Simmerath: Sozialstiftung Simmerath: Erstaunt über Not in Dörfern

Simmerath: Sozialstiftung Simmerath: Erstaunt über Not in Dörfern

Seit Aufnahme der Tätigkeit der Sozialstiftung Simmerath erfolgten eine Reihe Zuwendungen. Namentlich an die Simmerather Grundschulen, beide Senioreneinrichtungen, das Jugendcafe, die Selbsthilfegruppe für Krebskranke, den ambulanten Hospizdienst, die Grundschulen, aber auch an Familien, die wegen besonderer Situationen einer finanziellen Zuwendung bedurften.

Bei einem Treffen im „kleinen Sitzungssaal“ des Rathauses, an dem auch der Stiftungsvorstand mit Dr. Hartmut Wiechmann und Marianna Stiel teilnahmen, wurde die Arbeit der Stiftung nochmals erläutert.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns als Vorsitzender der Stiftung war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es sich bei der Hilfe durch die Stiftung nicht um eine Sozialhilfeleistung handele und diesbezüglich keine eventuelle Schamschwelle überwunden werden müsse. „Niemand, der sich an die Stiftung wendet, braucht ein schlechtes Gewissen zu haben“, konstatierte er dazu.

Als Beispiel wies Hermanns darauf hin, dass es heute auch eine Reihe benachteiligter Kinder gebe, die das Mittagessen in den Ganztagsschulen nicht bezahlen könnten. „Auch da versuchen wir zu helfen. Jeder der einen echten Notfall hat, kann sich an mich, Herrn Dr. Wiechmann aus Simmerath, Frau Stiel aus Lammersdorf oder auch an Monika Johnen vom Sozialamt vertrauensvoll wenden.“

Hermanns hob hervor, dass hierbei nach dem Grundsatz der absoluten Vertraulichkeit gehandelt werde. Monika Johnen, die Leiterin des Sozialamtes, hat dafür telefonisch (Telefon 02473/607127) oder per E-Mail (monika.johnen@gemeinde.simmerath.de) ein offenes Ohr.

Die Sozialstiftung kam durch die letztwillige Verfügung eines Bürgers zustande, welcher der Gemeinde ein Drittel seines Vermögens als Kapitalstock für eine eigens zu gründende Stiftung zur Förderung von sozialen Zwecken zukommen ließ. Immerhin waren das im Jahre 2009 stolze 300.000 Euro, zu denen zwischenzeitlich 27.000 Euro hinzu kamen.

Das Stiftungsvermögen darf auch nicht geschmälert werden, darf aber natürlich durch weitere Zuwendungen der Stifter wachsen. Wer etwas Gutes tun will, kann also an die Stiftung spenden. Bürgermeister Hermanns hierzu: „Diesbezüglich ist uns jede Unterstützung willkommen.“ Dabei werden Spenden, die mit dem Verwendungszweck „Für Flüchtlinge in der Gemeinde Simmerath“ versehen sind, auch nur für diesen Zweck verausgabt.

Durch die Stiftung wurden seit 2012 ferner für alle Simmerather Bürger, die in dem jeweiligen Jahr 75 Jahre alt wurden, mit großem Erfolg drei Seniorenveranstaltungen gemacht, an denen jeweils 120 bis 140 Personen teilnahmen.

Karl-Heinz Hermanns wies zudem auf das große Engagement von Leoni Lepers aus Rott hin, die sich gemeinsam mit einem Arbeitskreis von Ehrenamtlern um die auf Langschoss lebenden Flüchtlinge kümmert. Neben ihrem persönlichen Einsatz hat sie bisher von Einzelpersonen 4000 Euro sammeln können. Hinzu kamen 500 Euro von der Sparkasse Aachen, die der Gebietsdirektor Manfred Jansen spontan für die Ehrenamtler lockergemacht hatte.

Unterstützung für Flüchtlinge

Von diesen Spendengeldern wurden Lernbücher für den täglich stattfindenden Deutsch-Unterricht auf Langschoss angeschafft. Weiterhin sammelte man Fahrräder, die mit den Spendenmitteln repariert und gewartet sowie mit Schlössern versehen wurden. Ebenfalls wurden Flüchtlinge, die sich sportlich betätigen mit Sportbekleidung ausgestattet und die Gemeinschaftsräume wurden wohnlich hergerichtet.

Monika Johnen lobte diesbezüglich die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für Langschoss. Er habe dazu beigetragen, dass der menschliche Kontakt zu den Flüchtlingen verbessert worden sei. Und Dr. Wiechmann hielt ergäneznd dazu fest: „Es ist sehr wichtig, dass man sich um die Menschen dort kümmert, damit diese auch am kulturellen Leben teilnehmen können.“ Marianna Stiel hielt am Ende fest, dass sie bei Aufnahme ihrer Tätigkeit im Stiftungsvorstand darüber erstaunt war, „wie viel echte Not es in den Dörfern gibt — das hat mich doch aufgewühlt“.

(ho)