetzt mehrheitlich den Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplans, um damit die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen. Ablehnend äußerte sich allerdings die SPD-Fraktion in der Sitzung, weil sie die eingereichte Betriebsbeschreibung nicht überzeugte. Vor allem das mit einem solchem Betrieb verbundene Verkehrsaufkommen sei schwer einzuschätzen, hieß es, während die CDU darauf setzte, dass hier ein „Selbstregulierungseffekt“ eintrete, falls das Unternehmen sich nicht an die vereinbarten Regelungen halte. Die Regelungen zu den Verkehrsflüssen werden von der Gemeinde Simmerath vertraglich fixiert.

Laut Angaben des Antragstellers ist vorgesehen, dass täglich je zwei An- und Abfahrten mit 7,5 Tonnen-Lkw zum Hofgelände stattfinden würden. Darüber hinaus sei alle zwei Tage ein Sauwagen unterwegs.

Vor Jahresfrist hatte der Planungsausschuss schon einmal über das Vorhaben beraten, damals aber den Antrag abgelehnt, weil die Erschließung des Biorecyclingparks über die Fuhrtstraße als nicht gesichert angesehen wurde. Eine damals in die Diskussion gebrachte mögliche alternative Erschließung über die Kalltalstraße (Deffertsfeld) wurde inzwischen vom Antragsteller übernommen.

Ein weiterer Grund für die Ablehnung war seinerzeit auch, dass die Umnutzung eines landwirtschaftlichen Betriebes zu einem gewerblichen Betrieb einen Präzedenzfall auslösen könnte.

Die Verwaltung vertritt die Auffassung, dass aus städtebaulichen Gründen keine Bedenken gegen das Vorhaben bestehen würden. Es liege im Interesse der Gemeinde, eine sinnvolle Folgenutzung für den aufgegebenen landwirtschaftlichen Betrieb zu finden. Zuletzt wurde auf dem Gelände eine Biogasanlage betrieben. Die Gefahr eines Präzedenzfalles sieht die Verwaltung nicht so sehr, da es jeweils dem Planungsausschuss obliege, über Anträge von Nutzungsänderungen zu entscheiden.

Keine Biogasanlage mehr

Außerdem merkte die Verwaltung in der Vorlage noch an, dass es sich bei dem Biorecyclingpark um einen seit Jahren existierenden Betrieb handele, der mangels eigener Aufbereitungsanlage derzeit die Speisereste in eine Anlage im Kreis Heinsberg bringe.

Die Fortführung des Betriebs der Biogaslage sei nicht beabsichtigt, teilt das Unternehmen mit. Die üblichen Betriebszeiten für den Biorecyclingpark, so heißt es in der dem Antrag beigefügten Betriebsbeschreibung, seien wochentags von 8 bis 16 Uhr. Zur Aufbereitung würden täglich rund fünf bis sieben Tonnen Speisereste aus Gastronomie, Großküchen und Kantinen in blauen Tonnen angeliefert. Anschließend würden die aufbereiteten Speiseabfälle an Biogasanlagen zur weiteren Verwertung geliefert.

(P. St.)