Simmerath: Simmerather Bushof: Wartehäuschen werden durch gläserne Hallen ersetzt

Simmerath: Simmerather Bushof: Wartehäuschen werden durch gläserne Hallen ersetzt

Mit dem zentralen Bushof in Simmerath lässt sich kein Schönheitspreis gewinnen. In den blauen Wartehäuschen, von einem Simmerather Kommunalpolitiker einst abfällig als „Schafställe“ bezeichnet, lässt sich kaum noch jemand nieder.

Essensreste, Zigarettenkippen und Glasscherben liegen häufig auf dem Boden, die Scheiben sind längst alle zerstört, und außen wie innen sind die Wartehäuschen aus Holz mit Farbschmierereien übersät. Der im Ortskern gelegene Bushof ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche, die hier nicht gerade das feine Auftreten pflegen. Da die Gruppen häufiger wechseln, ist es für die hier eingesetzten Streetworker schwer, Kontakt aufzunehmen.

In der Gemeinde Simmerath diskutiert man schon seit vielen Jahren darüber, wie die beklagenswerte Situation in den Griff zu bekommen ist.

In der zurückliegenden Sitzung des Sozialausschusses wurden nun auf der Grundlage eines Arbeitskreis-Gespräches Nägel mit Köpfen gemacht. Demnach wurde mehrheitlich beschlossen, die vier Wartehäuschen zu entfernen und durch gläserne Wartehallen zu ersetzen.

Zuvor war auch die Möglichkeit diskutiert worden, einen Kreativwettbewerb auszuloben, um mit Schulen, Firmen und Jugendlichen ein Konzept für eine Neugestaltung der vorhandenen Wartehallen zu entwickeln. Der Vorschlag wurde aber nicht weiter verfolgt, da Probleme in der praktischen Umsetzung gesehen wurden.

Auch in der zuvor stattgefundenen Sitzung des Generationenbeirates hatte man Abstand von einer Neugestaltung der Wartehäuschen genommen und stattdessen die Vorteile der gläsernen und von allen Seiten gut einsehbaren Wartehallen hervorgehoben.

„Dadurch könnten einige Probleme verschwinden“, meinte auch Günter Scheidt (CDU) bei der Diskussion im Ausschuss. Daher solle man die notwendigen Mittel in den Haushaltsplan 2014 einsetzen. Auch Stefan Kaever (SPD) meinte, dass die Glas-Wartehallen „sehr zu begrüßen“ seien. Sein Vorschlag, die Finanzierung durch Werbeflächen zu unterstützen, ist jedoch nicht umsetzbar, da die aufstellende Firma sich erst in Städten ab 100 000 Einwohner mit Werbung beschäftigt. Kaever regte weiterhin an, eine Verbesserung der Beleuchtung am Bushof zu prüfen und verstärkt Streetworker wie auch Polizei und Ordnungsamt einzusetzen.

Gisela Kampshoff-Enderle hingegen hätte lieber die Umsetzung des Kreativwettbewerbs gesehen, zumal man in diese Aktion die Jugendlichen, die sich am Bushof aufhalten, hätte einbinden können. Unterstützung gab es von Stephan Weber (UWG), da ein Kreativ-Wettbewerb die Chance geboten hätte, die Sozialkompetenz der Jugendlichen zu stärken. Bei einem Fehlversuch hätte man immer noch auf die Glas-Wartehallen zurückgreifen können.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns schätzte die Kosten für vier neue Wartehallen auf rund 35.000 Euro. Aktuell seien in der Gemeinde Simmerath etwa ein Dutzend Glas-Wartehallen aufgestellt, mit denen man sehr gute Erfahrungen gemacht habe.

Die in der Diskussion angeregten Kontrollen durch das Ordnungsamt sah Hermanns als problematisch an, da die Mitarbeiter der Verwaltung weniger Befugnisse als die Polizei hätten.

Stephan Kaever erinnerte noch daran, dass seitens der Simmerather SPD-Fraktion bereits bei den Haushaltsberatungen 2013 die Umgestaltung des Bushofes thematisiert worden sei.

Damals wurden Kosten in Höhe von 500.000 Euro genannt. Dem Antrag der SPD, Planungsmittel bereitzustellen, war nicht gefolgt worden.

Unter den jetzigen finanziellen Voraussetzungen, so Günter Scheidt, könne man sehr wohl die Umgestaltung des Bushofes in Angriff nehmen, da der Umfang weitaus geringer sei als seinerzeit von der SPD vorgeschlagen.

Ulrich Offermann (CDU) regte schließlich an, dass das Thema Vandalismus auch unbedingt in den Elternhäusern thematisiert werden solle.

(P. St.)