Das Wetter spielt nicht mehr mit: Ski und Schlepper in Rohren eingemottet

Das Wetter spielt nicht mehr mit : Ski und Schlepper in Rohren eingemottet

„Das Wetter hat mitgespielt dieses Jahr”, sagt Rudi Hermanns und lässt den Blick über das frühlingshafte Tal der Rur schweifen.

Und damit meint der Geschäftsführer des Sommer- und Wintersportzentrums in Rohren nicht nur den - wenn auch verspäteten - Winter in der Eifel. In weniger als zwei Wochen wandelte sich auch das hügelige Gelände im höchst gelegenen Dorf der Nordeifel von der verschneiten Winterlandschaft zur erwachenden Frühlingswiese.

Dort, wo vor einigen Tagen noch Skisportler und Kinder auf ihren Schlitten den Hang herunter sausten, stecken nun Schneeglöckchen, Krokus und Narzisse vorsichtig ihre zarten Blüten der wärmenden Sonne entgegen.

30 Tage Schnee

Die Schneemassen sind nicht, wie in manchem Jahr, über Nacht weggeregnet, sondern schmolzen in nur drei vis vier Tagen buchstäblich in der Sonne dahin. So ist das Gelände nicht matschig, wenn am Karfreitag die Besucher wieder kommen, denn dann wird in Rohren die Sommersaison eröffnet.

Bis Ende Januar noch hatte es in Rohren nicht nach einer guten Wintersportsaison für die Betreiber des Skilifts ausgesehen: Ein bis zwei Schneetage im Dezember, ein paar Tage im Januar - ansonsten hatten die Lifte still gestanden.

Doch was folgte, war eine der ausdauerndsten und schneereichsten Winterwetterperioden der vergangenen Jahrzehnte. 30 Tage lang sorgten Pulverschnee und Schneehöhen bis zu 60 Zentimetern für ideale Wintersportbedingungen, fünf Wochenenden lang rollte der Rubel an den Kassenhäuschen und in der gemütlichen Hütte am Rohrener Skihang. „Das haben wir seit der Gründung des Sportzentrums noch nicht erlebt”, so Rudi Hermanns.

Mancher Winter seit 1971 war anfangs für die Stadt Monschau, später dann für die privaten Besitzer des Sportzentrums ein Zusatzgeschäft, 1999 beispielsweise, als der große Lift nicht einen Tag lang lief. „Ohne die Einnahmen der Sommerbobbahn hätten wir den Betrieb längst einstellen müssen, zumal die Winter in der Eifel immer kürzer werden”, so Rudi Hermanns.

Das beste Winter-Ergebnis im Rücken, geht es nun in die Sommersaison. Und dieser Wechsel vollzog sich in diesem Jahr besonders schnell. Keine Woche nach dem letzten Lifttag am 13. März wurde mit den Arbeiten am Skihang begonnen. 48 Skibügel wurden gegen die Bobschlepper ausgetauscht, Ski-Ausstieg und Zäune entfernt, das Holzhäuschen für die Einer- und Zweierbobs wurde zusammengezimmert und die Bobbahn vervollständigt.

Die Edelstahl-Spur wird nur im oberen Bereich zur Skisaison entfernt, die Talabfahrt für die flotten Bobs bleibt ansonsten auch im Winter draußen. Recht aufwändig ist der Wechsel der so genannten Riemenscheibe im Motor des großen Lifts, das größere Zahnrad bewirkt, dass die Sommerbobs langsamer den Kluckhang herauf gezogen werden als die Skifahrer in der Liftspur. Auch das restliche Gelände mit Spielplatz, Trampolin und Kinderrennparcours wurde auf Vordermann gebracht, auch in der Hütte wurde Frühjahrsputz gehalten.

Jung und Alt von nah und fern wird sich hier ab Karfreitag bis zum Herbst täglich von 10 bis 18 Uhr wieder tummeln - so denn das Wetter es zuläßt, denn bei Regen darf die Bobbahn aus Sicherheitsgründen nicht befahren werden. Mit dem Wetter aber haben sie sich in Rohren dieses Jahr angefreundet - und vielleicht beschert Petrus ja nun auch noch eine trockene Sommersaison ...

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