Imgenbroich: Sonja Kather sammelt Medaillen bei Special Olympics

Imgenbroich : Sonja Kather sammelt Medaillen bei Special Olympics

Ihre Medaillensammlung ist wieder gewachsen. Stolz präsentiert Sonja Kather aus Imgenbroich ihre Gold- und Ihre Bronzemedaille, die sie in der Ukraine bei den Nationalen Special Olympics mit Beteiligung anderer Nationen gewonnen hat.

Die 31-Jährige ist Mitglied im Behindertensportclub der Deutschsprachigen Gemeinschaft (BSC) in Belgien und war mit 20 anderen Athleten des Vereins und vier Betreuern vor kurzem in die Ukraine gereist, um dort bei den Wettkämpfen für Menschen mit geistiger Behinderung im Bocce an den Start zu gehen. Das ist eine Variante des Boule-Spieles, bei dem es darum geht, seine Kugeln möglichst nah an eine kleinere Zielkugel zu setzen beziehungsweise die gegnerischen Kugeln wegzuschießen.

In dieser Sportart war Sonja schon im Jahr 2014 bei den Special Olympics auf europäischer Ebene in Antwerpen erfolgreich. Damals gewann sie im Einzel die Silbermedaille und im Doppel die Bronzemedaille. In der Ukraine gewann sie jetzt mit der Mannschaft im Viererteam die Goldmedaille und im Einzel die Bronzemedaille.

„Als das Ergebnis bekanntgegeben wurde, bin ich vor Freude in die Luft gesprungen. Ich konnte es gar nicht glauben. Ich war sprachlos und hatte Tränen in den Augen“, berichtet Sonja. Sofort rief sie bei ihren Eltern an, um ihnen von diesem tollen Erlebnis zu berichten.

Die Athleten des BSC waren unter anderem schon in Nagano in Japan, in Toronto in Kanada, in Reno in den USA und in Versailles in Frankreich am Start. Besonderen Wert legt der Verein darauf, dass die Sportler nie allein sind, sondern immer von anderen Athleten und Betreuern begleitet werden, nicht zuletzt auch, um sie anzufeuern und zu motivieren.

An einem Donnerstag war Sonja mit dem BSC zu der für sie sehr aufregenden Reise aufgebrochen. Von Brüssel aus startete sie mit dem Flugzeug in Richtung Ukraine. „Fliegen ist nicht so mein Ding. Es hat aber alles gut geklappt“, sagt Sonja. Am Zielort angekommen wurden sie und die anderen Sportler des BSC mit einem Bus abgeholt und ins Hotel gebracht. Dort traf sie auf alte Bekannte aus dem Team der Schweiz.

„Deren Trainer kannte mich noch aus Antwerpen und hat mich auch gleich wiedererkannt. Aber auch alle anderen haben uns herzlich aufgenommen und begrüßt“, erzählt Sonja. Am Freitag standen dann die ersten Testspiele an, bevor es am Samstag um die Medaillen ging. Bereits am Sonntag ging es wieder nach Hause. In Eupen wurde sie von ihrer Mutter abgeholt und der Erfolg in einem Restaurant gefeiert.

Im Vorfeld war Sonja sehr gespannt darauf, das Land, die Leute und das Essen kennenzulernen. „Zum Frühstück gab es Kuchen und Pudding. So viel Süßes bin ich morgens nicht gewohnt. Sonst war es toll. Das war ein einmaliges Erlebnis. Wenn der Flug nur kurz ist, nehme ich gerne wieder teil“, lautet ihr Fazit nach der Rückkehr. Vor allem ist sie aber froh und dankbar für die zahlreichen Glückwünsche. „Es ist schön, dass so viele Leute an mich gedacht und mir die Daumen gedrückt haben“, sagt Sonja.

(ag)
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